Geschichten,
die das Herz berühren
Geschichten, die das Herz berühren, Geschichten, die das Herz öffnen. Lass Dich verzaubern und berühren.
Ich wünsche Dir viel Freude beim Lesen und viele, schöne Erkenntnisse.
Frauen sind einmalig
Als Gott dabei war die Frau zu erschaffen, war er schon bei seiner sechsten Überstunde. Ein Engel erschien und fragte: "Warum verbringst du denn so viel Zeit damit??? Gott antwortete: "Hast du das
Datenblatt dazu gesehen??? Sie muss komplett waschbar sein, aber kein Plastik, muss über 200 bewegliche Teile haben, die alle ersetzt werden können und ihr Körper muss auch laufen, wenn sie sich nur
mit Diätcola und einem Tic Tac ernährt.
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Bänder im Baum
Der Mann saß im Zugabteil am Fenster und wagte es nicht, seinen Blick auf die vorbeiziehende Landschaft zu richten. Er war allein im Abteil. Vor Jahren hatte er sich von seiner Familie trennen müssen - denn er war mit dem Gesetz in Konflikt geraten, wie es so schön hieß. Seine Eltern und Geschwister musste er schonen; noch bevor alles bekannt wurde, hatte er sie verlassen; seitdem weigerte er sich beharrlich, Kontakt mit ihnen aufzunehmen.
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Das blaue Schaf
Unter den vielen weißen Lämmchen einer großen Schafherde war eines, das hatte, schon als es auf die Welt kam, kleine blaue Spritzer in seiner Wolle, so als hätte jemand seinen Federhalter an ihm abgewischt. Zuerst lachten die anderen Schafe darüber und auch der junge Schäfer und sein Hund, aber als es größer wurde, wurden auch die Flecken immer größer und schließlich war das ganze Schaf blau. Da sagten die anderen Schafe: "Geh weg, du hässliches Blauschaf", und der Hund biss es, sobald er es nur sah.
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Das Herz
Es war einmal ein Herz, das schlug 100.000 mal am Tag – nicht mehr und nicht weniger. Es schlug nun einmal soviel es nötig war. Das Herz war nicht von der gleichen feuerroten Farbe wie all die anderen Herzen, sondern besaß nur ein schwaches Blassrosa. Das Schlimme war, dass es mit der Zeit immer mehr an Farbe verlor. Der Lebenskampf hatte es geschwächt und obwohl es noch nicht sehr alt war, hatte es schon viele Falten.
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Das perfekte Herz
Eines Tages stand ein junger Mann mitten in der Stadt und erklärte, dass er das schönste Herz im ganzen Tal habe. Eine große Menschenmenge versammelte sich und sie alle bewunderten sein Herz, denn es war perfekt. Es gab keinen Fleck oder Fehler in ihm. Ja, sie alle gaben ihm recht, es war wirklich das schönste Herz, was sie je gesehen hatten. Der junge Mann war sehr stolz und prahlte laut über sein schönes Herz.
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Der Seelenvogel
Tief, tief in uns wohnt die Seele. Noch niemand hat sie gesehen, aber jeder weiß, dass es sie gibt. Und jeder weiß auch, was in ihr ist. In der Seele, in ihrer Mitte, steht ein Vogel auf einem Bein. Der Seelenvogel. Und er fühlt alles, was wir fühlen. Wenn uns jemand verletzt, tobt der Seelenvogel in uns herum, hin und her, nach allen Seiten und alles tut ihm weh. Wenn uns jemand lieb hat, macht der Seelenvogel fröhliche Sprünge, kleine, lustige, vorwärts und rückwärts, hin und her.
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Das Ziel vor Augen
Monty Roberts erzählte einer Gruppe von Menschen folgende Geschichte: "Es gab einen Jungen, dessen Vater ein umherwandernder Pferdedresseur war, der von Stall zu Stall und von Ranch zu Ranch reiste um Pferde zu dressieren. So wurde die Schulausbildung seines Sohnes ständig unterbrochen. In der Oberstufe wurde sein Sