Glückstipps
Wie finde ich die große Liebe? Teil 1
Als ich so um 13 war und anfing, mir Stress damit zu machen, ob ich jemals eine Freundin finden würde, die mich wirklich zum Freund will, stellte mir meine Mutter eine Frage, die mein zukünftiges
Leben grundlegend verändern sollte.
„Was glaubst du, Bodo, gibt es mehr Mädchen auf der Welt, die einen guten Geschmack haben oder mehr mit schlechtem Geschmack?“
Ich überlegte kurz und kam zu dem Schluss, dass es vermutlich mehr Mädchen mit schlechtem Geschmack gab. So sah es zumindest in meinem persönlichen Umfeld aus.
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Wie finde ich die große Liebe? Teil 2
Es gibt eine kleine aber wichtige Regel in der Kennenlernphase einer jeden Liebesbeziehung. Diese Regel nicht zu berücksichtigen, führt meistens zum vermeintlichen Ende der Beziehung, bevor
sie überhaupt richtig angefangen hat.
Stell dir einmal vor, du begegnest einem Menschen, für den du dich auf Anhieb partnerschaftlich interessierst. Du willst diesen Menschen daraufhin kennen lernen und flirtest mit ihm. Nach fünf
Minuten hat dieser potenzielle Partner Feuer gefangen und erklärt dir allen Ernstes, dass er sich ein Leben ohne dich nicht mehr vorstellen kann. Ohne dich hat sein Leben keinen Sinn mehr. Er
fordert dich auf, ihn zu heiraten und zwar sofort!
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Wie finde ich die große Liebe? Teil 3
Die Kennenlernregel, von der ich in meinem letzten Glückstipp berichtete, wird von sehr vielen Menschen aus den verschiedensten Gründen verletzt. Ich selbst gehörte früher auch zu diesen
Kandidaten. Und dafür gab es einen ganz einfachen Grund. Ich wollte erst einmal sicherstellen, dass meine potenzielle Partnerin mich mag, bevor ich überlegen wollte, ob sie für mich die Richtige
ist. Ich wollte damit vermeiden, Gefühle zu investieren und dann abgelehnt zu werden. Das hatte ich oft genug erlebt und es tat weh. Wenn mich eine Frau abwies, für die ich noch nicht so starke
Gefühle hegte, war das alles halb so schlimm. Es war nicht schön, aber es war auszuhalten.
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Wie finde ich die große Liebe? Teil 4
Willst du wissen, wie du deine Chancen, die Liebe deines Lebens zu finden, um ein Vielfaches erhöhen kannst? Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten den Partner fürs Leben zu finden:
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Du suchst selbst aktiv nach einem Partner.
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Du lässt dich finden!
Vielleicht kennst du das Phänomen, dass man immer dann „gefunden“ wird, wenn man selbst eigentlich gar nicht auf der Suche nach einem Partner ist. In meinem Leben war das zumindest immer so. Und je weniger ich gesucht habe, desto mehr wurde ich gefunden. Manchmal spielt das Leben scheinbar komische Spielchen.
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Wie finde ich die große Liebe? Teil 5
Bist du schon einmal einem Menschen begegnet, den du auf den ersten Blick total klasse fandst? Du konntest deinen Blick gar nicht mehr von ihm abwenden, so toll war er. Dein Herz schlug wie
verrückt und alles in dir schien zu schreien: „Das ist er! Der und kein anderer!!!“
Und dann hast du dich umgedreht und bist weggelaufen, so schnell du konntest! Oder du bist hingegangen, hast ihn angesprochen und nur Müll geredet?!
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Zuneigung oder Anerkennung
Sicherlich haben Sie schon einmal gesehen, dass jemand seinen Hund gelobt hat, weil dieser etwas richtig gemacht hat? Natürlich hat dieser Hund sein Herrchen intellektuell nicht verstehen können,
aber er hat seine Zuneigung in diesem Moment emotional verstanden und sich darüber gefreut.
Vermutlich haben Sie auch schon einmal mitbekommen, dass jemand seinen Hund getadelt hat für etwas, das er zukünftig lassen sollte. Auch diesen Tadel wird der Hund nicht intellektuell verstanden
haben, aber er fühlte die Ablehnung seines Herrchens und fühlte sich dementsprechend.
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Das 5:1 Beziehungskonto
Es gibt Momente im Leben, da sollte man sich ganz auf sein Gefühl verlassen. Und es gibt Momente, wo einem gerade dies in Teufels Küche bringt. Zum Beispiel dann, wenn es um die Frage geht, wer
von beiden Partnern mehr für den anderen tut. Wer tut mehr für die Beziehung? Wer macht mehr im Haushalt? Wer kümmert sich mehr um die Kinder?
Kommen diese Fragen ohne Einflussnahme des Verstandes auf, gibt es unweigerlich Streit in einer jeden Beziehung. Grund für diesen Streit ist ein Instinkt, der uns ein unglaublich falsches Gefühl
darüber gibt, ob Geben und Nehmen in einer Beziehung ausgeglichen ist.
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Was ist wirklich wichtig?
Viele Menschen empfinden die Zeit der Verliebtheit als glücklichste Zeit ihres gesamten Lebens. Wir scheinen überzuquellen vor Glück und würden am liebsten alle Menschen dieser Welt daran teilhaben lassen. Unser Körper scheint viel zu klein zu sein für so viel Gefühl.
Vielleicht hast du dir die folgenden Fragen auch schon einmal gestellt? „Wieso empfindet man in dieser Zeit so viel Glück? Und wieso werden die tollen Gefühle danach mit der Zeit wieder
schwächer?“
Die Antwort ist einfach: Während der Verliebtheitsphase ist uns die Liebe das Wichtigste im Leben!
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Glückliche Momente oder große Ziele?
Die wissenschaftliche Glücksforschung stellte vor einiger Zeit in einer Sozialstudie besonders glückliche Menschen weniger glücklichen gegenüber und verglich beide Gruppen in ihren Lebenseinstellungen. Natürlich gab es bei dieser Betrachtung eine Vielzahl von Unterschieden. Mit Abstand der bedeutendste all dieser Unterschiede war jedoch seltsamerweise eine sehr simple aber wenig beachtete Tatsache zu der wir weiter unten im Text noch kommen werden.
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Der Beschluss zum Glück
Wenn irgendetwas Blödes passiert, sagt mein Neffe immer: Freu dich doch, denn wenn du dich nicht freust, ist es auch nicht anders! :-)
Er selbst hält diesen Spruch für einen Scherz. Nach meinen Erfahrungen ist diese Aufforderung jedoch gar nicht so unsinnig, wie sie spontan klingen mag. Sicherlich hast du auch schon einmal
erlebt, dass du dich bewusst dazu entschlossen hast, eine schlechte Stimmung zu beenden. Und dann hast du es einfach getan!
Unser Einfluss auf unsere Stimmungslage ist viel größer als die meisten Menschen glauben. Wir können uns oft einfach entscheiden, wie wir drauf sein wollen.
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Der zweite Erziehungsweg
Uns Menschen ist es in die Gene gelegt, dass wir uns gut fühlen, wenn wir Zuneigung bekommen. Im Gegenzug fühlen wir uns wie alle Rudeltiere schlecht, wenn wir abgelehnt werden. Diese beiden Reaktionen auf Zuneigung und Ablehnung müssen wir nicht erst lernen. Wir werden genau wie alle Rudeltiere bereits damit geboren. Und so griffen unsere Eltern mit ihren Erziehungsmaßnahmen wie alle Rudeltiere automatisch auf diese Maßnahmen zurück. Auf Zuneigung und Ablehnung.
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Ist es wirklich der/die Richtige?
Wenn du zwei Verliebte auseinander bringen willst, dann ist dies die beste Frage dazu! (Das ist natürlich nicht das Ziel dieses Glückstipps!) Im Ernst! Es ist hinsichtlich der Liebe die übelste Frage, die man jemanden stellen kann. Schauen wir uns einmal gemeinsam an, was durch diese Frage genau passiert.
Gehen wir einmal davon aus, dass dir jemand diese Frage stellt, von dem du weißt, dass ihm dein Glück wirklich am Herzen liegt. Er will dir also mit dieser Frage helfen. Genauer gesagt will er
dir dabei helfen, dass du sicher bist, das Richtige zu tun. Viele Freunde halten es für ihre Pflicht, diese Frage direkt vor der Hochzeit zu stellen. Sie meinen es gut damit. Dass dann trotzdem
so viele noch vor dem Altar ja sagen, ist in höchstem Maße erstaunlich.
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Was ist Liebe?
Wenn Menschen über das Gefühl der Liebe reden, reden sie meistens über völlig unterschiedliche Dinge. Die einen verstehen unter Liebe die Zuneigung, die sie für einen anderen Menschen empfinden, andere meinen eher die Verbundenheit mit diesem Menschen. Wieder andere sprechen von Liebe, wenn sie den anderen toll finden, oder sie sprechen von Liebe, wenn sie den anderen haben wollen. Manche Menschen sprechen auch von Liebe, wenn sie sich im Beisein des Geliebten geborgen, zu Hause oder beschützt fühlen. Oder sie empfinden es als Liebe, wenn sie den anderen als genauso wichtig oder gar wichtiger empfinden als sich selbst.
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Rund um die Uhr glücklich
Ich möchte dem nachfolgenden Glückstipp ein paar Worte vorweg schicken. Wie du vermutlich aus früheren Glückstipps weißt, sehe ich es nicht nur als meine Aufgabe an, das Problempotenzial meiner Seminarteilnehmer zu reduzieren. Ich möchte ihnen auch und vor allem dabei helfen, ihr Glückspotenzial zu steigern. Aus diesem Grund geht es in diesem Glückstipp um die Fähigkeit, sich rund um die Uhr in fast unverschämtem Maße glücklich zu fühlen. Theoretisch ist der Erwerb dieser emotionalen Fähigkeit überhaupt nicht schwierig. Tatsächlich würden mich für diese Aussage vermutlich jetzt einige meiner Leser am liebsten steinigen!
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Wie finde ich die große Liebe? Teil 1
Als ich so um 13 war und anfing, mir Stress damit zu machen, ob ich jemals eine Freundin finden würde, die mich wirklich zum Freund will, stellte mir meine Mutter eine Frage, die mein zukünftiges Leben grundlegend verändern sollte.
„Was glaubst du, Bodo, gibt es mehr Mädchen auf der Welt, die einen guten Geschmack haben oder mehr mit schlechtem Geschmack?“
Ich überlegte kurz und kam zu dem Schluss, dass es vermutlich mehr Mädchen mit schlechtem Geschmack gab. So sah es zumindest in meinem persönlichen Umfeld aus. Meine Mutter lächelte daraufhin und
meinte:
„Siehst du – da ist auch eine für dich dabei!“
Eigentlich sollte diese Aussage meiner Mutter nur ein Scherz gewesen sein, doch irgendwie spürte ich, dass in ihr sehr viel Wahrheit verborgen lag. Zwei Jahrzehnte später fand ich dann
tatsächlich eine wissenschaftliche Bestätigung für die Aussage meiner Mutter.
In einer großen Sozialstudie, die mit 400 Paaren durchgeführt wurde, ging es um die Frage, was einen Menschen für einen anderen attraktiv macht – und zwar nicht nur für ein paar Wochen sondern
für viele lange Jahre.
Die 400 Paare, die an dieser Studie teilnahmen, waren allesamt schon seit mehreren Jahren zusammen und gaben mit Überzeugung an, ihren Partner fürs Leben gefunden zu haben.
Die Sozialwissenschaftler wollten bei dieser Studie folgender Frage nachgehen: Hatten diese Leute einfach nur Glück, oder hatten sie zufällig oder wissentlich etwas richtig gemacht bei der
Partnerwahl?
Um das herauszufinden, schickte man die 400 Paare in ein Ehevermittlungsinstitut und ließ sie einzeln eines der üblichen Videos aufnehmen, in dem sich normalerweise Singles vorstellen. Als alle
Videos aufgenommen waren, bekamen die Teilnehmer der Studie den Auftrag, die Videos der anderen gegengeschlechtlichen Teilnehmer anzuschauen und deren Gesamtattraktivität in Bezug auf eine feste
Partnerschaft auf einer Punkteskala von 1 bis 10 zu bewerten – wobei 10 die höchste und 1 die niedrigste Punktzahl war.
Wohl gemerkt ging es bei dieser Bewertung nicht oberflächlich ums Aussehen, sondern um die Frage, wer sie am meisten interessieren würde, wenn sie auf der Suche nach einem Partner fürs Leben
wären.
Das Erste, was den Wissenschaftlern bei ihrer Auswertung der Ergebnisse auffiel, war, dass jeder der Teilnehmer etwa gleich viele ernsthafte Interessenten hatte. Damit hatte man nicht wirklich
gerechnet.
Als nächstes erkannten die Wissenschaftler, dass Personen, die von der Mehrzahl der Teilnehmer mit beispielsweise einer 7 eingestuft wurden, allen anderen Siebenern die höchste Punktzahl gaben.
Das heißt: Siebener waren für andere Siebener am attraktivsten, Fünfer für Fünfer und Dreier für Dreier usw.
Nach diesem für die Wissenschaftler überraschenden Ergebnis interviewten sie die Teilnehmer zu ihren Bewertungskriterien. Man wollte verstehen, wieso alle den Teilnehmern mit der gleichen
durchschnittlichen Bewertung eine 9 oder 10 gaben. Das konnte ja kein Zufall sein. Hier steckt ein System dahinter.
Nachdem diese Interviews ausgewertet wurden, offenbarte sich der Unterschied zu den Singles, die große Schwierigkeiten hatten, den richtigen Partner fürs Leben zu finden.
Die Teilnehmer an dieser Studie, die allesamt in einer langjährigen glücklichen Beziehung lebten, wählten ihren Partner nach völlig anderen Kriterien aus. Sie schauten darauf, mit wem sie am
besten harmonierten. Sie gaben den Teilnehmern die höchsten Punktzahlen, die ihnen in ihrem Charakter ähnlich waren. Weiterhin bewerteten sie gemeinsame Lebensziele und Interessen sehr hoch.
Gemeinsame Wertvorstellungen und Prinzipien waren ebenfalls wichtige. Ebenso wie gemeinsame Stärken und Fähigkeiten und die Übereinstimmung in Punkto Geschmack, was Musik, Kleidung oder
Wohnungseinrichtung betraf. Und sogar gemeinsame Probleme und Schwächen schienen die meisten von ihnen anzusprechen.
Offensichtlich verwirklichte sich hier sehr deutlich das Sprichwort: Gleich und Gleich gesellt sich gern.
Neben all diesen Gemeinsamkeiten spielten jedoch auch Ergänzungen eine wesentliche Rolle. Wo sich beispielsweise die Stärken und Schwächen gegenseitig ergänzten, zeigten beide Seiten ein großes
Interesse aneinander.
Zusätzlich zu den Gemeinsamkeiten und Ergänzungen schauten die Teilnehmer auf einige wichtige Anforderungskriterien, die ihnen in Bezug auf eine langjährige Partnerschaft wichtig erschienen. So
war den meisten Paaren zum Beispiel Treue, Vertrauen und Offenheit in einer Partnerschaft sehr wichtig. Der Anforderungskatalog an einen Partner war darüber hinaus jedoch verblüffend klein.
Ganz im Gegensatz zu den Singles, die bei ihrer Partnerwahl kein so glückliches Händchen hatten und meistens an den falschen gerieten. Hier zeigten sich gravierende Unterschiede zu den
glücklichen Paaren.
Zum einen schienen die Gemeinsamkeiten und Ergänzungen diesen Menschen nicht so wichtig zu sein, zum anderen hatten sie einen erheblich längeren Anforderungskatalog. So hielten es beispielsweise
viele für attraktiv, wenn ein Mensch einen akademischen Titel hatte, oder wenn er viel Geld verdiente. Auch war ihnen das Aussehen oder die Sportlichkeit über alle Maßen wichtig. Genauso wie der
Beruf oder der gesellschaftliche Status. Sie wollten jemand zum Vorzeigen haben. Diese Kriterien machen es einem schwer, den richtigen Partner fürs Leben zu finden.
Wenn du auf der Suche nach dem richtigen Partner fürs Leben bist, dann schau dir doch einfach einmal an, nach welchen Kriterien du deinen Partner auswählst. Sind es die Gemeinsamkeiten und
Ergänzungen gepaart mit einigen unumstößlichen Anforderungen, die für eine harmonierende Partnerschaft unumgänglich sind? Oder strebst du nach Werten, die in Wirklichkeit gar nicht wichtig wären
und triffst dadurch immer auf die falschen Partner?
Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, hat es sich bewährt, sich über dieses Thema mit ein paar Freunden auszutauschen und sich gegenseitig zu inspirieren. Ich wünsche dir viel Erfolg dabei und
natürlich die Liebe deines Lebens.
© Mit freundlicher Genehmigung
Ella Kensington AG / http://www.ella.org
Wie finde ich die große Liebe? Teil 2
Es gibt eine kleine aber wichtige Regel in der Kennenlernphase einer jeden Liebesbeziehung. Diese Regel nicht zu berücksichtigen, führt meistens zum vermeintlichen Ende der Beziehung, bevor sie überhaupt richtig angefangen hat.
Stell dir einmal vor, du begegnest einem Menschen, für den du dich auf Anhieb partnerschaftlich interessierst. Du willst diesen Menschen daraufhin kennen lernen und flirtest mit ihm. Nach fünf
Minuten hat dieser potenzielle Partner Feuer gefangen und erklärt dir allen Ernstes, dass er sich ein Leben ohne dich nicht mehr vorstellen kann. Ohne dich hat sein Leben keinen Sinn mehr. Er
fordert dich auf, ihn zu heiraten und zwar sofort!
Wie würdest du dich in diesem Moment fühlen? Ich vermute, du würdest tun, was (fast) alle Menschen in solch einer Situation tun und erst einmal einen Schritt zurückgehen. Es wäre dir zu schnell.
Du kennst diesen Menschen ja noch gar nicht richtig. Jetzt nach fünf Minuten zu entscheiden, dass er der richtige Partner fürs Leben ist, wäre dir sicherlich zu unsicher.
Dieser Mensch hätte besagte Kennenlernregel gebrochen. Er hätte dir nicht die Möglichkeit gegeben, dass du dich in ihn verlieben kannst, denn dies erfordert einen einfachen aber sehr wichtigen
Prozess.
Die menschliche Natur hat den Prozess des Verliebens dafür eingerichtet, dass Menschen eine starke Bindung miteinander entwickeln können. Verliebt zu sein, bedeutet nicht das gleiche wie zu
Lieben. Beim Verliebtsein geht es erst einmal um den unbändigen Wunsch, mit dem Partner dauerhaft zusammen sein zu wollen. Je unbändiger dieser Wunsch ist, desto stärker ist man verliebt. Man
könnte das Verliebtsein also auch mit dem Wort „Habenwollen“ bezeichnen.
Sobald dieses Habenwollen erfüllt ist, geht das Verliebtsein zur Liebe über. Das Habenwollen endet also damit, dass man hat, was man wollte - was logisch ist. Sobald man sich der Zuneigung seines
Partners sicher ist, denkt man nicht mehr darüber nach, ob man den Partner für sich gewinnen kann. Man hat ja bereits erreicht, was man erreichen wollte.
Damit eine starke Partnerbindung zu Stande kommt, ist es unerlässlich, dass beide Seiten ihr Habenwollen stark entwickeln können. Und dazu ist es notwendig, dass man sich der Zuneigung des
anderen nicht gleich zu Beginn zu sicher sein darf, denn damit hätte man ja bereits erreicht, was man wollte.
Ein starkes Gefühl von Habenwollen entsteht dadurch, dass man wiederholt daran denkt, dass man den anderen gerne als Partner haben will und sich dies sehnlich erwünscht. Je häufiger diese
Sehnsucht brennt, desto stärker wird das Habenwollen. Sehnsucht kann jedoch wie gesagt nicht entstehen, wenn man sich seiner Sache zu sicher ist. Sie lebt von der Hoffnung und diese von der
Ungewissheit. Ungewissheit ist nicht unbedingt ein schönes Gefühl (ganz im Gegenteil!), aber in der Verliebtheitsphase ist dieses Gefühl immens wichtig. Einige Monate später bezeichnet man die
Nerven zerreißenden Wochen der Ungewissheit, in der man extrem starken Gefühlsschwankungen unterlegen war, als die schönste Zeit seines Lebens.
Nun möchte ich dir nicht den Tipp geben, mit anderen Menschen zu spielen, um ein starkes Habenwollen in ihm zu erzeugen. Das tun zwar viele Menschen, weil sie diese Regel intuitiv erkannt haben,
aber diese Spielchen führen zu großen Problemen. Menschen, die solche Spielchen machen, verhindern damit ihr eigenes Habenwollen, ohne das sie kein wirkliches dauerhaftes Interesse an einem
Partner entwickeln können. Das einzige, was man mit solchen Spielchen im positiven erreichen kann, ist eine kleine Bestätigung, dass man für potenzielle Partner immer noch attraktiv ist. Diese
Bestätigung erkauft man sich jedoch mit dem großen Leid seines Spielpartners. Ich möchte also dringend davon abraten.
Mein Tipp: Nimm dir Zeit, den Menschen, für den du dich partnerschaftlich interessierst, erst einmal freundschaftlich kennen zu lernen. Bewerte ihn nicht gleich mit dem Maßstab
„Partner fürs Leben“ sondern miss ihn mit dem Maßstab „Freund“. Für Freunde sind deine Anforderungen ganz sicher nicht so hoch wie für den Partner fürs Leben. Wenn es passt, wird er automatisch
aus der Kategorie „Freundschaft“ in die Kategorie „Potenzieller Partner“ aufsteigen.
Diese Vorgehensweise hat folgende Vorteile:
-
Du gibst deinem eigenen Habenwollen eine Chance.
-
Du gibst deinem potenziellen Partner die Möglichkeit, sein Habenwollen zu entwickeln.
Zu 1. Würdest du direkt mit dem Maßstab „Partner fürs Leben“ messen, würde jede kleine Abweichung von diesem Maßstab bereits unnötige Zweifel in dir selbst auslösen und dich verunsichern. Dein
Habenwollen würde dabei gestört. Du wärst immer hin und her gerissen.
Zu 2. Dadurch, dass du ihn nicht gleich als potenziellen Partner betrachtest, kann dein Gegenüber nicht sicher sein, dass du ihn als Partner willst. Er kann also ebenfalls sein Habenwollen
entwickeln.
Sollte dein Auserwählter seinerseits ein zu forsches Tempo vorlegen, damit du dein Habenwollen entwickeln kannst, dann rede mit ihm darüber, dass du ihn erst einmal freundschaftlich kennen lernen
möchtest. Wenn beide sich darauf einlassen, entwickelt sich auf eine schöne und harmonische Weise entweder eine Freundschaft oder eine tolle Partnerbeziehung.
Sollte er/sie sich nicht darauf einlassen, erst einmal freundschaftlich zu beginnen, dann mach dir Folgendes bewusst, was dir helfen kann, dir nicht zu schnell sicher zu sein und damit dein
Habenwollen doch noch entwickeln zu können.
Viele Menschen versuchen erst einmal, andere Menschen für sich zu gewinnen bevor sie überlegen, ob sie selbst den anderen überhaupt wollen. Sie verhalten sich so, als hätten sie ihre Entscheidung
bereits getroffen. Das tun sie jedoch nur, um von ihrem Auserwählten das Okay zu kriegen. Haben sie dieses Ziel erreicht, fangen sie an zu überlegen, ob sie den anderen überhaupt wirklich wollen.
Diese Reihenfolge ist sehr gebräuchlich aber völlig unsinnig und verhindert sehr häufig eine echte Liebesbeziehung.
Warum viele Menschen das tun, werde ich in meinem Glückstipp nächste Woche beschreiben. An dieser Stelle soll diese Information lediglich dazu dienen, dass du auch dann dein Habenwollen
entwickeln kannst, wenn dir dein potenzieller Partner scheinbar bereits völlig verfallen ist. So sicher ist das noch lange nicht!
Möglicherweise macht dir dieser Gedanke Stress, den du gerne vermeiden möchtest. Aber er macht nicht so viel Stress, wie die Probleme, die entstehen, wenn du dein Habenwollen nicht entwickeln
kannst, weil du dich von deinem Verehrer zum Beispiel bedrängt fühlst oder ständig hin und her gerissen bist.
© Mit freundlicher Genehmigung
Ella Kensington AG / http://www.ella.org
Wie finde ich die große Liebe? Teil 3
Die Kennenlernregel, von der ich in meinem letzten Glückstipp berichtete, wird von sehr vielen Menschen aus den verschiedensten Gründen verletzt. Ich selbst gehörte früher auch zu diesen Kandidaten. Und dafür gab es einen ganz einfachen Grund. Ich wollte erst einmal sicherstellen, dass meine potenzielle Partnerin mich mag, bevor ich überlegen wollte, ob sie für mich die Richtige ist. Ich wollte damit vermeiden, Gefühle zu investieren und dann abgelehnt zu werden. Das hatte ich oft genug erlebt und es tat weh. Wenn mich eine Frau abwies, für die ich noch nicht so starke Gefühle hegte, war das alles halb so schlimm. Es war nicht schön, aber es war auszuhalten.
Ich tat also erst einmal alles, um ihr zu gefallen. Dazu fand ich sehr schnell heraus, was sie gut fand und zeigte mich ganz von dieser Seite. Erst wenn sicher gestellt war, dass sie mich als
Partner begehrte, fing ich an, ernsthaft darüber nachzudenken, ob sie für mich überhaupt die Richtige war. Bis dahin hatte ich schon das Gefühl, dass ich mich in sie verliebt hätte, doch das war
nur ein vorgetäuschtes Gefühl, das ich mir unbewusst machte, um ihr authentisch mein Interesse zeigen zu können. Das Gefühl war ganz schnell weg, als ich erreicht hatte, was ich wollte.
Das Gefühl war also weg und der Stress begann. Wieso waren meine Gefühle plötzlich weg? Ich verstand das damals nicht und zermarterte mir das Hirn. Und wie sollte ich mich jetzt verhalten? Ich
versuchte, Abstand zu bekommen um nachzudenken und zog mich erst einmal so gut es ging zurück. Doch mein Rückzug ermöglichte mir keinen Abstand. Im Gegenteil! Er verursachte bei ihr nur noch
größeres Interesse. Ihr Habenwollen wurde auf diese Art und Weise von mir unbeabsichtigt gesteigert, wie ich das in meinem letzten Glückstipp beschrieben habe. Sie fing an darunter zu leiden, was
mir natürlich nicht verborgen blieb. Es tat mir unsagbar leid, aber ich konnte sie doch nicht einfach lieben, weil sie unter meiner Ungewissheit litt. Das wäre eine Lüge gewesen.
Dieser Konflikt belastete meine Gefühle so sehr, dass ich es mir unmöglich wurde, tatsächlich nachzufühlen, ob sie zu mir als Lebenspartnerin passte oder nicht. Ich fühle einfach nur noch meinen
Konflikt, wenn ich an sie dachte. Das gab mir unweigerlich das Gefühl, dass sie nicht die Richtige sein konnte. Ich beendete also die Beziehung, die noch gar nicht richtig angefangen hatte.
Monate später erkannte ich dann erst, dass ich tatsächlich starke Gefühle für sie gehabt hatte. Doch die konnte ich nicht fühlen als es wichtig gewesen wäre, weil mein innerer Konflikt meine
guten Gefühle einfach nieder streckte.
Die Verletzung dieser wichtigen Kennenlernregel bringt also sehr große Probleme mit sich. Die Gründe, warum Menschen diese Regel missachten, können vielschichtig sein. (Leider kann ich sie hier
in diesem Rahmen nicht alle ausführen.) Manchmal ist es das Motiv der Selbstbestätigung und manchmal das unsinnige Motiv für jeden Menschen auf dieser Welt als Partner attraktiv sein zu
wollen, um sicher zu sein, dass man wirklich gemocht wird. Meistens steckt jedoch das Motiv dahinter, emotionale Verletzungen vermeiden zu wollen, so wie es bei mir war.
Wenn du für dieses Motiv Resonanz in dir spürst, dann mach dir bewusst, dass es dafür bessere Möglichkeiten gibt, als die Kennenlernregel zu missachten.
Die so genannte emotionale Verletzung ist im Falle einer Abweisung eines geliebten Menschen nichts anderes, als eine schlichte Fehlinformation an den Herdentrieb (Ein menschlicher Instinkt).
Um eine starke emotionale Bindung an den Partner zu erreichen, richten wir in der Verliebtheitsphase unseren Fokus instinktiv so stark auf diesen potenziellen Partner aus, dass wir nur noch
diesen einen Menschen als möglichen Partner in Betracht ziehen. Wir können uns dann nicht mehr vorstellen, dass wir jemals wieder einen anderen Menschen lieben können.
Natürlich stimmt das nicht! Wie oft warst du in deinem Leben bisher verliebt? Ich vermute doch sehr stark, dass es mehr als einmal war, oder?!
Du kannst dich also wieder verlieben. Es gibt nicht nur diesen einen Partner auf der Welt. Das wäre auch eine mächtig große Verschwendung, wenn man daran denkt, dass es über sechs Milliarden
Menschen auf der Welt gibt.
Der menschliche Herdentrieb reagiert auf unsere inneren Vorstellungen. Du zeigst ihm sozusagen innere Bilder, die er dann als Wahrheit ansieht. Zeigst du ihm mit einem Bild, dass es nur einen
einzigen Partner gibt, der für dich in Frage kommt, hat er Stress ohne Ende. Was ist, wenn dieser Partner dich nicht will?! Was ist, wenn er dich dann wieder irgendwann verlässt? Dann bist du
einsam! Und Einsamkeit bedeutet für deinen Instinkt das Schlimmste, was man auf diesem Globus erleben kann.
Mein Glückstipp: Sollte es einmal Stress in der Verliebtheitsphase geben, dann macht dir bewusst, dass es viele Menschen auf der Welt gibt, mit denen du eine Partnerschaft leben könntest. Mach
dir bewusst, dass dies die Wahrheit ist, auch wenn du das momentan nicht fühlen kannst. Darum geht es ja gerade, und es kann ein Weilchen dauern, bis die Wahrheit wieder ins Gefühl kommt. Aber
sie kommt!
Für diesen Trick ist es nicht wichtig, dass du daran denkst, dass es viele Partner gibt, mit denen du glücklich sein kannst. Das interessiert deinen Herdentrieb kaum. Er will einfach nur
erreichen, dass du nicht alleine bist. Es genügt also, dass es viele potenzielle Partner auf der Welt geben würde.
Mach dir dazu ebenfalls bewusst, dass du Freunde hast. Zeige deinem Instinkt, dass du nicht alleine bist und vor allem, dass du auf keinen Fall alleine sein wirst, sollte dein potenzielles
Schatzi dich doch nicht wollen.
Stell dir dazu bildhaft alle deine Freunde und Bekannten vor und auch ein paar unkonkrete potenzielle Partner. Dein Schatzi darf auf diesem Bild natürlich auch mit drauf sein.
Auf diese Art und Weise erkennt dein Instinkt, dass du auf keinen Fall alleine sein wirst, wenn dein neuer potenzieller Partner dich nicht will. Das wäre dann zwar immer noch nicht schön, aber es
wäre keine lebensbedrohliche Katastrophe mehr, wie dein Instinkt das zuvor beurteilt hat.
Wenn es in deiner Verliebtheitsphase diesen Stress nicht gibt, dann lass alles beim alten. Wie gesagt richten wir unseren Fokus instinktiv gezielt darauf aus, dass es nur diesen einen Partner
gibt, um unsere Partnerbindung zu verstärken. Wann immer diese Verstärkung glückliche Gefühle macht, solltest du es dabei belassen. Kommt jedoch längerfristig Stress auf, dann benutze den eben
beschrieben Glückstipp.
© Mit freundlicher Genehmigung
Ella Kensington AG / http://www.ella.org
Wie finde ich die große Liebe? Teil 4
Willst du wissen, wie du deine Chancen, die Liebe deines Lebens zu finden, um ein Vielfaches erhöhen kannst? Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten den Partner fürs Leben zu finden:
-
Du suchst selbst aktiv nach einem Partner.
-
Du lässt dich finden!
Vielleicht kennst du das Phänomen, dass man immer dann „gefunden“ wird, wenn man selbst eigentlich gar nicht auf der Suche nach einem Partner ist. In meinem Leben war das zumindest immer so. Und je weniger ich gesucht habe, desto mehr wurde ich gefunden. Manchmal spielt das Leben scheinbar komische Spielchen.
Doch diese Spielchen sind gar nicht so komisch, wenn man sich die Angelegenheit genauer anschaut. Es gibt einen einfachen und nachvollziehbaren Grund, warum man immer dann gefunden wird, wenn man
selbst aktiv gar nicht sucht. Man wird gefunden, weil man sich nicht anstrengt, irgendetwas darzustellen, was man glaubt für andere darstellen zu müssen, damit man für sie attraktiv ist.
Wie ich in meinem ersten Glückstipp zu dieser Serie beschrieben habe, kommt es bei der Partnerwahl nur scheinbar darauf an, dass man bestimmten Kriterien genügt, die man im Laufe seines Lebens
als wichtig angenommen hat. Letztendlich entscheidet das Herz und nicht der Verstand, der all diese Kriterien gelernt hat. Und das Herz entscheidet nach seinen eigenen Kriterien, wie du gelesen
hast.
Es kommt eben auf die Gemeinsamkeiten und Ergänzungen bzgl. Charaktereigenschaften, Lebenszielen, Werten usw. an. Auch macht ein ähnliches attraktives Äußeres viel aus. Fünfer suchen eben Fünfer
und keine Zehner, wie du in meinem ersten Glückstipp auch erfahren hast.
Was aber tut ein Fünfer auf Partnersuche für gewöhnlich? Er versucht, sich als Zehner darzustellen. Und je besser ihm das gelingt, desto weniger wird er von der wahren großen Liebe erkannt.
Die wahre große Liebe wäre nämlich ebenfalls eine Fünferin, und diese Fünferin würde einen Fünfer suchen und keinen vorgetäuschte Zehner.
Wohingegen der wirkliche Zehner nicht auf der Suche nach einem vorgetäuschten Zehner ist, der in Wirklichkeit jedoch ein Fünfer ist. :-))
Im Klartext bedeutet dies, dass man nur sehr schwer gefunden werden kann, wenn man sich so gründlich tarnt und versteckt.
Der wahre Grund, warum man immer dann am leichtesten gefunden wird, wenn man selbst gar nicht sucht, liegt also darin, dass man sich dann eben als das zeigt, was man ist. Ganz egal ob man Fünfer
oder Zehner ist. Man ist, was man ist und als das, was man wirklich ist, ist man für den Richtigen ein Zehner! Und jetzt ist genug mit dem Verwirrspiel! :-)
Als ich vor nunmehr fünfeinhalb Jahren Romina, die Liebe meines Lebens, kennen lernte, hatte ich von alle dem noch keine Ahnung. Zum Glück war sie so jung, dass ich sie überhaupt nicht als
potenzielle Partnerin wahrnahm. Ich schreibe deshalb zum Glück, weil ich es sonst vermutlich damals vermasselt hätte.
Meine früheren Partnerinnen waren immer in meinem Alter oder älter. Und das war auch die Altersklasse, die für mich bis dahin als Partnerinnen in Frage kam. Mit Frauen, die jünger waren als ich,
konnte ich damals nichts anfangen. Und Romina war 21 Jahre jünger als ich. Das ging ja schon mal gar nicht und war völlig ausgeschlossen! Außerdem wohnte sie 1600 km weit entfernt von mir.
Romina sah das genauso wie ich. Sie wollte einen Partner, der maximal fünf Jahre älter war als sie, aber auf keinen Fall 21!
Aufgrund dieser „Klarheit“ lernen wir uns ohne Versteckspiel kennen. Keiner von uns beiden strengte sich an, einen besonderen Eindruck auf den anderen zu machen. Es hatte ja eh keinen Sinn. Und
so wurden wir Freunde. Nach ein paar Tagen waren wir dann schon beste Freunde. Und das hatte einen wichtigen Grund. Wir kannten beide keinen anderen Menschen, der mit uns mehr gemeinsam hatte als
wir miteinander. Das erkannten wir schon nach einigen Tagen.
Ich muss dazu sagen, dass wir uns im Ella-Camp kennen gelernt haben. Dort lernt man sich in zwei Wochen so gut kennen wie im normalen Leben in zwei Jahren.
Am Ende des Camps erzählten wir dann all unseren Freunden, was alle Verliebten ihren Freunden erzählen: „Wir sind doch nicht verliebt. So ein Unsinn!“
Allen Beteuerungen zum Trotz, die wir uns auch gegenseitig gaben, waren wir nach vier Wochen ein Paar. Wir kamen nicht drum herum. Alles passte so perfekt, dass unser Herz die Stimme unseres
Verstandes einfach verstummen ließ. Und mein Verstand schrie so laut er konnte!
Mein Glückstipp lautet also:
Streng dich nicht mehr an, einen besonderen Eindruck zu machen! Verhalte dich so, wie du dich deinen besten Freunden gegenüber verhältst! Auf diese Art und Weise kannst du selbst aktiv suchen und
dich gleichzeitig auch finden lassen. Du musst dich also nicht für eine der beiden Möglichkeiten entscheiden.
Du wirst vermutlich merken, dass dies gar nicht so einfach ist. Viel zu stark ist das Programm, dass jeder ein Zehner sein sollte und nur die Zehner eine Chance haben, einen tollen Partner zu
finden. Das wird uns von der Gesellschaft und den Medien immer wieder eingetrichtert. Doch glücklicherweise stimmt das nicht.
Mach dieses Wissen zur Grundlage deiner Gefühle. Mach dir dazu immer wieder bewusst, dass du für die große Liebe dann am attraktivsten bist, wenn du dich überhaupt nicht anstrengst, irgendwie
toll zu sein.
Eine der besten Umsetzungsmöglichkeiten ist der Austausch mit Freunden über dieses Thema. Im Gespräch rutscht das gewünschte Wissen meistens ganz von alleine ins Gefühl. Gelegentlich sind dazu
zwar mehrere Gespräche notwendig, aber für dieses Ziel lohnt es sich sicherlich, mehrere Gespräche zu führen. Außerdem interessiert dies jeden Single auf Partnersuche. Das Weiterleiten dieses
Glückstipps kann also wieder einmal von Nutzen sein.
© Mit freundlicher Genehmigung
Ella Kensington AG / http://www.ella.org
Wie finde ich die große Liebe? Teil 5
Bist du schon einmal einem Menschen begegnet, den du auf den ersten Blick total klasse fandst? Du konntest deinen Blick gar nicht mehr von ihm abwenden, so toll war er. Dein Herz schlug wie verrückt und alles in dir schien zu schreien: „Das ist er! Der und kein anderer!!!“
Und dann hast du dich umgedreht und bist weggelaufen, so schnell du konntest! Oder du bist hingegangen, hast ihn angesprochen und nur Müll geredet?!
Kennst du das Gefühl, wenn einem vor Angst das Herz in die Hose rutscht? Er könnte dich ja auch abweisen oder sogar schlimmer noch – er könnte dich auslachen. Kennst du diese Gedanken? Ich schon!
Diese und ähnliche Ängste durchjagen unseren Geist gelegentlich, wenn wir in solchen Situationen stecken. Erwachsene Männer und Frauen fangen plötzlich an, sich zu verhalten wie Schulkinder an
ihrem ersten Schultag.
Was für die Zuschauer lustig und niedlich sein mag, ist für die Betroffenen eine der größten Herausforderungen, denen man auf diesem Planeten begegnen kann. Bungeejumping ist nichts dagegen!
In diesem Glückstipp geht es um die Frage: „Wie schaffe ich es, die große Liebe anzusprechen und dabei nicht nur Müll zu reden?“
In einer namhaften wissenschaftlichen Sozialstudie (Namen habe ich vergessen! :-)), wurde eine Gruppe von Probanden dazu aufgefordert, sich gegenseitig vorzustellen und sich die Hand zu schütteln. Diese Prozedur sollte nicht länger als 3 bis 5 Sekunden dauern.
Danach drückte man allen einen Fragebogen in die Hand, auf dem alle möglichen Details zur Persönlichkeit der anderen Probanden abgefragt wurden, die sie nach 3 Sekunden eigentlich noch gar nicht
wissen konnten. Sie sollten hier einfach ihre Einschätzung eintragen und raten.
Danach verbrachten die Probanden auf engstem Raum 3 volle Monate miteinander, in denen sie sich intensiv kennen lernten. Am Ende dieser 3 Monate bekamen sie den gleichen Fragebogen noch einmal
(natürlich einen Neuen ohne die Ergebnisse des letzten Mals). Sie sollten also wieder ihre Einschätzung zur Persönlichkeit der anderen Probanden angeben. Danach wurden die Ergebnisse des ersten
Bogens mit dem des zweiten verglichen.
Bei dieser Studie ging es um das Phänomen, dass man andere Menschen innerhalb von wenigen Sekunden automatisch und intuitiv einschätzt. Man wollte herausfinden, wie gut diese intuitive
Einschätzung nach wenigen Sekunden tatsächlich ist.
Das Ergebnis war mehr als erstaunlich. 95 Prozent der Aussagen auf beiden Bögen stimmten nach drei Monaten intensiven Kennernlernens überein. Das bedeutet 19 von 20 Aussagen waren identisch.
Echte Herzenssympathie entsteht durch das Erkennen von Gemeinsamkeiten und Ergänzungen. Wenn alle Menschen innerhalb von wenigen Sekunden diese Gemeinsamkeiten in 95 Prozent aller Fälle richtig
wahrnehmen, dann bedeutet dies unweigerlich, dass Sympathie in 95 Prozent aller Fälle auf Gegenseitigkeit beruht.
Wenn dir beim Anblick deiner großen Liebe das Blech weg fliegt, und deine Gefühle nicht auf verstandesmäßig gelernte Kriterien beruhen, sondern auf den wirklichen Herzenskriterien, bedeutet dies
automatisch, dass in 19 von 20 Fällen deine große Liebe ähnliche Gefühle zu dir empfindet, wenn du sie ansprichst.
Es kann natürlich sein, dass sie sich dann umdreht und wegläuft oder nur Müll redet, wie du früher auch, aber das kannst du ihr sicherlich verzeihen, oder?! :-))
Mit diesem Gedanken kannst du schon einmal deinen Mut stärken, deine große Liebe nicht einfach wieder weggehen zu lassen, sondern auf sie zuzugehen.
Diese Erkenntnis alleine wird jedoch noch nicht ausreichend sein, wenn du deine Gefühle auf ein vernünftiges Maß bringen willst. Dazu solltest du deinen Instinkt noch stärker beruhigen.
Dein Herdentrieb hat keine eigenen Augen und Ohren. Er ist davon abhängig, wie du deine Realität beurteilst. Du zeigst ihm ein inneres Bild der Welt, von dem dein Instinkt deine Gefühle abhängig macht (Die Instinkte machen die Gefühle). Ich habe dieses Thema bereits im dritten Glückstipp dieser Serie beschrieben.
Wenn du deinem Instinkt sagst: „Der oder keiner!“, dann wird dein Instinkt dies sehr wörtlich nehmen. Für ihn gibt es dann nur noch diesen einen Menschen, der als Partner überhaupt in Frage
kommt. Und das gilt für deinen Instinkt für alle Zeit.
Um zu verstehen, was dein Instinkt daraufhin für Gefühle macht, solltest du die Welt verstehen, in der dein Instinkt immer noch lebt. Die menschlichen Instinkte stehen immer noch auf dem gleichen
Stand wie vor 10.000 Jahren. Instinkte sind Programme, die in sehr alten Gehirnarealen beheimatet sind. Diese Areale haben sich so gut wie nicht verändert. Die Evolution des Menschen hat diese
Bereiche gelassen wie sie waren. Anstatt sie zu verändern, haben wir unser Großhirn weiter entwickelt, mit dem wir in der Lage sind, unsere Instinkte zu steuern – zumindest dann, wenn wir unsere
Instinkte wenigstens annähernd verstehen.
Unser Instinkt kann sich die Welt von heute nicht gut vorstellen. Die Menschenrudel, in denen wir damals lebten, hatten eine Maximalgröße von 150 Personen. Weit und breit drum herum gab es keine
anderen Menschen.
Wenn wir also innerhalb dieser Gruppe von 150 Menschen (75 Männer und 75 Frauen unterschiedlichsten Alters) einen Partner fanden, der einigermaßen gut zu uns passte, dann war dies etwas ganz
Besonderes.
Stell dir einmal vor, du kommst in eine Welt, in der es nur diese 150 Menschen gibt. Jetzt begegnest du der Liebe deines Lebens in dieser Gruppe. Springst du sie jetzt direkt an und riskierst
abgelehnt zu werden, weil du sie überrumpelt hast, oder lässt du dir ein wenig Zeit, um den geeigneten Ort und die beste Situation abzuwarten?
Dein Instinkt rät dir auf jeden Fall, dass du den besten Zeitpunkt abwarten sollst, um deine Chancen zu maximieren. In der Welt, in der dein Instinkt lebt, begegnest du der Liebe deines Lebens ja
auch jeden Tag. Sie gehört zu deinem Rudel und lebt am gleichen Ort. Hier kannst du es also ganz gemütlich angehen lassen.
Dumm ist nur, wenn dir im wirklichen Leben deine große Liebe in der Fußgängerzone begegnet und du ziemlich sicher sein kannst, dass du sie nie wieder sehen wirst, wenn du sie jetzt gehen lässt. Wenn du hier deinem Instinkt die Führung überlässt, war es das.
Nun können wir unsere Instinkte nicht einfach ausschalten. Wir können sie jedoch bewusst führen – und zwar mit den Einschätzungen der Welt, die wir ihnen geben. Sagst du deinem Instinkt: „Das ist
mit Sicherheit der einzige Partner, der für mich in Frage kommt“, wird dein Instinkt mit entsprechender Panik reagieren. Für ihn gibt es keine Zukunft, in der es auch noch mal einen anderen
Partner geben könnte. Der oder keiner – für alle Zeit!
Sagst du deinem Instinkt jedoch: „Das ist ein ganz besonders interessanter Mensch. Es gibt viele potenzielle Partner auf diesem Globus für mich, aber diesen Menschen sollte ich auf jeden Fall in
die engere Wahl nehmen! Ich sollte ihn kennen lernen, um herauszufinden, ob wir wirklich so gut zusammen passen würden.“
Versuch es! Du wirst feststellen, dass du mit weit gelasseneren und schöneren Gefühlen belohnt wirst. Diese Gefühle geben dir dann auch die Möglichkeit, deine eventuell große Liebe mit netten
Worten anzusprechen.
Ich wünsche dir viel Glück dabei. Und wenn du dir dabei trotzdem noch ein kleines bisschen in die Hose machst, dann ist das sicherlich erlaubt! Außerdem ist diese Angst etwas ganz Tolles, was man
jedoch erst erkennt, wenn man nach Jahren auf diesen tollen Moment zurück schaut.
© Mit freundlicher Genehmigung
Ella Kensington AG / http://www.ella.org
Zuneigung oder Anerkennung
Sicherlich haben Sie schon einmal gesehen, dass jemand seinen Hund gelobt hat, weil dieser etwas richtig gemacht hat? Natürlich hat dieser Hund sein Herrchen intellektuell nicht verstehen können, aber er hat seine Zuneigung in diesem Moment emotional verstanden und sich darüber gefreut.
Vermutlich haben Sie auch schon einmal mitbekommen, dass jemand seinen Hund getadelt hat für etwas, das er zukünftig lassen sollte. Auch diesen Tadel wird der Hund nicht intellektuell verstanden
haben, aber er fühlte die Ablehnung seines Herrchens und fühlte sich dementsprechend.
Auf diese Art und Weise erzieht man Hunde – mit Zuneigung und Ablehnung. Bekommt der Hund Zuneigung, freut er sich. Lehnen Sie ihn ab, fühlt er sich sehr elend.
Haben Sie diese beiden Maßnahmen schon einmal bei einer Katze versucht? Wie verhält sich eine Katze, wenn sie abgelehnt wird? Richtig, sie schnurrt Ihnen weiter um die Beine und tut so, als ob
weiter nichts wäre. Genauso wenig interessiert sie sich für Ihr Lob. Die gemeine Hauskatze zeigt auf Ablehnung und Zuneigung keine nennenswerte Resonanz. Der Grund: Sie ist kein Rudeltier – ganz
im Gegensatz zum Menschen.
Uns Menschen ist es in die Gene gelegt, dass wir uns gut fühlen, wenn wir Zuneigung bekommen. Im Gegenzug fühlen wir uns wie alle Rudeltiere schlecht, wenn wir abgelehnt werden. Diese beiden
Reaktionen auf Zuneigung und Ablehnung müssen wir nicht erst lernen. Wir werden bereits damit geboren. Und wir benutzen diese beiden Erziehungsmaßnahmen wie alle Rudeltiere ganz automatisch im
Umgang mit unseren Kindern. Wir lehnen unsere Kinder ab, wenn sie etwas falsch machen. Hingegen belohnen wir sie mit Zuneigung, wenn sie etwas in unserem Sinne Richtiges tun. Dabei ist es völlig
unerheblich, ob unser Kind schon 42 Jahre alt ist und in Wirklichkeit Ehemann oder Schatzi heißt. Auch machen wir keinen Unterschied, ob unser Schatzi in Wirklichkeit unser Computer oder unser
Auto ist, das nicht richtig funktioniert. Wir lehnen einfach alles und jeden ab, der nicht so funktioniert, wie wir das wollen. Ob es das Wetter ist, die Politik, der Duschkopf, der wieder mal
nur kaltes Wasser liefert, oder unsere Figur. Wir lehnen sogar unsere schlechten Gefühle ab, damit sie weggehen. Und nicht zuletzt lehnen wir sogar uns selbst ab – als könnten wir wirklich sagen:
„Mit mir will ich nichts mehr zu tun haben. Verschwinde!“
Hier unterscheiden wir uns von allen anderen Rudeltieren. Doch es gibt noch einen weiteren Unterschied: Wir Menschen können über uns selbst und unser Leben nachdenken. Manchmal ist unsere
Intelligenz ein Segen und manchmal ein Fluch. Und manchmal können wir einen Fluch mit Hilfe unserer Intelligenz in einen Segen umwandeln! Und genau darum geht es in diesem Beitrag.
Aufgrund unserer instinktiv angeborenen Erziehungsmaßnahmen machen wir in unserem Verhalten für gewöhnlich keinen Unterschied zwischen Zuneigung und Anerkennung sowie zwischen Ablehnung und
Tadel. Diese fehlende Differenzierung führte in unserer Kindheit zu einer schier unendlichen Kettenreaktion, die darüber entschied, ob wir später glückliche oder unglückliche Menschen wurden.
Gehen Sie als Gedankenspiel einmal in Ihre frühe Kindheit zurück. Damals als kleines Kind konnten Sie den Unterschied zwischen Zuneigung und Anerkennung noch nicht so erfassen, wie Sie das heute
verstehen können. Heute wissen sie, dass sie Anerkennung bekommen, wenn sie etwas geleistet haben. Zuneigung hingegen bekommen Sie einfach dafür, dass Sie so sind, wie sie sind. Aufgrund der
modernen Glücksforschung wissen wir, dass Zuneigung durch das Erkennen von Gemeinsamkeiten und Ergänzungen entsteht. Erinnern Sie sich daran, wie Sie das letzte Mal mit jemandem, der Ihre große
Liebe werden sollte, im Restaurant saßen, um sich kennen zu lernen? Worüber haben Sie gesprochen? Ich kann es Ihnen sagen – über all die vielen großen und kleinen Interessen im Leben, die Sie
gemeinsam hatten. Über alle Charaktereigenschaften, die gut miteinander harmonierten oder die Sie sogar gemeinsam hatten. Möglicherweise haben Sie sich sogar über gemeinsame Lebensziele oder
Wertvorstellungen unterhalten. Und jedes Mal, wenn Sie eine Gemeinsamkeit fanden, fühlten Sie sich gut. Sie stellten bei all diesen Gemeinsamkeiten fest, dass Sie gut zusammenpassten, und waren
sich auf Anhieb sympathisch. Aus dieser Sympathie entstand mit der Zeit tiefere Zuneigung und möglicherweise sogar Liebe. Das ist der natürliche Vorgang, über den wirkliche Zuneigung oder Liebe
entsteht. Die Leistungen Ihres Gegenübers waren nur oberflächlich wichtig und reichten sicherlich nicht aus, um eine glückliche Beziehung zu führen.
Bei einer Mutter, die ihr Kind zu Welt bringt, gibt es natürlich noch andere Gründe, aus denen heraus Zuneigung in Form von Liebe entsteht. Doch auch bei diesen Gründen spielt die Leistung des
Kindes absolut keine Rolle. Es erhält die Zuneigung völlig unabhängig von Leistung einfach dafür, dass es so ist, wie es ist.
Wenn Eltern ihrem neugeborenen Kind diese Zuneigung entgegen bringen, ist dies für das Kind über alle Maßen beglückend. Doch leider stellen kleine Kinder auch mal etwas an, was sie selbst und
andere gefährdet. Verantwortungsbewusste Eltern müssen also eingreifen und das Kind erziehen. Die Maßnahmen, die ihnen dazu zur Verfügung stehen, bestehen im ersten Lebensjahr in den instinktiv
angeborenen Erziehungsmaßnahmen, auf die das Kind auch von Geburt an Resonanz hat.
Eltern lehnen also ihr Kind scheinbar ab, um es zu tadeln und damit dazu zu bringen, etwas Schlimmes, wie zum Beispiel auf die heiße Herdplatte fassen zu wollen, nicht mehr zu tun. Eine andere
Möglichkeit haben Eltern in dem ersten Lebensjahr eines Kindes noch nicht. Sie können dem Kind noch nicht intellektuell erklären, was passiert, wenn es auf die Herdplatte fasst. Daher bleibt
ihnen nur noch die Ablehnung als Maßnahme.
In Wirklichkeit lehnen sie ihr Kind natürlich nicht ab. Wirkliche Ablehnung würde bedeuten, dass sie von ihrem Kind für alle Zeit nichts mehr wissen wollen. Das ist ja sicherlich nicht der Fall,
wenn sie ihr Kind vor einer Verletzung schützen wollen. Es ist also eine Art manipulativer Ablehnung, die einem guten Zweck dient.
Hingegen bringen Eltern ihren Kindern Zuneigung entgegen, wenn diese etwas Gutes getan haben. Auch hier würde ein Kind eine intellektuelle Anerkennung für seine Leistungen noch nicht verstehen.
Es liegt auf der Hand, dass ein Kind in diesem Alter noch nicht zwischen Zuneigung und Anerkennung sowie zwischen Ablehnung und Tadel unterscheiden kann. Es erlebt ja ständig, dass es Zuneigung
bekommt, weil es in den Augen seiner Eltern Leistung erbracht hat. Auch erlebt es, dass es abgelehnt wird, wenn es etwas Schlechtes macht oder irgendetwas nicht auf die Reihe bekommt.
Werden diese Erfahrungen im weiteren Verlauf der Kindheit nicht richtiggestellt, wird dieses Kind sein gesamtes Leben auf diesen falschen Schlussfolgerungen aufbauen. Es wird fortan versuchen,
alles richtig zu machen und es anderen immer recht zu machen, um gemocht zu werden. Gleichzeitig wird es Fehler vermeiden wollen, um nicht abgelehnt oder gar aus unserer Gesellschaft
ausgeschlossen zu werden.
Aufgrund der menschlichen Rudelinstinkte gehört es für uns zu den schlimmsten Lebenserfahrungen, von allen Menschen abgelehnt oder ausgeschlossen zu werden. Nicht zu Unrecht gilt zum Beispiel
Mobbing am Arbeitsplatz als eine der häufigsten Krankheitsursachen und das Gefühl der Wertlosigkeit als Basis einer jeden Depression.
Hingegen gehört Zuneigung in Form von Freundschaft oder Liebe zu den beglückendsten Erfahrungen auf diesem Globus überhaupt. Jeder Menschen strebt instinktiv danach und wünscht sich nichts
sehnlicher, als einfach so gemocht zu werden, wie er ist. Und genau diese Erfahrung liegt jetzt für Sie zum Greifen nahe.
Stellen Sie sich einmal vor, Ihre Eltern hätten Ihnen als Kind frühestmöglich gezeigt, dass sie Sie lieben, weil Sie so sind, wie sie sind. Gleichzeitig zu dieser Liebe hätten sie Ihnen jedoch,
wenn nötig, auch mal Tadel entgegengebracht, ohne Ihnen die Zuneigung währenddessen zu entziehen. In Situationen, in denen Sie als Kind eine Leistung erbracht haben, hätten Ihre Eltern Ihnen
Anerkennung entgegengebracht und sich mit Ihnen gefreut, ohne Ihnen jedoch dadurch mehr Zuneigung zu geben. Die wäre stets konstant geblieben.
Was hätten Sie als Kind über sich und das Leben gelernt? Wären Sie so überhaupt auf die verrückte Idee gekommen, dass etwas leisten müssen und über alle Maßen hinaus toll sein müssen, um
Zuneigung zu bekommen? Sicherlich nicht! Sie hätten Leistung erbracht, weil Sie Lust darauf gehabt hätten, und die Anerkennung Ihres Umfeldes zusätzlich zu Ihrer ohnehin vorhandenen Freude
eingesteckt. Dabei wäre Ihnen jedoch jederzeit bewusst gewesen, dass sie auch ohne diese Leistung gemocht oder gar geliebt werden, da man Sie nicht Ihrer Leistungen wegen mag, sondern weil sie so
sind, wie sie sind. Man mag Sie, weil sie gut zu Ihren Freunden und Bekannten passen. Das ist der einzige Grund. Die Menschen, die sie mögen, fühlen sich wohl mit Ihnen, weil es einfach passt
zwischen Ihnen.
Wenn Sie an dieser Tatsache zweifeln, dann fragen Sie doch einmal Ihre Freunde, warum sie Sie mögen. Ist es, weil sie Leistungen erbringen oder weil man Sie einfach als Persönlichkeit schätzt?
Wie ist es mit Ihnen? Warum mögen Sie Ihre Freunde in Wirklichkeit? Mögen Sie sie wegen ihrer Leistungen oder weil es vom Herzen her stimmt?
Für die meisten Menschen besteht der Hauptmotor in Ihrem Leben darin, Leistungen zu erbringen und toll zu sein, um dadurch letztendlich Zuneigung zu bekommen. Leider bekommt man keine wirkliche
Zuneigung dadurch, dass man Leistungen erbringt, wie neueste wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigen. Man bekommt echte Zuneigung ausschließlich dafür, dass man zusammenpasst. Der Mensch
verfügt sogar über Organe, die jenseits der Schwelle unseres Bewusstseins feststellen, ob wir zusammenpassen. In der Nase haben wir zum Beispiel ein Organ, das anhand von Pheromonen bestimmte
genetische Eigenschaften unseres Gegenübers ermittelt, um zu bestimmen, ob er als Beziehungspartner und damit als Vater oder Mutter von gesunden Nachkommen geeignet ist oder nicht. Natürlich gibt
es darüber hinaus noch viele Kriterien dafür, ob wir jemanden als passend empfinden oder nicht. Alle diese Kriterien haben eines gemeinsam: Sie beziehen sich auf die Persönlichkeit und nicht auf
vorzeigbare Leistungen. Diese führen nur vorübergehend zu Interesse, weil wir gelernt haben, dass man einen Menschen mögen muss, der Leistungen vorzuweisen hat.
Sicherlich sind Sie schon einmal einem Menschen begegnet, den Sie allein aufgrund seines Äußeren oder seiner Leistungen interessant fanden. Und sicherlich haben Sie dann nach einiger Zeit
festgestellt, dass Sie sich mit diesem Menschen nicht wirklich wohl fühlten, weil es einfach vom Herzen her nicht passte.
Dennoch bilden wir uns alle ein, dass wir toll sein müssen, Leistungen erbringen müssen, keine Fehler machen dürfen usw., damit wir gemocht oder geliebt werden können. Diese falschen
Schlussfolgerungen treiben uns fast jede Sekunde unseres Lebens an. Wir schlüpfen in Rollen, um anderen zu gefallen, wir versuchen, Status und Ansehen zu erreichen, um anderen zu gefallen, und
das permanent und ohne Unterlass.
Doch wie wirken wir tatsächlich mit diesen Maßnahmen auf unser Umfeld? Mag man uns wirklich mehr, weil wir jedem andauernd erzählen wollen, wie toll wir sind und was wir wieder geleistet haben?
Gefährden wir damit nicht eher unsere Freundschaften, als dass wir sie fördern?
Und wie sieht es in unseren Partnerbeziehungen aus? Sichern wir wirklich unsere Beziehung, indem wir unseren Partner mit den benannten instinktiven Erziehungsmaßnahmen bedenken, damit er sich
ändert?
Wie reagieren Sie darauf, wenn Ihr Partner Sie ablehnt? Ich vermute, Sie reagieren so wie wir alle instinktiv mit Gegenablehnung. Worauf Ihr Partner Sie noch mehr ablehnen wird, und sie Ihn
wiederum ebenfalls mehr. Dann wird einer von Ihnen beiden Schuldzuweisungen machen, die natürlich instinktiv sofort mit einer Gegenschuldzuweisung beantwortet werden. Als nächste instinktive
Maßnahme wird möglicherweise zum Beleidigtsein gegriffen. Die Gegenreaktion fällt entsprechend aus.
Es wird also gestritten bis aufs Messer. Passieren diese unsinnigen instinktiven Auseinandersetzungen häufig, ist dies das sichere Ende einer jeden Beziehung.
Dabei wollte man mit diesen Erziehungsmaßnahmen doch eigentlich nur sagen: „Du Schatz, ich habe da ein kleines Problem über das ich gerne mit dir reden und eine gemeinsame Lösung finden würde.“
Überlassen wir unseren Instinkten die Auseinandersetzung gewinnt in Wirklichkeit niemand den Kampf. Schalten wir jedoch unsere Vernunft ein, können wir eine gemeinsame Lösung finden, die für
beide Seiten gut ist. Doch dazu müssten wir unsere Instinkte erst einmal kurz stoppen, um unsere Vernunft einzuschalten. Und das ist ganz einfach!
Probieren Sie es aus! Es gibt Momente, da sagt Ihnen Ihr Instinkt in seiner emotionalen Sprache sehr deutlich: „Reg dich auf!“
Jetzt müssen Sie Ihm nur schnell genug antworten und sagen: „Warte mal! Ich glaube es ist besser, wir schalten die Vernunft ein.“
Versuchen Sie es. Sie werden feststellen, es klappt. Wir sind vernunftbegabte Menschen. Wir sind unseren tierischen Instinkten nicht ausgeliefert. Wir müssen es einfach nur tun und die Führung
übernehmen.
Leider kann ich an dieser Stelle nicht die gesamte Tragweite aufzeigen, welche die fehlende Differenzierung zwischen Zuneigung und Anerkennung sowie Ablehnung und Tadel in unserem Leben ausmacht.
Zu diesem Thema gäbe es noch sehr viel zu sagen.
Tatsächlich bauen über 90 % aller unserer Probleme in unseren Beziehungen, unseren Freundschaften, unserem Arbeitsplatz oder mit uns selbst auf diese fehlende Differenzierung auf – eine Tatsache
die zeigt, dass offensichtlich niemand von uns von seinen Eltern gelernt hat, wofür man Zuneigung und wofür man Anerkennung bekommt.
Bis heute ist mir noch kein einziger Mensch begegnet, der in seiner Kindheit den Unterschied zwischen Zuneigung und Anerkennung gelernt hat. Doch dazu ist es nie zu spät. Man kann diese
Differenzierung auch heute noch vollständig ins eigene Leben integrieren. Eine einfache Maßnahme dazu besteht in dem eben beschriebenen inneren Dialog mit seinen Instinkten. Sie können einfach
sagen: „Warte mal! Wir schalten erst einmal die Vernunft ein.“
Diese Maßnahme können Sie neben dem eben beschriebenen gegenseitigen Erziehungskampf in einer Partnerbeziehung auch immer anwenden, wenn sie sich Stress machen, weil sie wieder einmal glauben,
toll sein zu müssen, um andere zu beeindrucken oder weil sie meinen, Leistung erbringen zu müssen, damit man Sie mag. Oder Sie schwärmen für jemanden, der irgendetwas Tolles vorzuweisen hat, der
aber nicht wirklich zu Ihnen passt. Sie können also mit diesem kleinen inneren Dialog dafür sorgen, dass Sie sich nicht immer in den Falschen verlieben.
Wie gesagt gibt es noch sehr viele Konsequenzen auf unser Lebensglück, die aus der fehlenden Differenzierung zwischen Zuneigung und Anerkennung resultieren. Alle kann ich sie an dieser Stelle
leider nicht darstellen. Aber ich denke, dass die kleine Maßnahme "Warte mal!" Ihr Leben bereits um einiges einfacher und glücklicher machen wird.
© Mit freundlicher Genehmigung
Ella Kensington AG / http://www.ella.org
Das 5:1 Beziehungskonto
Es gibt Momente im Leben, da sollte man sich ganz auf sein Gefühl verlassen. Und es gibt Momente, wo einem gerade dies in Teufels Küche bringt. Zum Beispiel dann, wenn es um die Frage geht, wer von beiden Partnern mehr für den anderen tut. Wer tut mehr für die Beziehung? Wer macht mehr im Haushalt? Wer kümmert sich mehr um die Kinder?
Kommen diese Fragen ohne Einflussnahme des Verstandes auf, gibt es unweigerlich Streit in einer jeden Beziehung. Grund für diesen Streit ist ein Instinkt, der uns ein unglaublich falsches Gefühl
darüber gibt, ob Geben und Nehmen in einer Beziehung ausgeglichen ist.
Sozialwissenschaftler bezeichnen diesen Vorgang als das „5:1-Beziehungskonto“.
Das bedeutet, dass wir Geben und Nehmen in der Beziehung als ausgeglichen empfinden, wenn wir 5 Mal so viel bekommen, wie wir selbst geben! :-(
Offenbar bot es für die Menschen in grauer Vorzeit einen Überlebensvorteil, wenn sie diese verschobene Wahrnehmung für Gerechtigkeit hatten. Es machte sie, ohne es überhaupt zu merken, zu
Egoisten, die das Gefühl hatten, dass ihnen mehr zustand. Sie kämpften also um ihr Recht, wobei in der Regel der Stärkere gewann. Auf diese Weise konnten sich die Gene des 5:1-Beziehungskontos
weiter vererben.
Das 5:1-Beziehungskonto löst auch heute in der Regel Streit aus. Ein Streit, in dem über diese Ungerechtigkeiten diskutiert wird. Es ist also noch genau wie in grauer Vorzeit, nur die
Streitmaßnahmen sind andere geworden.
Wenn der Streit gut läuft, wird über die unterschiedlichen Gefühle für Geben und Nehmen diskutiert und dadurch letztendlich ein Ausgleich im Gefühl geschaffen. Man nimmt zusätzlich die
Perspektive des Partners mit ein und schafft damit mehr Verständnis. Durch diese verstandesmäßige Überprüfung des Beziehungskontos erkennen möglicherweise am Ende beide, dass das Konto wider
Erwarten doch ausgeglichen ist, oder es wird eine neue Vereinbarung getroffen, die für beide in Ordnung ist.
Das ist, wenn der Streit gut läuft und somit das verschobene Gefühl durch den Verstand in Ordnung gebracht wird. Häufig überprüfen Beziehungspartner jedoch ihre Gefühle nicht. Sie gehen davon aus, dass sie im Recht sind und lassen sich auf keine Diskussion ein. Anstatt einer Überprüfung hagelt es nur gegenseitige Schuldzuweisungen.
Schuldzuweisungen werden als emotionale Verletzungen empfunden und auch als solche auf dem Beziehungskonto verbucht. (Auf dem 5:1-Konto stehen natürlich nicht nur alle positiven Erlebnisse mit
dem Partner!)
Oft reagiert der andere auf diese Verletzung, indem er ebenfalls verletzend wird. Und das natürlich 5 Mal so stark, wie er verletzt wurde, denn das empfindet unser Instinkt als gerecht. Der
Streit eskaliert also.
Mein Glückstipp:
Rede mit deinem Partner über das 5:1-Beziehungskonto! (Diesen Instinkt sollte wirklich jeder Mensch kennen!) Überlasst eurem Instinkt zukünftig nicht mehr die Führung in Bezug auf dieses Thema.
Euer Gefühl reagiert noch genau wie in der Steinzeit. Wann immer euer Gefühl euch sagt, dass das Konto unausgeglichen ist, geht die Sache mit eurem Verstand analytisch durch. Überprüft euer
Gefühl, indem ihr die Rollen vertauscht. Das macht Spaß und bringt eine völlig neue Perspektive.
Behaltet dabei im Auge, dass ihr beide eine glückliche gemeinsame Beziehung wollt und damit einen gerechten Ausgleich von Geben und Nehmen. Ein Ungleichgewicht nimmt man zwar aus Liebe unter
Umständen eine Weile hin, aber auf Dauer belastet es trotzdem die Liebe.
In der Regel gibt es dieses Ungleichgewicht jedoch gar nicht. Daher ist es sinnvoll, diesen Rollentausch gelegentlich durchzuspielen und zu erkennen, dass das Beziehungskonto in Wirklichkeit
ausgeglichen ist oder sehr schnell ausgeglichen werden kann.
Der Rollentausch kann natürlich auch nur in deiner Phantasie stattfinden. Du musst mit deinem Partner nicht unbedingt darüber reden, wenn du dein Gefühl in Ordnung bringen willst. Sinnvoll ist es
natürlich, wenn dein Partner das Gleiche tut. Aber auch, wenn er es nicht tut, wird eure Beziehung deutlich friedlicher und schöner, wenn du alleine eure Beziehung als ausgeglichen empfindest.
Wenn einer alleine streitet, kommt nicht wirklich ein Streit zu Stande. Jedenfalls kann der Streit nicht eskalieren.
Ich wünsche euch beiden viel Spaß beim Rollentausch und würde mich freuen, wenn ihr mir auch dieses Mal wieder mitteilt, ob und an wie viele Menschen ihr diesen Glückstipp weiter geleitet habt.
Natürlich gilt dieses 5:1-Beziehungskonto auf in Freundschaften oder geschäftlichen Beziehungen. Es ist eine allgemeingültige Regel, die insbesondere auch am Arbeitsplatz für sehr viel Unfrieden sorgt. Aber davon wird in einem späteren Glückstipp noch einmal ausführlich die Rede sein.
© Mit freundlicher Genehmigung
Ella Kensington AG / http://www.ella.org
Was ist wirklich wichtig?
Viele Menschen empfinden die Zeit der Verliebtheit als glücklichste Zeit ihres gesamten Lebens. Wir scheinen überzuquellen vor Glück und würden am liebsten alle Menschen dieser Welt daran teilhaben lassen. Unser Körper scheint viel zu klein zu sein für so viel Gefühl.
Vielleicht hast du dir die folgenden Fragen auch schon einmal gestellt? „Wieso empfindet man in dieser Zeit so viel Glück? Und wieso werden die tollen Gefühle danach mit der Zeit wieder
schwächer?“
Die Antwort ist einfach: Während der Verliebtheitsphase ist uns die Liebe das Wichtigste im Leben! Was uns wichtig ist, bestimmt unsere Aufmerksamkeit. Und das hat in Bezug auf unsere Gefühle
zwei verschiedene Auswirkungen.
-
Wir schauen häufiger hin und erleben unser Glück damit häufiger.
-
Durch das wiederholte Hinschauen, intensivieren sich unsere Gefühle automatisch.
Nun unterscheiden sich die Gefühle der Verliebtheit von den Gefühlen der Liebe nach der Verliebtheitsphase natürlich, wie ich in meinem Glückstipp „Wie finde ich die große Liebe? Teil 2“ beschrieben habe. Die Verliebtheit ist durch das Erfüllungsgefühl des Habenwollens geprägt, die Zeit danach von tiefer Zuneigung und Verbundenheit bis hin zum Einssein.
Das heißt jedoch nicht, dass die Gefühle nach der Verliebtheitsphase schwächer oder seltener werden müssen. Würde man in seinem Gefühl der Liebe weiterhin die gleiche Wichtigkeit geben wie in der
Verliebtheitsphase, wäre die Zeit danach ebenso beglückend. Die Glücksgefühle wären nur von anderer Art als in der Verliebtheitsphase.
Leider wissen die wenigsten Menschen, wie schnell sich die Wichtigkeit in unserem Gefühl verändern kann. Daher lassen sie es zu, dass die Liebe ihre Wichtigkeit mehr und mehr verliert.
Wir haben beispielsweise ein Problem in unserem Beruf und beschäftigen uns intensiv mit der Lösungssuche. Wenn wir uns nun wiederholt bewusst machen, wie wichtig es ist, diese Lösung zu finden,
rückt diese Problemlösung automatisch immer weiter nach oben in unserer Prioritätenliste. Mit jedem wiederholten Gedanken daran, dass die Lösung wichtig ist, wird sie im Gefühl noch wichtiger.
Nach wenigen Tagen ist diese Problemlösung im Gefühl plötzlich wichtiger geworden als die Liebe. Theoretisch wäre uns die Liebe natürlich immer noch wichtiger, aber die Theorie bestimmt nicht
unsere Gefühle. Die Wiederholung tut dies.
Leider gibt es jedoch nicht nur dieses eine Problem auf der Arbeit, das uns wichtig erscheint. Wir beschäftigen uns mit vielen Dingen in unserem Lebensalltag, denen wir wiederholt Wichtigkeit
verleihen und sie so in unserem Gefühl immer bedeutender machen.
In diesem Punkt funktioniert unser Gefühl also völlig anders als der Verstand. Der Verstand kann jederzeit in einem Schritt abwägen, was wirklich das Wichtigste ist. Im Limbischen System (Zentrum
der emotionalen Intelligenz) wird am wichtigsten, was am häufigsten als wichtig beurteilt wird. Hier macht die Wiederholung den Effekt.
Mein Glückstipp:
Wenn du eine schöne Beziehung hast, und du die Liebe zu deinem Partner in deinem Gefühl wieder aufleben lassen möchtest, dann mach dir immer wieder mal bewusst, wie wichtig die Liebe in deinem
Leben ist. Lass auf diese Weise einfach nicht zu, dass Alltagsprobleme in deinem Gefühl wichtiger werden als die Liebe.
Besagte Methode eignet sich ebenso für alle anderen Glückspotenziale in deinen Lebensumständen, die du in deinem Gefühl wieder aufleben lassen möchtest. Du kannst alles in deinem Gefühl wichtiger
machen, was du wiederholt als wichtig beurteilst. Achte dabei jedoch darauf, dass du nur Glückspotenziale wichtig machst, die dir tatsächlich zur Verfügung stehen.
Wenn du eine tolle Beziehung hast, dann (und nur dann!) kannst du dein Beziehungsglück in deinem Gefühl verstärken, indem du deine Beziehung in deinem Gefühl wichtiger machst. Wenn du tolle
Freunde hast, dann kannst du noch mehr Glück aus deinen Freundschaften herausholen. Wenn du gesund bist, dann kannst du damit dafür sorgen, dass du deine Gesundheit mehr genießt. Und so weiter.
Mach niemals etwas bewusst wichtig, was du momentan nicht hast, sondern dir nur wünschst! Das zieht starke Mangelgefühle nach sich!
Mach also nicht das Geld wichtig, wenn du gerade zu wenig Geld hast. Mach auch nicht eine Partnerbeziehung auf diese Art und Weise über alle Maßen hinaus wichtig, wenn du
gerade keinen Partner hast. Ebenfalls solltest du nicht deine Gesundheit wichtig machen, wenn du gerade krank bist. Und so weiter.
Diese einfache aber höchst effektive Gesetzmäßigkeit wirkt in beide Richtungen gleichermaßen. Du kannst damit vorhandenes Glück in deinen äußeren Lebensumständen wieder zu einem großen
Glückspotenzial in deinem Inneren machen. Wendest du sie jedoch auf Probleme an, werden diese Probleme unweigerlich bedeutender und damit in deinem Gefühl größer.
Solltest du diese Gesetzmäßigkeit aus Versehen bisher in der falschen Richtung genutzt haben, indem du dir wiederholt bewusst gemacht hast, wie wichtig es wäre, dieses und jenes Problem gelöst zu
bekommen, dann hör ab heute einfach auf damit. Nimm dir stattdessen ein tatsächlich vorhandenes Glückspotenzial und denke wiederholt über dessen Wichtigkeit nach.
Wenn du den Effekt verstärken und die Umsetzung beschleunigen willst, dann denk nicht nur darüber nach, was wirklich wichtig ist und was nicht, sondern rede mit Freunden darüber. Ein gutes
Gespräch wirkt 10 Mal stärker auf deine Gefühle als das alleinige Nachdenken.
Nach ein paar Tagen rückt dein von dir aus Versehen aufgebauschtes Problem wieder mehr in den Hintergrund und gibt deine Gefühle wieder frei fürs glücklich sein.
Mit glücklichen Gefühlen wirst du dann wieder in den Vollbesitz deiner geistigen Fähigkeiten kommen und damit dein Problem viel eher lösen können, als mit den schlechten Gefühlen, die du dir
zuvor allabendlich eingesungen hast.
Glückliche Gefühle machen den Weg frei für deine Intelligenz, deine Kreativität und deine Intuition. Unglückliche Gefühle hingegen lähmen alle Bereiche deines Geistes und behindern das Finden
einer guten Lösung. Man sieht über den Tellerrand nicht mehr hinaus.
Sich mit dem Glück zu beschäftigen und darüber zu reden, verschlimmert also nicht deine Probleme. Du wirst im Gegenteil eher dazu befähigt, Lösungen für deine Probleme zu finden. Kreative
Lösungen, die du mit schlechten Gefühlen nie gefunden hättest.
© Mit freundlicher Genehmigung
Ella Kensington AG / http://www.ella.org
Glückliche Momente oder große Ziele?
Die wissenschaftliche Glücksforschung stellte vor einiger Zeit in einer Sozialstudie besonders glückliche Menschen weniger glücklichen gegenüber und verglich beide Gruppen in ihren Lebenseinstellungen. Natürlich gab es bei dieser Betrachtung eine Vielzahl von Unterschieden. Mit Abstand der bedeutendste all dieser Unterschiede war jedoch seltsamerweise eine sehr simple aber wenig beachtete Tatsache zu der wir weiter unten im Text noch kommen werden.
Zunächst fanden die Wissenschaftler heraus, was wider Erwarten nur untergeordnet wichtig ist für unser Lebensglück – die Lebensumstände, in denen wir leben. So ist es offensichtlich weniger
wichtig, ob man Single ist oder in einer Partnerbeziehung lebt. Paare sind nachweislich nicht glücklicher als Singles. Auch ist es nur untergeordnet wichtig, wie viel Geld man hat oder welches
berufliche Ansehen man genießt. So sind wohlhabende und erfolgreiche Menschen nicht glücklicher als arme.
Selbst die Gesundheit hat nur einen geringen Einfluss auf unser alltägliches Glücksempfinden. Große Sozialstudien belegten, dass Rollstuhlfahrer ein Jahr nach ihrem Unfall wieder genauso
glücklich waren wie in der Zeit davor. Offenbar gewöhnt sich der Mensch an alles.
Unser Lebensstandard hat ebenfalls so gut wie keinen Einfluss auf unser alltägliches Glücksempfinden, wenn man uns mit dem Glücksempfinden der Menschen in anderen Ländern vergleicht. Der so
genannte Glücksindex (Durchschnittliches Glücksempfinden der Bevölkerung) ist in vielen Entwicklungsländern sogar höher als unserer. Einzige Ausnahme: Länder, in denen die Menschen nicht genug zu
essen haben oder in denen Krieg herrscht.
Was Menschen von Natur aus zum Glücklichsein wirklich benötigen, ist offensichtlich etwas ganz anderes, als wir in unserer zivilisierten Welt im Allgemeinen glauben. Von klein auf lernen wir von
unserem gesamten Umfeld und von den Medien, dass das Erreichen von bestimmten Lebensumständen zum Glück führt. Wir machen uns diese Umstände zum Ziel und bauen unser gesamtes Leben auf die
Erreichung dieser Ziele auf.
Als ich diese Zusammenhänge zum ersten Mal hörte, waren sie für mich logisch nachvollziehbar. Emotional spürte in mir jedoch die Überzeugung, dass es Ziele im Leben gab, deren Erreichung mich für
immer glücklich machen würde.
So sollte mich eine Frau, die mich wirklich und aufrichtig liebt, doch für immer glücklich machen! Und wenn ich dann noch einen tollen Beruf finden würde, der mich richtig erfüllt, ja dann wäre
ich für immer glücklich. Und wenn ich dann noch eine Menge Geld verdienen würde... Außerdem sollte ich noch ein tolles Haus haben. Dann müsste ich nur noch dafür sorgen, dass meine Beziehung für
immer glücklich bleibt. Aber dann … dann müsste ich nur noch dafür sorgen, dass ich meinen Job und mein Geld niemals verliere. Und natürlich müsste ich dann noch gesund bleiben. Aber dann… dann
müsste ich nur noch sicherstellen, dass auch alle meine Freunde und meine Familie gesund und glücklich sind und bleiben. Und dann wäre ich für alle Zeiten wirklich glücklich. Es sei denn, die
falsche Regierung würde gewählt oder eine Inflation würde mein gesamtes Geld wertlos machen. Oder eine Naturkatastrophe…
Mir wurde klar, dass es durch das Erreichen meiner großen Ziele im Leben niemals dazu kommen würde, dass ich für immer glücklich wäre. Auf diese Weise würde ich immer meinen Zielen hinterher
rennen. Und wenn ich eines erreicht hätte, müsste ich mich gleich dem nächsten zuwenden. Eine Lebensweise die viel mehr durch Stress und Unzufriedenheit gekennzeichnet war als durch Glück. Die
glücklichen Gefühle waren tatsächlich nur auf die wenigen Momente beschränkt, in denen ich gerade eines meiner Ziele erreicht hatte oder ihnen deutlich näher kam. Dummerweise konnte ich diese
Momente oft gar nicht richtig genießen, weil ich viel zu gestresst war.
Mir wurde klar, dass ich nicht der Einzige war, der sein Glück auf diese Weise gesucht hatte. Fast alle Menschen unserer Kultur waren auf dem gleichen, offensichtlich sinnlosen Weg. Wie konnte
das sein? Wie konnten Milliarden von Menschen auf dem falschen Weg sein?! Wir alle fuhren wie Geisterfahrer auf der falschen Spur der Glücksautobahn. Ab und zu kam uns ein scheinbar verirrtes
Auto auf der anderen Spur entgegen dessen Fahrer wie wild mit seinen Händen und Füßen herumfuchtelte, um uns zur Umkehr zu bewegen. Doch für uns war dieser Mensch der Geisterfahrer, der in
Wirklichkeit in die richtige Richtung fuhr.
Wie also stellten es die „besonders“ glücklichen Menschen an, wie die Glücksforscher sie bezeichneten, als Minderheit konsequent in die richtige Richtung zu fahren, obwohl ihnen Milliarden von
Geisterfahrern entgegen kamen? Was war ihr Geheimnis?
Die Wissenschaftler fanden wie gesagt eine sehr simple aber bedeutende Tatsache, die das Glück dieser Menschen ausmachte.
Der Genuss von vielen kleinen, scheinbar unbedeutenden alltäglichen Glücksmomenten ist wesentlich bedeutender für unser Glücksempfinden als das Erreichen unserer großen Lebensziele.
So sollte der Genuss eines guten Kaffees, der warmen Dusche, der ersten wärmenden Sonnenstrahlen im Frühjahr, des Lächelns eines freundlichen Menschen, einer liebevollen
Umarmung oder eines netten Wortes bedeutender sein als das Erreichen unserer Lebensziele.
Das sollte die Erkenntnis sein, die über Glück und Unglück entscheiden sollte?! Das sollte die Erkenntnis sein, die mich zu einem „besonders“ glücklichen Menschen machen sollte?! Ich spürte, dass
ich mich innerlich mächtig dagegen wehrte.
Bevor es dir jetzt genauso geht, möchte ich dir versichern, dass dies tatsächlich die Erkenntnis ist, die über ein besonders glückliches Leben entscheidet. Wir neigen jedoch dazu, diese
Erkenntnis zu krass umsetzen zu wollen. Wir denken, wir müssten unsere großen Lebensziele aufgeben und uns stattdessen nur noch auf diese kleinen unbedeutenden Glücksmomente konzentrieren. Wir
denken, wir müssten eine Entweder-Oder-Entscheidung treffen. Doch das ist glücklicherweise nicht der Fall.
Durch das Erreichen unserer großen Ziele bereichern wir unser Leben natürlich an schönen Dingen und Ereignissen, die wir wieder als Glücksmomente erleben können. Hätten wir nichts Schönes in
unserem Leben, gäbe es auch keine Glücksmomente, die wir erleben könnten.
Unsere Ziele im Leben sind also auch wichtig, nur ist die Entscheidung, die vielen kleinen alltäglichen Glücksmomente bewusst zu erleben für unser Glück noch wichtiger. Es geht also nicht um ein
Entweder-Oder, sondern um die Frage der Priorität. Sehen wir die großen Ziele in unserem Leben als wichtiger an wie die alltäglichen Glücksmomente, werden wir nur sehr wenig Glück erleben. Stehen
die Glücksmomente in unserem Gefühl jedoch auf Platz 1 und unsere großen Ziele auf Platz 2, erleben wir täglich eine Unzahl von beglückenden Momenten und steuern zudem noch mit glücklichen
Gefühlen auf unsere großen Ziele zu.
Die richtige Priorität hat gravierende Vorteile: Unsere Wirkung auf andere Menschen ist sehr viel positiver, wenn wir glückliche Gefühle haben. Wir sind attraktiver, mitreißender, motivierender
und überzeugender. Weiterhin steigt unsere geistige Leistungsfähigkeit auf 200% unserer Möglichkeiten, über die wir mit neutralen Gefühlen verfügen. Gleichzeitig gibt es nichts Gesünderes als
glückliche Gefühle.
Wenn wir also unsere großen Ziele wirklich erreichen wollen, dann vervielfachen wir unsere Chancen tatsächlich dadurch, dass wir die alltäglichen schönen Momente in unserer Wertepriorität auf
Platz 1 setzen und unsere Ziele auf Platz 2.
Machen wir es umgekehrt, werden wir nur dann glückliche Gefühle empfinden, wenn wir gerade nichts Wichtigeres zu tun haben. Wir schmälern damit wie gesagt sowohl unsere Wirkung auf andere
Menschen als auch unsere Leistungsfähigkeit. Vor allem aber sind wir deutlich unglücklicher als anders herum.
Unser Gehirn ist trainierbar wie ein Muskel. Es lässt sich auf starke Glücksgefühle genauso trainieren wie auf starke unglückliche Gefühle. Je häufiger wir ein Gefühl empfinden, desto stärker
wird es für uns. Sind uns unsere alltäglichen kleinen Glücksmomente sehr wichtig, werden wir diese Momente automatisch sehr häufig wahrnehmen und auch empfinden. Dadurch werden unsere Gefühle für
diese Glücksmomente von Tag zu Tag immer stärker. Sind uns unsere Lebensziele das Wichtigste, und haben wir dadurch viel Stress in unserem Alltag, empfinden wir diesen Stress überaus stark.
Unserem Gehirn scheint es egal zu sein, welche Gefühle wir trainieren.
So gibt es Menschen, die kaum noch in der Lage sind, gute Gefühle zu empfinden, weil sie nur noch ihren großen Zielen hinterher jagen, und es gibt Menschen, die kaum noch starke unangenehme
Gefühle kennen. Sie sind auf Glück trainiert.
Nun musst du nicht wirklich dein Gehirn anstrengend trainieren, wie du das mit deinen Muskeln im Fitnessstudio tust. Dein Gehirn trainiert sich von selbst, wenn du die kleinen alltäglichen
Glücksmomente in deinem Gefühl wichtiger machst als die großen Lebensziele. Nach ca. 3 Wochen wird sich dein alltägliches Glücksempfinden auf diese Weise verdoppelt haben.
Mein Glückstipp:
Wenn du meinen letzten Glückstipp gelesen hast (Was ist wirklich wichtig?), dann weißt du, wie unser Gefühl in Bezug auf Wichtigkeit funktioniert. Du musst etwas nur wiederholt als wichtig
ansehen. Dadurch hält dein Wissen Einzug in dein Gefühl.
Mach dir also einfach wiederholt bewusst, dass die vielen kleinen Glücksmomente erste Priorität vor deinen Lebenszielen haben. Das ist schon alles, was zu tun ist. Der Rest läuft automatisch.
Eine Umsetzungsmethode, die ich immer wieder empfehle, ist der Austausch mit Freunden. Rede mit deinen Freunden einfach über diese Thematik. Alleine schon dadurch verändert sich dein Gefühl
dafür, was auf deiner Prioritätenliste auf Platz 1 und 2 stehen sollte.
Danach erlebst du bewusst sehr viel Glück an jedem Tag in deinem Leben. Du gehörst zu den „besonders glücklichen“ Menschen, wie die Wissenschaftler das ausgedrückt haben.
Wie du gelesen hast, wird in unserem Gefühl schnell etwas wichtig. Das ist schön für die schnelle Umsetzung, aber weniger schön dafür, dass die Wichtigkeit der kleinen Glücksmomente auch so
bleibt. Es wird gut sein, sich gelegentlich wieder damit zu beschäftigen und am besten in einem Gespräch mit Freunden oder dem Beziehungspartner das Thema wieder aufleben zu lassen. Motiviere
dich zu diesen Gesprächen am einfachsten dadurch, dass du dir immer wieder mal bewusst machst, dass diese kleine und scheinbar unbedeutende Erkenntnis aus der Glücksforschung hauptsächlich dafür
verantwortlich ist, wie glücklich du dich in deinem Leben jeden Tag tatsächlich fühlst.
Ich wünsche dir ganz viele Glücksmomente dabei. Alles Liebe.
© Mit freundlicher Genehmigung
Ella Kensington AG / http://www.ella.org
Der Beschluss zum Glück
Wenn irgendetwas Blödes passiert, sagt mein Neffe immer: Freu dich doch, denn wenn du dich nicht freust, ist es auch nicht anders! :-)
Er selbst hält diesen Spruch für einen Scherz. Nach meinen Erfahrungen ist diese Aufforderung jedoch gar nicht so unsinnig, wie sie spontan klingen mag. Sicherlich hast du auch schon einmal
erlebt, dass du dich bewusst dazu entschlossen hast, eine schlechte Stimmung zu beenden. Und dann hast du es einfach getan!
Unser Einfluss auf unsere Stimmungslage ist viel größer als die meisten Menschen glauben. Wir können uns oft einfach entscheiden, wie wir drauf sein wollen. Manchmal kostet uns diese Entscheidung
jedoch ein wenig bis viel Überwindung und manchmal geht es auch gar nicht. Doch einen Versuch ist es immer wert.
Damit sie funktioniert, gibt es nur eine Regel zu beachten:
Hör auf, es zu wollen – tu es!
Eine Entscheidung bezieht sich darauf, was wir wollen. Bei einem Beschluss ist das jedoch anders. Wir beschließen nicht, etwas zu wollen. Wir beschließen, etwas zu tun oder zu sein. Und genau
darin liegt die Macht dieser Methode.
Versuche einmal, deine Gedanken und Gefühle genau nach zu verfolgen, wenn du dich jetzt dazu entscheidest, die nächste Stunde mit sehr schönen Gefühlen verbringen zu wollen. Was ist das
Erste, was dein Gehirn nach dieser Entscheidung tut?
Es überlegt, wie du das anstellen sollst! Das ist das Problem. Dein Gehirn sucht nach Lösungen und Möglichkeiten. Erst wenn es diese Möglichkeiten gefunden hat und genau weiß, was zu tun ist,
wird es den Beschluss fassen, es tatsächlich zu tun. Doch sehr oft kommt es gar nicht so weit. Es bleibt in der Suche nach Lösungen hängen, weil sie zum Beispiel nicht sicher genug oder zu
unrealistisch sind. Oder es bleibt hängen, weil es das Gefühl bekommt, dass ihm so viel Glück gar nicht zusteht. Oder es kommt auf die Idee, dass es keine Zeit für so etwas hat und so weiter.
Vielleicht kennst du den Satz: „Er wusste nicht, dass es unmöglich war, deshalb erledigte er es einfach!“ Wir haben unser Unterbewusstsein Zeit unseres Lebens mit allerlei Regeln, Prinzipien,
Einschränkungen und Wahrheiten gefüttert. Entscheiden wir uns, etwas zu wollen, suchen wir unbewusst sofort nach Lösungen, welche diesen Wahrheiten und Regeln entsprechen. Und genau daran
scheitert unser Vorhaben dann sehr häufig.
Bei einem Beschluss sieht das jedoch völlig anders aus. Beschließe jetzt und hier einfach einmal, dass du gut drauf bist. Tu es einfach! Sei einfach gut drauf!
Und jetzt beschließe, dass du in der gesamten nächsten Stunde gut drauf sein wirst! Sage dir: „Es ist beschlossene Sache. Ich bin in der nächsten Stunde gut drauf!“
Hast du den Unterschied zur Entscheidung gemerkt? Dein Gehirn geht nicht auf die Suche nach Möglichkeiten. Es tut es einfach! Es sei denn, du bist unabsichtlich ins Wollen gerutscht und hast
klammheimlich doch überlegt, wie du das hinkriegen sollst. Wenn das passiert ist, dann versuch es einfach noch einmal. Lass das Wollen weg und beschließe es: „Ich bin in der nächsten Stunde gut
drauf - fertig aus! Es ist beschlossene Sache!“ (Natürlich kannst du diesen Beschluss in der nächsten Stunde gleich noch einmal fassen! :-))
Hör also auf, es zu wollen – tu es! Das ist wie gesagt die einzige wichtige Regel beim Beschließen.
Zum Erlernen dieser einfachen, aber oft wirksamen Methode genügt ein wenig Übung. Dabei ist es wichtig, das Gefühl zu entwickeln, sich entschlossen zu haben. Lose Worte, die du dir vorplapperst,
nützen nicht wirklich viel. Fühle deinen Beschluss!
Um dich mit diesem Gefühl vertraut zu machen, kann es sinnvoll sein, an alltägliche Beschlüsse zu denken, die du gefasst hast. Vielleicht hast du beschlossen, am Wochenende Ski fahren zu gehen.
Oder du hast beschlossen, etwas Bestimmtes zu kochen. Vielleicht hast du auch beschlossen, mit einem bestimmten Menschen mehr Zeit zu verbringen. Oder du hast beschlossen, etwas für deine Figur
zu tun. Hast du schon beschlossen, wo du dieses Jahr deinen Urlaub verbringst?
Merke dir dieses Gefühl und spüre es jedes Mal, wenn du beschließt, gut drauf zu sein. Für dein Unterbewusstsein sind deine Beschlüsse sehr wichtig. Ist etwas beschlossene Sache, setzt es alles
daran, diesen Beschluss Wirklichkeit werden zu lassen. Es überlegt nicht mehr, wie es das machen soll, und auch nicht, ob es das überhaupt darf, es mobilisiert stattdessen all seine Ressourcen
und tut es einfach. Ich wurde diesbezüglich schon oft von den Fähigkeiten meines Unterbewusstseins beeindruckt.
Ich habe zum Beispiel bei sehr schwierigen Aufgabenstellungen schon häufig einfach beschlossen, dass mir heute noch eine Lösung einfällt. Danach habe ich mich nicht mehr bewusst damit
beschäftigt. Am Abend oder in der Nacht war plötzlich die Lösung von einem zum anderen Augenblick völlig klar.
Ich habe auch schon mehrfach erlebt, dass ich bei einer Erkältung häufig beschließen konnte, am nächsten Tag wieder gesund zu sein. Das funktioniert natürlich nicht immer, aber in Anbetracht des
geringen Aufwandes ist es immer einen Versuch wert.
Es gibt viele Möglichkeiten, diese kleine Methode einzusetzen. Ich möchte dir jedoch raten, nichts von dieser Methode abhängig zu machen. Wenn dein Wollen zu stark ist, wird es nicht
funktionieren. Du transformierst in solch einem Falle sofort deinen Beschluss in eine Entscheidung, und dann funktioniert es nicht mehr.
Das ist auch der Grund, warum die Bestellungen beim Universum bei sehr wichtigen Dingen nur selten so gut funktionieren, als bei den Parkplätzen. Bei Parkplätzen kann man einfach beschließen,
dass man einen bekommt. Bei wichtigen Wünschen kommt einem das starke Wollen in die Quere und sorgt dafür, dass man nach realistischen Möglichkeiten sucht, wie man sein Ziel erreichen kann.
Die Gestaltung unserer persönlichen zukünftigen Realität ist nach quantenmechanischer Sicht eine Interpolation unserer subjektiven Vergangenheit. Das heißt, dass die Ereignisse unserer Zukunft
sich sehr stark an die Beurteilung unserer Vergangenheit anlehnen. Die Zukunft ist sozusagen die Fortsetzung unserer Vergangenheit, bei der sich unsere Überzeugungen, Ängste, Ziele, Wünsche,
Hoffnungen, Prinzipien und Meinungen wie ein roter Faden durchs Leben ziehen. Wollen wir hier grundlegend etwas verändern, kommen wir nicht umhin, etwas Grundlegendes in unserem Denken und Fühlen
zu verändern.
Der einfachste Weg dazu besteht darin, unsere komplette Beurteilung unserer Vergangenheit zu verändern. Wir können natürlich nicht unsere Vergangenheit selbst verändern – was geschehen ist, ist
geschehen – dennoch können wir aus heutiger Sicht sehr viele Ereignisse aus unserer Vergangenheit besser beurteilen als damals und damit eine positivere Einstellung zum Leben annehmen, die sich
in den Ereignissen unserer persönlichen zukünftigen Realität auch widerspiegeln wird.
Das ist der Grund, warum ich in meinem Fragebogen zu den Glückstipps die Frage nach der positiven Veränderung der Lebensumstände gefragt habe. Es ist nicht möglich, sich zum Glück zu entwickeln,
ohne dass die Lebensumstände früher oder später nachziehen.
So bezieht sich die Wirkungsweise des Neubeurteilungsprozesses, der zur zentralen Umsetzungsmethode bei Ella Kensington geworden ist, nicht nur auf das subjektive Glücksempfinden unseres
Alltagserlebens, sondern ebenfalls auf die Gestaltung der persönlichen Realität in Bezug auf große und sehr wichtige Zielsetzungen.
Der Aufwand dieser Methode ist verglichen mit dem einfachen Beschließen sehr hoch, doch dafür ist auch der Nutzen des Neubeurteilungsprozesses sehr viel höher. Mit ihm lässt sich langfristig eine
komplette Transformation aller Lebensumstände erreichen. Man muss es einfach nur tun, was mitunter einiges an Arbeit und möglicherweise auch Überwindung bedeuten kann. Ich persönlich habe mir
diese Arbeit gemacht und tue es auch weiterhin. Die Auswirkungen auf mein Glücksempfinden und auf meine Lebensumstände sind gewaltig.
Gleichzeitig spiele ich aber auch mit einfachen Glücksmethoden, wie dem Beschließen herum. Ich unterscheide jedoch dabei immer, ob es um eine sehr wichtige Zielsetzung geht oder eher um eine
kleine Nettigkeit, von der mein Glück nicht abhängt.
Geh also locker mit dieser Methode des Beschließens um und betrachte sie eher als interessantes Spiel. Wende sie vor allem auf deine Glücksgefühle an. Da funktioniert das Beschließen mit Abstand
am besten.
Wie immer empfehle ich auch dieses Mal zur Umsetzung die Gespräche mit Gleichgesinnten. Tausch deine Erfahrungen über erfolgreiche Beschlüsse mit ihnen aus. Das ist die wichtigste Unterstützung,
die du deinem Unterbewusstsein zum vollständigen Freischalten dieser Methode geben kannst. Je mehr du dich davon überzeugen kannst, dass diese Methode tatsächlich häufig funktioniert, desto mehr
schaltest du genau die Zweifel aus, welche den Erfolg der Methode oft blockieren.
Ich wünsche dir viel Spaß dabei und viel Erfolg beim Beschließen.
© Mit freundlicher Genehmigung
Ella Kensington AG / http://www.ella.org
Der zweite Erziehungsweg
Uns Menschen ist es in die Gene gelegt, dass wir uns gut fühlen, wenn wir Zuneigung bekommen. Im Gegenzug fühlen wir uns wie alle Rudeltiere schlecht, wenn wir abgelehnt werden. Diese beiden Reaktionen auf Zuneigung und Ablehnung müssen wir nicht erst lernen. Wir werden genau wie alle Rudeltiere bereits damit geboren.
Und so griffen unsere Eltern mit ihren Erziehungsmaßnahmen wie alle Rudeltiere automatisch auf diese Maßnahmen zurück. Auf Zuneigung und Ablehnung. Als wir gerade laufen lernten, mussten unsere
Eltern uns davon abhalten, die Treppe runter zu fallen oder die heiße Friteuse vom Herd zu ziehen. Als einjähriges Kind waren wir noch nicht in der Lage, die Erklärungen unserer Eltern zu
verstehen.
„Das Fett ist über 400 Grad heiß. Wenn es mit deiner Haut in Berührung kommt, geht es damit auf chemische Weise eine feste Verbindung ein.“
Natürlich wäre es sinnlos gewesen, wenn unsere Eltern uns so hätten beschützen wollen. Sie mussten Notmaßnahmen ergreifen. Und die sahen ganz anders aus.
„Bleib da weg!!!“, schrieen sie ablehnend in solch einem Moment. Wenn man diese Worte ablehnend genug schreit, reagiert jedes Kind darauf, auch wenn es die Worte noch nicht versteht. Es wird das
schlechte Gefühl, das es in diesem Moment von seinem Instinkt bekommt, mit der Tätigkeit verbinden, die es gerade machen wollte und zukünftig vom Herd weg bleiben.
Die Erziehungsmaßnahme Zuneigung und Ablehnung ist also für ein kleines Kind absolut notwendig. Leider verpassen die meisten Eltern den Übergang zu vernünftigeren Maßnahmen. So lehnen sie ihre
Kinder auch dann noch ab, wenn sie längst verstehen könnten, was die Eltern ihnen beibringen wollen.
Bis zum 3. Lebensjahr lernen wir auf einer sehr unbewussten Ebene von unseren Eltern. Wir ahmen sie einfach nach. Wir tun, was sie tun und denken, was sie denken. Ein Kind ist bis zum Alter von 3
Jahren noch nicht in der Lage, selbst zu beurteilen, ob es sich nach einem Sturz nur wenig weh getan hat oder viel. Es liest dies an den Reaktionen der Eltern ab. Finden sie es schlimm, war es
schlimm!
In den ersten drei Lebensjahren wird eine Art Simulationsprogramm in unserem Gehirn etabliert, in dem wir lernen, uns genauso zu verhalten wie unsere Eltern. Dieses Simulationsprogramm ändert
sich nicht automatisch, wenn wir es nicht bewusst ändern.
So lehnen wir heute selbst unsere Kinder ab, wenn sie etwas falsch machen. Hingegen belohnen wir sie mit Zuneigung, wenn sie etwas in unserem Sinne Richtiges tun. Dabei ist es auch völlig
unerheblich, ob unser Kind schon 42 Jahre alt ist und in Wirklichkeit Ehemann oder Schatzi heißt. Wir verhalten uns gemäß unserem angelernten Simulationsprogramm.
Wieder einmal wollen wir uns ein Motiv anschauen, das es wert ist, hinsichtlich seines Glückspotenzials optimiert zu werden. Nennen wir dieses Motiv den „Zweiten Erziehungsweg“! Am häufigsten
kommt dieses Motiv in Partnerschaften in der so genannten Akzeptanzphase nach der Verliebtheit vor.
Der Partner ist natürlich nicht so perfekt, wie man ihn in der Verliebtheitsphase gesehen hat. Er hat seine Ecken und Kanten, so wie jeder Mensch. Aber im Großen und Ganzen ist er schon mächtig
klasse, und den kleinen Rest, den kriegen wir auch noch hin!
Zuerst einmal sollten wir ihn neu einkleiden, denn die Klamotten, die der an hat – das geht ja gar nicht! Grundsätzlich ist seine Wohnung ja ganz in Ordnung – für einen Mann! Ein bisschen was
muss da schon noch gemacht werden. Im Beruf könnte er vielleicht noch ein wenig Karriereplanung gebrauchen. Da werden wir ihm wohl noch ein wenig auf die Sprünge helfen müssen! Generell sollte
man noch ein wenig an seinen Umgangsformen arbeiten.
Und sie ist plötzlich so zickig geworden. An allem hat sie was auszusetzen. Aber das kriegen wir auch noch weg. Und Sex will sie auch nicht mehr so oft wie am Anfang. Das muss sich natürlich auf
jeden Fall wieder ändern!
Das Motiv, den anderen ändern zu wollen, ist in dieser Phase für gewöhnlich auf beiden Seiten stark ausgeprägt. Natürlich wehrt sich jeder von beiden gegen dieses Änderungsversuche. Es gibt
häufiger Streit, den es in der Verliebtheitsphase noch gar nicht gab. (Es sei denn, man gehört zu der schnellen Truppe und will keine Zeit vergeuden. Dann kann man auch schon in der
Verliebtheitsphase mit dem Zweiten Erziehungsweg beginnen – muss man aber nicht!)
Solltest du einen Partner haben, der sich gerade auf dem zweiten Erziehungsweg befindet und sich mit Händen und Füßen dagegen wehrt, dann liegt es in deiner Hand, diesen Stress zu beenden. Denn
du kannst dich einfach gegen das Motiv, des zweiten Erziehungsweges entscheiden und es damit ablegen.
Schauen wir uns dazu wieder einmal die beiden Extreme des Motivs an, um uns Klarheit zu verschaffen, wie das optimierte Motiv aussehen sollte.
Es gibt Menschen, die dieses Motiv extrem stark verfolgen. Sie erziehen ihren Partner mit Zuckerbrot und Peitsche (Zuneigung und Ablehnung) und geben erst Ruhe, wenn der Partner ihren
Vorstellungen entspricht. (Was natürlich nie sein wird!)
Ich weiß nicht, ob du schon einmal mit solch einem Menschen zusammen warst. Ich habe mir dies für einige Jahre angetan. Es ist die Hölle auf Erden. Letztendlich ist die Beziehung daran
gescheitert. Und das ist der normale Verlauf dieser extremen Variante des Erziehungsmotivs. Wenn man nicht vom Partner durch dieses Zuckerbrot und Peitsche Spiel abhängig wird, beendet man die
Beziehung, weil man es irgendwann nicht mehr aushalten kann. Oder der erziehende Partner beendet die Beziehung, weil er keine Chancen mehr sieht, sein Ziel wirklich zu erreichen.
Das ist das eine Extrem des Erziehungsmotivs. Das andere Extrem sieht folgendermaßen aus: Man macht alles mit sich alleine aus, wenn man Probleme mit dem Partner hat und sagt ihm nichts davon.
Man versucht zu akzeptieren, was nicht zusammen passt und reibt sich dabei völlig auf. Es gibt viele Frauen und Männer, die sich in Beziehungen auf diese Weise völlig aufgeben.
Eine glückliche Beziehung kann man auf diese Weise jedenfalls ebenfalls nicht verwirklichen. Eine Beziehung braucht einen gegenseitigen gesunden Anpassungsprozess. Aus zwei Individuen sollte
zusätzlich ein Wir werden, wenn die Beziehung wirklich für beide Seiten beglückend sein soll. Das ist nicht erreichbar, wenn sich nur einer von beiden um Anpassung bemüht. Es scheint also wieder
einmal der Weg der Mitte angebracht zu sein. Doch was ist bei diesem Motiv das richtige Maß?
Wie wäre es denn, wenn wir gleich zu Beginn der Akzeptanzphase versuchen würden, das Wir-Gefühl in unserer Beziehung anzustreben?! Nicht mehr der andere sollte sich ändern oder ich muss mich
ändern – wir sollten eine gemeinsame Lösung finden, die für beide Seiten in Ordnung ist. Einen gesunden Kompromiss also bei dem beide Seiten ab und zu geben. Wenn wir dabei noch
das 5:1 Beziehungskonto berücksichtigen (Siehe gleichnamigen Glückstipp) und über alles ausführlich reden, haben wir die besten Chancen, dass etwas Vernünftiges dabei heraus kommt – jedenfalls
deutlich vernünftiger als auf dem zweiten Erziehungsweg!
Damit dies funktioniert, sollte natürlich das Motiv in unserem Gefühl in Ordnung gebracht werden. Das Motiv, den anderen an uns anzupassen, sollte ersetzt werden durch das Motiv, uns in
gegenseitigem Einvernehmen aneinander anzupassen. Dies erfordert wie gesagt auf beiden Seiten die Bereitschaft, gesunde Kompromisse zu machen.
Denke einen Moment über deine jetzige oder über eine frühere Beziehung nach und überlege kurz einmal, wie die Veränderung dieses Motivs sich auf diese Beziehung ausgewirkt hätte. Vermutlich wäre
dann alles ganz anders gelaufen.
Wie gesagt stellt die Veränderung eines Motivs die effektivste aller Möglichkeiten dar, das eigene Glückspotenzial zu vergrößern. Sinnvoll kann dazu wieder der Austausch mit Freunden sein. Nehmt
euch im Gespräch das Motiv vor, macht euch bewusst, dass es nicht sinnvoll war, dieses Motiv in der bisherigen Form anzustreben und beschließt dann wiederholt, dass ihr ab sofort euer optimiertes
Motiv anstreben werdet. Die Wiederholung macht hier den Effekt.
Danach wird sich sowohl eure Wahrnehmung als auch die Beurteilung eurer Beziehung gravierend zum Positiven verändert haben. Die Liebe hat somit wieder eine Chance.
In diesem Sinne wünsche ich euch alles Liebe und eine tolle und glückliche Beziehung.
© Mit freundlicher Genehmigung
Ella Kensington AG / http://www.ella.org
Ist es wirklich der/die Richtige?
Wenn du zwei Verliebte auseinander bringen willst, dann ist dies die beste Frage dazu! (Das ist natürlich nicht das Ziel dieses Glückstipps!) Im Ernst! Es ist hinsichtlich der Liebe die übelste Frage, die man jemanden stellen kann. Schauen wir uns einmal gemeinsam an, was durch diese Frage genau passiert.
Gehen wir einmal davon aus, dass dir jemand diese Frage stellt, von dem du weißt, dass ihm dein Glück wirklich am Herzen liegt. Er will dir also mit dieser Frage helfen. Genauer gesagt will er
dir dabei helfen, dass du sicher bist, das Richtige zu tun.
Viele Freunde halten es für ihre Pflicht, diese Frage direkt vor der Hochzeit zu stellen. Sie meinen es gut damit. Dass dann trotzdem so viele noch vor dem Altar ja sagen, ist in höchstem Maße
erstaunlich.
Die meisten Menschen brauchen jedoch keinen Freund, der ihnen diese Frage stellt. Sie stellen sie sich selbst. Sie warten auch nicht bis zur Hochzeit. Sie stellen sich diese Frage bereits in der
Kennenlernphase. Warum das nicht sinnvoll ist und welches die sinnvollere Strategie in Sachen Liebe ist, darum geht es in diesem Glückstipp.
Stell dir einmal vor, du bist diejenige, die ein paar Tage vor dem Hochzeitstermin von ihrer besten Freundin gefragt wird, ob du dir wirklich sicher bist, dass es der Richtige ist. Was geht dann
in deinem Kopf ab? Genauer gesagt interessiert mich, was dein Gehirn genau tut, um diese Frage zu beantworten.
Denkst du an all die schönen Momente, in denen du dich mit deinem Schatzi so richtig glücklich gefühlt hast? Dann herzlichen Glückwunsch! Du gehörst zu einer Ausnahmeerscheinung unter den
Menschen! Das „normale“ Gehirn geht immer den gleichen Weg, wenn es um Sicherheit geht.
Stell dir einmal vor, du bist mitten im Djungle. Du sitzt in der Nähe eines Wasserlochs auf dem Baum und bekommst Durst. Nun weißt du, dass es da unten am Wasserloch wilde Tiere geben kann. Du
willst natürlich sicher dort hin und wieder zurückkommen. Was tust du jetzt, um sicher zu sein, dass es keine wilden Tiere in der Nähe gibt? Logisch, du suchst nach ihnen! Wenn du keine findest,
fühlst du dich relativ sicher. Natürlich kannst du nicht wissen, ob sich ein Raubtier irgendwo versteckt hält oder vielleicht auch getarnt ist. Vielleicht ist auch ein Krokodil im Wasser. Ganz
sicher wirst du dir deshalb nie sein.
Genauso geht dein Gehirn immer vor, wenn es sicher sein will. Es sucht nach Gefahren. Wenn es dann keine findet, fühlt es sich relativ sicher. Ganz sicher fühlt es sich jedoch nie, da es ja nicht
wissen kann, ob es Gefahren gibt, die es einfach nicht gesehen hat.
Was meinst du? Kann man überhaupt alle Gefahren ausschließen, dass die Beziehung irgendwann vielleicht doch kaputt gehen könnte? Diese Gefahr besteht doch immer! Das kann man nicht ausschließen.
Natürlich findet man also Gefahren, wenn man gezielt danach sucht. Und jetzt fängt für 90 Prozent aller Menschen ein Teufelskreis an, der sie immer tiefen in den Zweifel zieht.
90 Prozent aller Menschen benutzen ihr Gefühl als Referenzsystem, mit dem sie die Aussage ihres Verstandes überprüfen. 10 Prozent benutzen ein anderes Sinnessystem als Referenz, zum Beispiel den
Geruchssinn. Das stinkt, sagen diese Leute dann öfter mal, wenn was nicht stimmt. Oder: „Das schmeckt mir gar nicht!“ Oder es sieht einfach falsch aus oder hört sich falsch an.
Die meisten Menschen erkennen dies jedoch wie gesagt an ihrem Gefühl. Wenn sich etwas augenscheinlich Gutes schlecht anfühlt, dann stimmt etwas nicht. Es fühlt sich nur stimmig an, wenn unser
Gefühl unseren Verstand bestätigt.
Und genau hier liegt der Hund begraben, warum die Frage „Ist es wirklich der Richtige?“ so fatal wirken kann. Um wirklich sicher mit gutem Gefühl „ja“ sagen zu können, dürfte dein Gehirn keine
Gefahren finden. Die findet es aber immer! Und wenn es eine Gefahr findet, fühlt sich das schlecht an. Nimmst du jetzt dieses Gefühl ernst, was wie gesagt 90 Prozent aller Menschen tun, bist du
in einem Teufelskreis.
Du fühlst dich schlecht, wenn du dich fragst, ob es der Richtige ist. Das dürfte nicht passieren, wenn es tatsächlich der Richtige wäre, denkst du vielleicht. Bedingt durch diese Annahme wird
dein Gefühl noch schlechter. Die Alarmglocken fangen an wie wild um sich zu schlagen. Du fragst dich wieder und wieder und jedes Mal kritischer: „Ist es wirklich der Richtige?“ Dann schaust du
auf dein Gefühl und erwartest ein Glücksgefühl, als Bestätigung, dass es doch der Richtige ist. Das kommt natürlich nicht. Wie auch, wenn du dich in diesem Zweifelteufelskreis befindest. Dein
Gefühl wird stattdessen immer schlechter.
Gleichzeitig spürst du aber auch unbewusst, dass mit deinem Gefühl etwas nicht in Ordnung sein kann. Du weißt zwar nicht was, aber du weißt, dass damit irgendetwas nicht stimmt. Die ganze Zeit
war es doch vollkommen in Ordnung. Wieso zweifelst du jetzt so stark an allem und fühlst dich so abgrundtief schlecht?
Die meisten Gehirne finden nur einen einzigen Ausweg aus diesem Dilemma. Mit dem Gefühl scheint etwas nicht zu stimmen. Was genau wissen sie nicht. Also machen sie sicherheitshalber alle Gefühle
weg, die mit der Sache zu tun haben. Das heißt, du empfindest dann auch keine Liebe mehr. Was deinen Teufelskreis erneut auslöst.
Wieso hast du plötzlich keine Gefühle mehr für deinen Partner? Du verstehst das nicht! Nach einigem hin und her kommst du möglicherweise auf die Idee, dass es dafür nur eine Erklärung geben kann.
Du liebst ihn nicht mehr! Es war wohl doch nicht der Richtige. Schade, Schade! Dabei hatte alles doch so gut angefangen.
Dieser Teufelskreis kann in jeder Phase einer Beziehung gestartet werden. Entweder wird man von Freunden auf die Idee gebracht, oder es gibt einen wichtigen Anlass, sich diese Frage selbst zu
stellen. Man will zum Beispiel zusammen ziehen oder gar heiraten. Man will ihn den Eltern oder den Freunden vorstellen und hofft, dass er dort gut ankommt. Oder man will einfach aus der
Verliebtheit eine echte Beziehung machen.
Wenn man diesen Teufelskreis kennt, kann man ihn einfach stoppen. Wissen ist in dieser Hinsicht tatsächlich Macht. Erwarte einfach nicht, dass dein Gefühl gut sein muss, wenn du dich fragst, ob
er der Richtige ist. Dein Gefühl kann nicht gut sein! Dein Gehirn sucht und findet Gefahren und das bestimmt dann deine Gefühle. Wenn du das beherzigst, wird dich der Teufelskreis nicht gefangen
nehmen können. (Wenn du Freunde hast, denen es gerade so geht, würden diese sich sicherlich freuen, wenn du ihnen diese Zusammenhänge erklärst oder ihnen diesen Glückstipp weiter sendest.)
Doch wie findest du jetzt heraus, ob es der Richtige ist? Du würdest dich sicherlich selbst anlügen, wenn du behaupten würdest, dass du das nicht wissen willst. Glücklicherweise gibt es einen
Weg, wie du es herausfinden kannst. Jedoch nicht über den Verstand! Der Verstand kann dir nicht sagen, ob du jemanden liebst. Da kannst du noch so viel nachdenken und analysieren. Diese Frage
kann nur dein Gefühl beantworten. Dein Verstand kann dein Gefühl stören, wie ich das oben beschrieben habe. Er kann dir die Illusion geben, dass du ihn nicht liebst.
Das Gegenteil gelingt ihm allerdings nicht so gut. Dein Verstand kann dir, wenn überhaupt, höchstens sehr kurzfristig das Gefühl geben, dass du ihn liebst, wenn es nicht wirklich der Fall ist.
Möglicherweise hast du das schon einmal erlebt. Dein Verstand sagte dir, dass dies genau das ist, was du gesucht hast. Und trotzdem entstand keine wirkliche Liebe, die länger als ein paar Tage
andauerte.
Die Liebe lässt sich bekanntlich nicht erzwingen. Schon gar nicht über den Verstand. Aber dein Verstand kann dein Gefühl unterstützen, wenn du es richtig anfängst. Genauso wie er stören kann,
kann er auch nutzen! Du kannst der Liebe über deinen Verstand entweder Raum geben oder ihr den Raum nehmen. Beides ist möglich.
Wenn du der Liebe Raum gibst, heißt das natürlich nicht, dass unweigerlich Liebe entsteht. Es heißt nur, dass du es deinem Gefühl leicht machst, die Liebe zu erkennen. Ist keine wirkliche Liebe
da, wird auch aller Raum der Welt nichts nützen.
Willst du also herausfinden, ob es wirklich Liebe ist, dann brauchst du der Liebe über den Verstand nur genügend Raum zu geben. Entsteht dann in deinem Gefühl trotzdem keine Liebe, dann war es
keine.
Ich wurde schon oft gefragt, woran man denn das richtige Gefühl der Liebe erkennen kann. Viele Menschen haben Angst, dass sie nicht die Fähigkeit besitzen, wirklich zu lieben. Dazu kann ich nur
sagen: Jeder Mensch wird mit dieser Fähigkeit geboren - eine angeborene Fähigkeit, die man nicht verlieren kann! Gibt man der Liebe über den Verstand genügend Raum, wird man lieben! Das kann man
gar nicht nicht tun!!!
Wenn Liebe im Spiel ist, zeigt sie sich also, wenn du ihr Raum gibst. Doch findest du die Liebe normalerweise nicht gleich nach einem Tag wieder, wenn du sie dir zuvor durch deinen Teufelskreis
komplett zerschossen hast! Es dauert dann eine Weile, bis sich die Liebe gegen die Zweifelgefühle, in die in die du dich rein gesteigert hast, wieder durchsetzen kann. Hier solltest du dir also
Zeit lassen!
Wie gibt man nun der Liebe vom Verstand her wirklich ihren Raum? Zum einen sollte die Liebe grundsätzlich eine große Wichtigkeit in deinem Leben haben, das versteht sich von selbst. Wenn alles
andere wichtiger ist, wirst du dich sicherlich nicht verlieben.
Noch wichtiger ist es jedoch, der Liebe nicht nur grundsätzlich sondern auch tagtäglich ihren Raum zu geben. Und dazu gibt es eine einfache und sehr schöne Möglichkeit. Achte auf alles, was
zusammen passt bei dir und deinem Schatzi. Jedoch nicht, in Bezug auf deinen Anforderungskatalog, den du dir über den Verstand gebastelt hast. Der macht wieder nur Probleme.
Achte auf alle Gemeinsamkeiten und Ergänzungen, die euch zu einem tollen Paar machen. Wo habt ihr gemeinsame Interessen? Wo habt ihr den gleichen Geschmack? Wobei ergänzen sich eure Fähigkeiten?
In welchen wichtigen Beziehungs- oder Lebensfragen seid ihr einer Meinung? Welche eurer Charaktereigenschaften stimmen überein und welche ergänzen sich? Wo sitzt ihr in Bezug auf eure Probleme im
gleichen Boot? Ja, auch das können wichtige Gemeinsamkeiten in einer Beziehung sein. Hat man die gleichen Probleme, kann man die Denk- und Handlungsweise des anderen einfach sehr viel besser
verstehen.
Achte also auf alles, was zusammen passt. Konzentriere dich jedoch auf keinen Fall auf all das, was nicht zusammen passt und womit du vielleicht Probleme hast. Damit würdest du deinem Gefühl jede
Chance nehmen, wirkliche Liebe zu erkennen.
Natürlich willst du schnellstmöglich wissen, ob es wirklich passt oder nicht und ob es Liebe ist. Aber schnellstmöglich heißt nicht, schneller als möglich!!! Vor allem dann, wenn
du in den oben beschriebenen Zweifelsteufelskreis geraten warst, braucht es eine Weile, um der Liebe wieder eine Chance zu geben. Wenn du jetzt sofort wieder kritisch auf dein Gefühl schaust, ob
es auch wirklich gut genug ist, bist du sofort wieder im gleichen Teufelskreis.
Wenn du herausfinden willst, ob du ihn (immer noch) wirklich liebst, dann ist der schnellste Weg dort hin der, eine ganze Weile lang nur auf alles zu schauen, was passt. Alles was nicht passt,
solltest du ohne große Bewertung einfach mal hinnehmen und nicht darüber nachdenken. Vor allem nicht darüber, ob du den Rest deines Lebens damit zurecht kommen würdest! Steck es einfach in eine
Schublade fürs Nichtpassen. Du musst ja nicht jetzt und hier die möglicherweise wichtigste Entscheidung in deinem Leben treffen. Lass dir dafür die Zeit, die es braucht, um wirklich gut
entscheiden zu können.
Steck also alles, was nicht passt, in eine entsprechende Schublade. Und alles, was passt, steckst du ebenfalls in eine dafür vorgesehene Schublade, die du jedoch im Gegensatz zur ersten immer
wieder mal aufmachst und die Gefühle genießt. Lass das Nichtpassen also möglichst bedeutungslos und gib dem Passen die größtmögliche positive Bedeutung.
Gehen wir einmal davon aus, das ziehst du einen Monat durch. Du sammelst also einen Monat lang Passendmerkmale und genießt sie. Alle Unpassendmerkmale verstaust du schön und ohne große Bewertung
in deiner Schublade. Während dieser Zeit gibst du nicht nur deinem Gefühl die Chance, sich überhaupt wieder neu entwickeln zu können, du sammelst darüber hinaus noch eine Menge Informationen
darüber, was für eine Partnerbeziehung tatsächlich passt und was nicht.
Durch deinen Teufelskreis hast du etwas Ähnliches getan. Du hast in deiner Schublade eine Menge Unpassendmerkmale gesammelt. Es waren jedoch keine echten Unpassendmerkmale, da sie allesamt auf
den Denkfehler beruhten, dein Gefühl müsste gut sein, wenn du dir Frage stellst, ob er der Richtige ist. Diese Schublade sollte also ausgemistet werden. Das kannst du dann nach vier Wochen
ausführlich tun. Schau dir an, was sich alles in der Passend- und was in der Unpassendschublade befindet. Auf diese Weise kannst du dann eine wirklich gute Entscheidung treffen. Dein Verstand und
dein Gefühl werden dann die gleiche Sprache sprechen. Dies ist die schnellste und auch angenehmste Art und Weise, wenn man erkennen will, ob wirklich (noch) Liebe da ist oder ob es eher für eine
Freundschaft passt.
Das angenehme an dieser Strategie ist die Nähe, die dabei entsteht. Mit jedem Passendhinweis, den du findest, wird sich die Nähe zwischen euch verstärken. Es ist genau das, was normalerweise in
der Verliebtheitsphase passiert. Achtest du weiterhin auf alles, was passt, wird es immer näher – bis zum Einssein. Man lässt den anderen so nah an sich heran, dass es keine Distanz mehr gibt.
Es sei denn, es entsteht keine partnerschaftliche Liebe. Dann bleibt immer eine Distanz. Egal, wie passend man den anderen machen will. Die Liebe kann man wie gesagt nicht erzwingen. Auch nicht
über diesen Weg. Was jedoch dabei entsteht, wenn es nicht Liebe ist, ist Freundschaft. Auf diese Weise kommt man sich entweder als Beziehungspartner näher oder als Freund, was ja auch sehr schön
ist.
Wie in meiner Glückstippserie „Wie finde ich den Richtigen?“ bereits ausführlich beschrieben, ist es meistens besser, sich erst einmal auf der freundschaftlichen Ebene kennen zu lernen und sich
dann eine Partnerbeziehung daraus entwickeln zu lassen. Es sei denn, man erkennt die Liebe gleich von Anfang an und kommt drum herum, sich die vermaledeite Teufelskreisfrage zu stellen.
In diesem Sinne wünsche ich dir einen erfolgreich verliebten Sommer. Bis zum nächsten Glückstipp im August alles Liebe
Bodo (alias Ella Kensington)
© Mit freundlicher Genehmigung
Ella Kensington AG / http://www.ella.org
Was ist Liebe?
Wenn Menschen über das Gefühl der Liebe reden, reden sie meistens über völlig unterschiedliche Dinge. Die einen verstehen unter Liebe die Zuneigung, die sie für einen anderen Menschen empfinden, andere meinen eher die Verbundenheit mit diesem Menschen. Wieder andere sprechen von Liebe, wenn sie den anderen toll finden, oder sie sprechen von Liebe, wenn sie den anderen haben wollen. Manche Menschen sprechen auch von Liebe, wenn sie sich im Beisein des Geliebten geborgen, zu Hause oder beschützt fühlen. Oder sie empfinden es als Liebe, wenn sie den anderen als genauso wichtig oder gar wichtiger empfinden als sich selbst.
Diese Auflistung könnte man beliebig fortführen. Es gibt unzählige Empfindungen, die zur Liebe gehören. Doch diese Empfindungen sind nicht die Liebe selbst. Sie sind emotionale
Begleiterscheinungen der Liebe.
Vor einigen Jahren fragte ich Ella einmal danach, was Liebe ist. Die Antwort verwirrte mich zunächst: „Liebe ist unsere tatsächliche Daseinsform“, antwortete Ella. „Es ist die Daseinsform des
Einsseins und damit unsere wahre Natur.“
Liebe ist also mehr als nur ein Gefühl. Sie ist auch mehr als die Summe aller Gefühle, die zur Liebe gehören. Sie ist der ursprüngliche Daseinszustand, mit allem eins zu sein. Die Wahrnehmung
dieses Zustandes im Kleinen bringt die oben benannten Gefühle hervor. Die Wahrnehmung des vollständigen Einsseins bringt das Gefühl hervor, dass viele Menschen als Allumfassende Liebe bezeichnen.
Menschen, die diesen Zustand permanent leben können, werden als erleuchtet bezeichnet.
Viele Menschen sind schon einmal in den Genuss einer erleuchtungsähnlichen Erfahrung gekommen. Sie haben sich für kurze Zeit mit allem eins gefühlt, konnten diesen Zustand jedoch nicht halten.
Solche Erfahrungen hatte ich mehre Male. Sie waren unglaublich beglückend, was mich dazu verleitete, die Allumfassende Liebe als Weg zum Glück anzusehen. Das ging so was von mächtig in die Hose,
dass ich diesen Weg niemandem empfehlen möchte! Niemals zuvor in meinem Leben und auch nicht danach war ich so unglücklich wie in dieser Phase meines Lebens. Spirituell machte ich dabei nur
Rückschritte.
Ich bin trotzdem froh, dass ich es erlebt habe, denn ich habe eines daraus gelernt: Liebe ist kein Weg zum Glück. Es ist umgekehrt. Glück ist der Weg zur
Liebe! Denk nur einmal an Phasen deines Lebens, in denen du über alle Maßen glücklich warst. Vielleicht warst du gerade bis über beide Ohren glücklich verliebt (Das ist nicht
das Gleiche wie die Liebe!). Du empfandest in dieser Zeit so viele gute Gefühle für andere Menschen, dass du am liebsten in der Fußgängerzone alle Menschen umarmt hättest. Du warst tolerant und
verständnisvoll, warst wohlwollend, freutest dich mit anderen Menschen über ihr Glück und mochtest irgendwie alle. Das war sicherlich mächtig toll, doch es war nur der Anfang von dem, was möglich
ist!
Beständiges Glück stellt die Voraussetzung dar, um so etwas Gigantisches wie Liebe tatsächlich dauerhaft leben zu können. Die Allumfassende Liebe ist wie eine lange Leiter, die man Stufe für
Stufe erklimmt und dabei auf Ebenen vordringt, die man zuvor überhaupt nicht für möglich gehalten hätte.
Der Weg zur Allumfassenden Liebe besteht in der Wahrnehmung des Einsseins mit allem, was ist. Doch dazu muss die richtige emotionale Basis geschaffen werden, sonst stürzt man immer wieder von der
Leiter, und das tut mächtig weh! Das musste ich nach einigen Jahren des Bemühens schließlich einsehen.
Ich schaffte es noch nicht einmal dauerhaft, mich selbst zu lieben und damit mit mir selbst eins zu fühlen. Ich lehnte mich zum Beispiel ab, wenn ich etwas falsch gemacht oder nicht gut genug
hingekriegt hatte. Ich zweifelte an mir, wenn andere mich kritisierten. Ich verurteile mich für meine Charakterfehler und wäre erst mit mir zufrieden gewesen, wenn ich perfekt gewesen wäre.
Selbstablehnung, Selbstzweifel und Selbstverurteilung sind Trennungsgefühle. Wir Menschen sind instinktiv geneigt, Dinge, die wir ablehnen und verurteilen, als uns nicht zugehörig zu betrachten.
Damit ist es uns unmöglich, uns dauerhaft mit allem eins zu fühlen. Dieser Instinkt kann nicht ausgeschaltet werden. Wir können ihn nur umgehen, indem wir weder uns selbst noch andere oder unsere
Lebensumstände ablehnen oder verurteilen. Dass dies nicht einfach mal so nebenbei gelingt, nur weil wir das wollen, kannst du sicherlich nachempfinden. Vielen Menschen fällt es schon schwer, sich
in ihre Eltern hinein zu versetzen, um ein Simulationsmuster mit ihnen zu verändern. (Eine effektive Methode zur persönlichen Weiterentwicklung, die wir häufig verwenden.) Sie wollen nicht eins
sein mit ihren Eltern. Dafür gibt es möglicherweise zu viele emotionale Verletzungen aus der Kinderzeit. Gründe also, die berücksichtigt werden müssen auf dem Weg zur Liebe.
So lange wir uns selbst, andere Menschen, unsere Lebensumstände, unseren Körper, die Gesellschaft oder sonst irgendetwas dauerhaft ablehnen oder verurteilen, wird sich unsere Wahrnehmung nicht
dauerhaft und vollständig auf das Einssein und damit auf die Allumfassende Liebe fokussieren können.
Natürlich kann man nicht einfach von jetzt auf gleich damit aufhören. Das ist ein längerer Prozess, dem wir uns in unserem Glückstraining auch sehr umfassend widmen. Das Wichtigste bei diesem
Prozess ist jedoch, es wirklich zu wollen. Mit wirklich wollen meine ich, es auch unbewusst zu wollen. Wir haben natürlich unsere Gründe dafür, wenn wir zum Beispiel unseren Partner ablehnen. Wir
wollen damit etwas erreichen. Wir wollen in der Regel erreichen, dass er sich ändert. Das Gleiche wollen wir auch erreichen, wenn wir uns selbst oder unsere Lebensumstände ablehnen.
Wir haben also triftige Gründe für unsere Ablehnung, auch wenn uns diese Gründe nicht immer bewusst sind. So lange diese Gründe bestehen bleiben, werden wir unbewusst weiterhin ablehnen. Unser
Bewusstsein hat leider (glücklicherweise) nicht die Befugnis zur Entscheidung, es einfach nicht mehr zu tun. Es hat jedoch die Befugnis, die Gründe für die Ablehnung zu überprüfen und sie ggf.
als falsch zu erkennen. Wann immer wir solch einen Grund als Fehler erkennen, wird die Ablehnung gestoppt. Das geschieht innerhalb weniger Sekunden und bleibt dauerhaft bestehen. Aus diesem Grund
heraus werden wir also niemals wieder etwas oder jemanden ablehnen. Es sei denn, wir ändern unsere Meinung wieder und sehen den ursprünglichen Grund zur Ablehnung doch nicht mehr als Fehler an,
was manchmal geschieht, weil uns der Weg der Wahrheit einfach als zu mühsam erscheint. Wir lehnen den anderen dann doch lieber wieder ab, weil es einfacher ist, als sich selbst zu ändern.
Die richtige Motivation ist damit ein wichtiger emotionaler Eckpfeiler auf dem Weg zur Allumfassende Liebe. Sie schafft jedoch nicht nur die Bereitschaft zur Eigenentwicklung, sie hat auch eine
sehr wichtige Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns. So gut wie alle Erfahrungen, die wir als Seele im Menschengewand machen, gehen durch unser Fleisch- und Blutbündnis hindurch.
Fast alle Wahrnehmungen erleben wir über unser Gehirn und die Sinnessysteme unseres Körpers. Motivation und Vorfreude lassen die geistige Leistungsfähigkeit unseres Gehirns auf 200 Prozent seiner
normalen Fähigkeiten ansteigen. Damit wird es erst möglich, Erfahrungen zu machen, zu denen man mit den normalen 100 Prozent gar nicht fähig wäre.
Natürlich lässt sich Motivation ebenso wenig bewusst erzwingen, wie wir unser Unterbewusstsein dazu zwingen können, niemanden und nichts mehr abzulehnen. Wollen wir motiviert sein, brauchen wir
auch dazu wieder triftige Gründe. Auch sollten die Gründe für eventuelle Demotivationen als falsch erkannt und damit eliminiert werden. Der emotionale Eckpfeiler dauerhafter Motivation sollte
also geschaffen werden auf dem Weg zur Liebe. Und zwar die Motivation zu den folgenden drei weiteren emotionalen Eckpfeilern der Allumfassenden Liebe:
Gelassenheit, Souveränität und Zusammengehörigkeit.
Gelassenheit ist wichtig, damit der alltägliche Stress nicht ständig jegliche Spiritualität zunichte macht. Stell dir vor, es kommt ein böser Brief von der Bank oder dem
Finanzamt. Sie wollen sehr viel mehr Geld von dir, als du auftreiben kannst. Du stehst also mit dem Arsch an der Wand. Natürlich könntest du jetzt dem Finanzamt sagen, dass wir in Wirklichkeit
doch alle eins sind und demnach doch egal ist, ob das Geld bei dir oder bei ihnen ist. Ich bezweifle jedoch, dass das Finanzamt nach dem All-Einssein-Prinzip handelt!
Man kommt nicht wirklich weit hoch auf der Leiter zur Allumfassenden Liebe, wenn einem der Alltag immer wieder abstürzen lässt. Der Aufstieg wird jedes Mal mühsamer. Auch wird die Angst mit jedem
Mal stärker, doch gleich wieder abzustürzen. Eigentlich sollten diese Schmerzen einem zeigen, dass man auf dem falschen Weg ist. Dennoch brauchen manche Menschen (ich zum Beispiel) Jahre, um dies
zu erkennen.
Gelassenheit lässt sich natürlich ebenfalls nicht erzwingen. Wir haben unsere Instinkte, die befriedigt werden müssen. Das gehört zum Fleisch- und Blutbündnis dazu, das wir als Seele mit unserem
Körper eingegangen sind. Wir haben Instinkte, die wir nicht ignorieren können. Wir brauchen also wieder einmal triftige Gründe für unsere Gelassenheit. Gleichzeitig sollten wir die Gründe für
unseren Stress als Fehler erkennen, damit hier Ruhe einkehren kann.
Da diese Erkenntnisprozesse allesamt auf Wahrheit beruhen müssen, damit unsere Instinkte sie annehmen können, erfordert dieser Weg eine ausreichende Kenntnis über unsere Instinkte und ihre
Motive, wie ich sie in Mary, Die Glückstrainer und Glücksmomente veröffentlicht habe. Letzten Endes sollte uns klar sein, dass in unserem Leben alles in Ordnung ist und auch zukünftig in Ordnung
bleibt – ja sogar alles noch besser wird. Kann man diese Einstellung zur Gegenwart und zur Zukunft nicht als wahr empfinden und triftige Gründe dafür anbringen, wird es nichts mit dauerhafter
Gelassenheit. Und damit auch nichts mit dem absturzfreien Aufstieg auf der Leiter zur Allumfassenden Liebe.
Ein weiterer wichtiger emotionaler Eckpfeiler ist die Souveränität. Ein souveräner Mensch ist selbstbestimmt. Er lässt sich nicht so schnell von den Meinungen anderer verunsichern – selbst dann
nicht, wenn es einige Milliarden sind, die anderer Meinung sind. Das bedeutet nicht, dass ein souveräner Mensch weltfremd ist. Er gibt jedoch der Meinung anderer Menschen nicht mehr Gewicht als
seiner eigenen Meinung. Auch dann wie gesagt nicht, wenn es ein paar Milliarden Menschen sind, die anderer Meinung sind. Wenn sich die Meinungen unterscheiden, dann weiß man erst einmal
nicht, wer richtig liegt. Doch dies ist kein Grund, an sich selbst als Mensch zu zweifeln. Es ist nur ein Grund, der Wahrheit auf den Grund zu gehen und herauszufinden, wer Recht hat. Das können
die Milliarden sein oder auch der einzelne.
Dieser Einstellung verdanke ich sehr viele meiner Erkenntnisse. Ich wurde von meiner Mutter so erzogen, dass man bei unterschiedlichen Meinungen einfach nicht wissen kann, wer Recht hat. Und so
überprüfte ich meine Erkenntnisse (zumeist die Infos, die ich von Ella bekam) völlig ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass 6,5 Milliarden Menschen auf dieser Welt das anders sehen. Alle Menschen
dieser Welt lehnen beispielsweise sich selbst, andere Menschen, ihren Körper, ihre Krankheiten, ihre schlechten Gefühle, ihren Computer, ihr kaputtes Auto, das verbrannte Essen usw. ab, um mit
dieser Ablehnung zu erreichen, dass sich alles zum Positiven ändert. Das dies nicht funktioniert, liegt auf der Hand. (Ich habe es in meinen Büchern ausführlich beschrieben.) 6,5 Milliarden
Menschen auf dieser Welt hatten also Unrecht – so unglaublich das klingen mag!
Auch machen 6,5 Milliarden Menschen auf dieser Welt keinen Unterschied zwischen Zuneigung und Anerkennung. Sie geben scheinbar Zuneigung für Leistung und versuchen auch, Leistungen zu erbringen,
um Zuneigung zu erhalten. In Wirklichkeit ist Zuneigung jedoch von Leistungen völlig unabhängig. Zuneigung erhält man dafür, dass man so ist, wie man ist. Anerkennung erhält man für das, was man
tut. Auch wenn das 6,5 Milliarden Menschen dieser Welt verwechseln, haben sie nicht Recht damit. (Du merkst vermutlich schon: Ich bin mächtig stolz auf meine Souveränität!)
Souveränität ist wichtig, damit man seinen eigenen spirituellen Weg gehen kann. Niemand kann dir sagen, was für dich richtig ist. Niemand weiß, was wirklich richtig und falsch ist. Der Liebe Gott
hat hier irgendwie vergessen, uns ein umfassendes Sammelwerk da zu lassen, in dem wir nachschlagen können, was wirklich richtig ist.
Wir sind also auf uns selbst angewiesen. Wir müssen uns unsere eigene Meinung bilden. Jeder Mensch auf diesem Planeten hat sich sein eigenes Sammelwerk für Richtig und Falsch geschaffen. Er hat
es durch eigenes Nachdenken und durch Übernahme von anderen Menschen (Eltern, Lehrern, Freunden, Partnern usw.) zusammen getragen. Niemand benutzt demnach das gleiche Nachschlagewerk. Wir sind
uns in einzelnen Punkten oft einig. Aber es gibt sicherlich keine zwei Menschen auf der Welt, die tatsächlich exakt genau das gleiche Nachschlagewerk mit all seinen Abertausenden von Kriterien
benutzen.
Diese Einstellung zusammen mit einigen anderen Überlegungen bildet die Grundlage echter Souveränität, die es uns ermöglicht, unseren eigenen Weg zu gehen. Und nur unser eigener Weg führt zu
unserem eigenen Ziel! Souveränität ist demnach ein unumstößlicher Eckpfeiler auf dem Weg zur Allumfassenden Liebe.
Als vierter emotionaler Eckpfeiler sind die Gefühle der Zusammengehörigkeit wichtig. Als da wären, Vertrautheit, Verbundenheit, Sympathie, Zuneigung, Harmonie, Wertschätzung usw. Für all diese
Gefühle hat die Natur ein eigenes Emotionszentrum geschaffen. In diesem Gehirnzentrum werden Hormone produziert, die unsere Wahrnehmung verändern. Sie machen die Wahrnehmung des Einsseins
überhaupt erst möglich. Sie öffnen Schritt für Schritt die Kanäle für die wahre Natur unserer Existenz – dem Einssein. Verstärkt man diese Gefühle immer mehr und lebt sie dauerhaft, fühlt man
sich zunehmend mit allem und jedem verbunden. Steigert man diese Gefühle immer weiter, intensiviert sich die Verbundenheit zur Erkenntnis des Einsseins. Alle Grenzen werden aufgehoben. Man ist
also nicht nur verbunden sondern tatsächlich eins.
Es ist, wie bereits erwähnt, nicht sinnvoll, diesen vierten und letzten emotionalen Eckpfeiler als erstes schaffen zu wollen. Wir können nicht uns selbst, jeden anderen Menschen und alles auf
dieser Welt lieben, wenn wir ständig mit Ablehnungsgefühlen konfrontiert werden, weil wir irgendetwas oder jemanden ändern wollen oder weil wir von ihm etwas erwarten.
In unseren Instinkten tragen wir eine Art Beziehungskonto, auf dem über alles, was wir für andere tun, genau Buch geführt wird. Erhalten wir auch wirklich genauso viel zurück, wie wir gegeben
haben? Das ist die Frage, die sich unsere Instinkte immer wieder stellen. Dabei legen sie jedoch dummerweise einen völlig falschen Maßstab an, wie ich in meinen Glückstipps „Das 5 zu 1
Beziehungskonto“ schon einmal ausführlich beschrieben habe.
Dieses Beziehungskonto lässt sich abstellen - auch wenn es um die Liebe geht. Wir müssen es jedoch wirklich wollen und daran scheitert unser Vorhaben dann meistens. Wir sehen es oft nicht ein,
für andere etwas zu tun, wenn wir nichts Adäquates zurück erhalten. Selbst dann nicht, wenn wir es eigentlich gerne tun und dabei sehr viele Erfüllungsgefühle erleben würden. Auch nicht, wenn wir
geschäftlich dadurch sehr viele Vorteile haben würden. Wenn das Beziehungskonto nicht stimmt, rät uns unser Instinkt, auf dieses gute Geschäft zu verzichten. Wir sehen dann einfach nicht ein,
dass der andere ungerechterweise so viel verdienen sollte und verzichten damit lieber auf unseren eigenen guten Verdienst, den wir bei diesem Geschäft trotzdem noch gehabt hätten. Wir sehen es
auch nicht ein, einen anderen Menschen zu lieben, wenn der uns nicht mindestens genauso stark zurück liebt. Mit dieser Einstellung schafft man es nie, allumfassend zu lieben. Dies würde
erfordern, dass man von allen Menschen dieser Welt mindestens genauso stark zurück geliebt wird. Ich denke, darauf sollten wir nicht wirklich warten!
Will man zur Allumfassenden Liebe, kommt man also um diesen Instinkt nicht herum. Man kann ihn übrigens mit der Einstellung abschalten, dass man die Dinge, die man scheinbar für andere tut, gar
nicht wirklich für sie macht, sondern für sich selbst. Man tut es, weil man es tun will. Mit dieser Einstellung mache ich auch meine Arbeit. Ich tue scheinbar etwas für andere, aber nur, weil es
mich selbst mit Glück erfüllt, das zu tun. Damit erwarte ich keine Dankbarkeit von meinen Teilnehmern. Ich erwarte auch nicht, dass sie wirklich umsetzen, was ich ihnen anbiete. Ich finde bereits
meine Erfüllung darin, mein Wissen anzubieten. Auf diese Weise ist meine Motivation stabil und wird nicht von dem 5 zu 1 Beziehungskonto gestört.
Ohne die richtige Motivation gibt es immer wieder Schwierigkeiten mit unseren Instinkten. Dauerhafte Zusammengehörigkeitsgefühle sind erst möglich, wenn unsere Motivation insgesamt stimmt. Sie
darf weder Erwartungen an andere enthalten noch darf sie von Änderungs- oder Erziehungsabsichten geprägt sein. Das Gleiche gilt für die Gelassenheit und die Souveränität. Auch diese beiden
Eckpfeiler sollten geschaffen werden, bevor man sich ganz und gar auf die Zusammengehörigkeit konzentriert.
Nicht zuletzt braucht es auch einige Zeit, um die beschriebene emotionale Basis überhaupt nervlich auszuhalten. Man muss sich tatsächlich an das Glück einige Zeit gewöhnen, um es zu ertragen.
Diese glücklichen Gefühle können sehr intensiv werden. Im letzten Camp haben wir uns die Lichter damit ausgeschossen, dass wir mit diesen vier Gefühlen unsere Spiegelneuronenallee gemacht haben.
Dabei wurden alle vier Gefühle so stark, dass fasst alle, die durch die Allee gegangen sind, vor Glück und Liebe weinen mussten und völlig von ihren glücklichen Gefühlen überwältigt waren. (Ich
selbst übrigens auch.) Die meisten hätten nie geahnt, dass man in einer Tiefgarage, wo der Event stattfand, so immens glücklich sein kann. Und wenn man das in einer Tiefgarage kann, dann kann man
es überall!
Die Spiegelneuronenallee zeigt lediglich ein wenig davon auf, was tatsächlich möglich ist. Mit dieser Maßnahme können wir für ein paar Minuten ein Glücksniveau erleben, das die meisten
Menschen nicht für möglich halten, das aber möglich ist, wenn wir für unsere emotionale Basis ein festes Fundament schaffen. Die überwältigenden Glücksgefühle der Spiegelneuronenallee sind nur
ein kleiner Vorgeschmack von dem, was wir mit der richtigen Persönlichkeitsentwicklung zum Glück erreichen können. Lasst euch überraschen, was die Allee bei euch für Gefühle hervorbringt. Ihr
werdet es bei den Wochenend-Camps erleben.
Ich habe viele Jahre damit zugebracht, die einfachsten Wege für diese emotionale Basis zur Allumfassenden Liebe zu finden. Sie ist jedoch nicht nur die Basis der Liebe sondern gleichzeitig auch
die Basis jeder spirituellen Entwicklung - egal, ob es um Realitätsgestaltung, außerkörperliche Wahrnehmungen oder um Heilung oder andere abgefahrene spirituelle Erfahrungen geht. Die Suche
nach diesem Weg erforderte es, dass ich mich in den letzten Jahren ganz auf das Glück konzentrieren musste. Viele meiner Leser und Seminarteilnehmer haben deshalb die Spiritualität in meinen
Büchern und Seminaren vermisst. Sie war in Wirklichkeit jedoch niemals weg!
Mit dem Glückskonzept, dass ich jetzt entwickeln konnte, ist es nicht mehr notwendig, 40 Jahre in der Wüste für spirituelle Erfahrungen zu meditieren. Es gelingt alles sehr viel einfacher, wenn
man genau weiß, wo man ansetzen kann. Die wissenschaftliche Gehirnforschung hat uns hier große Dienste erwiesen. Sie hat unser Fleisch- und Blutsbündnis mit dem Körper transparent gemacht und
damit Möglichkeiten aufgezeigt, die man zuvor nur „zufällig“ gefunden hätte. Aus den Erkenntnissen der Wissenschaft konnte ich die effektivsten Punkte ableiten, an denen man ansetzen kann.
Ich freue mich darauf, diese Punkte als Ergebnis meiner Arbeit bei den Wochenend-Camps und in meinem neuen Buch, das voraussichtlich Mitte des nächsten Jahres heraus kommt, an euch weiter zu geben und diesen Weg mit euch gemeinsam zu gehen. Ich wünsche euch „Alles Liebe“!
Bodo (alias Ella Kensington)
© Mit freundlicher Genehmigung
Ella Kensington AG / http://www.ella.org
Rund um die Uhr glücklich
Ich möchte dem nachfolgenden Glückstipp ein paar Worte vorweg schicken. Wie du vermutlich aus früheren Glückstipps weißt, sehe ich es nicht nur als meine Aufgabe an, das Problempotenzial meiner Seminarteilnehmer zu reduzieren. Ich möchte ihnen auch und vor allem dabei helfen, ihr Glückspotenzial zu steigern. Aus diesem Grund geht es in diesem Glückstipp um die Fähigkeit, sich rund um die Uhr in fast unverschämtem Maße glücklich zu fühlen. Theoretisch ist der Erwerb dieser emotionalen Fähigkeit überhaupt nicht schwierig. Tatsächlich würden mich für diese Aussage vermutlich jetzt einige meiner Leser am liebsten steinigen!
Es gibt natürlich Voraussetzungen, die vor dem Erwerb dieser Fähigkeit erfüllt werden sollten. So ist es logischerweise nicht möglich, permanent glücklich zu sein, solange man sich von seinen
Problemen noch erdrückt fühlt. Es ist auch nicht möglich, permanent glücklich zu sein, wenn man das gar nicht wirklich voll und ganz will. Aus diesem Grund werden wir uns in den ersten beiden
Wochenend-Camps erst einmal mit Zielen und Problemauflösung befassen. Wir machen also erst einmal den Weg frei, damit die Fähigkeit des permanenten Glücks mühelos am dritten Wochenende erlernt
werden kann. Ich möchte diese Fähigkeit dennoch in diesem Glückstipp behandeln, da ich überzeugt bin, dass du einen Teil davon auch jetzt schon umsetzen kannst.
In unserem Alltag prasseln sekündlich eine Unmenge an Informationen auf uns ein. So viele, dass wir wichtige von unwichtigen unterscheiden müssen. Stell dir einmal vor, du sitzt in einer Kneipe
und unterhältst dich mit den Leuten an deinem Tisch. Um euch herum sitzen jedoch noch weitere fünfzig Menschen, die alle ziemlich laut durcheinander quatschen. Wärst du jetzt nicht in der Lage,
dich auf bestimmte Menschen zu konzentrieren, würdest du dort niemanden verstehen.
Unser Gehirn ist nicht in der Lage, allen Menschen gleichzeitig zuzuhören und sich über alles, was sie sagen, gleichzeitig Gedanken zu machen. Das sind einfach zu viele Informationen. Wir hören
zwar alle Stimmen in der Kneipe, aber wir können diese Informationen nicht alle verarbeiten. Unser Gehirn muss sich also auf einige wenige Informationen beschränken, die es verarbeiten kann. Und
das geschieht nicht nur in der Kneipe, sondern in jeder Sekunde unseres Lebens.
Natürlich sucht sich unser Gehirn die Informationen sehr sorgfältig aus, mit denen es sich beschäftigt. Es will sich mit den Dingen beschäftigen, die für uns von Bedeutung sind. Genau diese
Informationen belegt das Gehirn dann auch mit Emotionen. Alles andere nehmen wir zwar unbewusst wahr, aber es bleibt emotionslos, wie die Gehirnforschung unlängst herausfinden konnte. Diese
Informationen werden in unserem Gedächtnis zwar abgespeichert, aber wie gesagt ohne Emotionen. Das Gehirn beschäftigt sich dann auch nicht mehr damit.
Natürlich ist es keine Willkür, welche Informationen von unserem Gehirn als bedeutend angesehen werden. Einige wenige Dinge sind unseren Instinkten fest als bedeutend einprogrammiert und erregen
sofort unsere Aufmerksamkeit: akute Lebensgefahren zum Beispiel oder sexuelle Reize. Es gibt also einige Themen, die unser Gehirn von Natur aus als bedeutend betrachtet. Das sind jedoch wirklich
nur sehr wenige Dinge. Das meiste, was wir als bedeutend ansehen, haben wir im Laufe unseres Lebens erlernt. Und genau hier steckt ein gewaltiges Glückspotenzial!
Wenn nur ein kleiner Teil unseres Lebens Emotionen in uns auslöst und der Rest gar nicht groß beachtet wird, dann sollten wir dafür sorgen, dass wir den richtigen kleinen Teil als bedeutend
empfinden. Die Dinge nämlich, die uns glücklich machen!
Die meisten Menschen empfinden die Zeit der Verliebtheit als glücklichste Zeit ihres Lebens. Sie scheinen überzuquellen vor Glück und würden am liebsten alle Menschen dieser Welt daran teilhaben
lassen. Hast du dich schon einmal gefragt, warum Menschen in dieser Phase ihres Lebens so glücklich sind? Die Antwort ist einfach. Während der Verliebtheitsphase ist ihnen die Liebe mit Abstand
das Wichtigste im Leben! Alles, was mit der Liebe zu tun hat, ist also bedeutend und wird mit Emotionen belegt. Jeder noch so kleine Hinweis darauf, dass ihr Partner richtig klasse ist, ist
bedeutend. Und jeder kleine Hinweis darauf, dass ihr Partner sie ebenfalls klasse findet, natürlich ebenfalls.
Sind wir glücklich verliebt, haben wir auf diese Weise jeden Tag Tausend bedeutende Gründe dafür, uns glücklich zu fühlen. Diese Gründe dominieren damit unser Gefühl und lassen Alltagsprobleme
kaum noch zur Geltung kommen. Nichts kann uns in dieser Zeit ernsthaft runterziehen. Wir haben das Gefühl, dass uns alles zu gelingen scheint, was wir anpacken. Erfolge fliegen uns nur so zu,
unsere Wünsche werden augenblicklich Realität, und das Glück scheint unser ständiger Wegbegleiter zu sein. Ja, in dieser Zeit gehört uns die Welt. Und das nur, weil wir das Glück, das wir gerade
erleben, so überaus bedeutend gemacht haben. Und genau das können wir immer haben und nicht nur in der Zeit der Verliebtheit. Theoretisch wäre das sogar sehr einfach!
Kennst du vielleicht auch den Realitätsschock, wenn man nach mehrwöchigem Urlaub wieder zurück auf die Arbeit kommt? In den ersten paar Tagen kann man überhaupt nicht mehr nachvollziehen, wie
sich alle Leute in der Firma so einen unsagbaren Stress mit relativ unwichtigen Details machen können. Doch dann braucht es gerade einmal zwei bis drei Tage, in denen man wiederholt mit der
scheinbar großen Bedeutung dieser unwichtigen Details konfrontiert wird, und man stresst wieder genauso rum wie alle anderen dort.
Leider wissen die wenigsten Menschen, wie schnell wir in unserem Gehirn etwas in seiner Bedeutung verändern können. Daher lassen sie es unbemerkt zu, dass das Glück, das sie bereits erreicht
haben, seine Bedeutung mehr und mehr verliert und durch völlig unwichtige Dinge ersetzt wird.
Das Limbische System, dem wir alle unsere Gefühle zu verdanken haben, hält sich ganz pragmatisch an eine einfache Regel, wenn es darum geht, ob etwas bedeutend ist oder nicht: Was von uns
wiederholt als bedeutend angesehen wird, ist bedeutend! Die Wiederholung macht also den Effekt! Findet diese Wiederholung nicht häufig genug statt, geht das Limbische System automatisch davon
aus, dass dieses Thema nicht mehr wirklich bedeutend ist. Bereits Erreichtes macht dann plötzlich keine Gefühle mehr.
Wir sollten also ein wenig darauf achten, was wir wiederholt als bedeutend beurteilen. Sind es Dinge, die für unser Lebensglück gar nicht wirklich wichtig sind, wenn wir genauer hinschauen? Oder
ist es das Glück, das wir jeden Tag in unserem Alltag bereits erleben?
Unser Gehirn kann wie gesagt lediglich einen kleinen Teil unseres Alltags verarbeiten. Geben wir dem falschen Teil Bedeutung, haben wir keine Kapazität mehr für die Dinge, die uns glücklich
machen würden. Es gibt diese Dinge in unserem Leben zwar noch, aber wir beachten sie nicht. Beurteilen wir den richtigen Teil unseres Lebens als bedeutend, können wir uns dadurch sehr einfach
rund um die Uhr glücklich fühlen.
Es gibt in unserem Leben jeden Tag Tausend Gründe, uns glücklich zu fühlen, auch wenn wir nicht gerade frisch verliebt sind. Wir haben unser gesamtes Leben daran gearbeitet, Glück in unser Leben zu ziehen. Und wir haben es geschafft! Wir haben so viele gute Gründe fürs Glücklichsein in unserem Leben, dass wir permanent rund um die Uhr glücklich sein könnten. Und es kommen jeden Tag noch weitere Gründe hinzu! Lassen wir dieses immense Glückspotenzial nicht brachliegen. Geben wir dem Schönen und Guten in unserem Leben wieder seine Bedeutung zurück, die es ursprünglich einmal hatte.
Ich möchte dir daher den Tipp geben, alles, was in deinem Leben jetzt schon schön und gut ist, alle drei Tage erneut als bedeutend zu beurteilen. Das kostet dich lediglich ein paar Minuten! Du
hast dein gesamtes Leben hart dafür gearbeitet, dort zu sein, wo du jetzt bist. Das sollte nicht umsonst gewesen sein! Mach alles, was unabsichtlich an Bedeutung über die Jahre verloren hat,
wieder so bedeutend wie am ersten Tag. Suche Gründe dafür, warum diese Dinge auch heute noch sehr bedeutend für dein Lebensglück sind und wiederhole diese Gedanken so lange, bis du dein Glück
wieder spüren kannst. Ich wünsche dir viel Erfolg dabei und alles Liebe.
Bodo (alias Ella Kensington)
© Mit freundlicher Genehmigung
Ella Kensington AG / http://www.ella.org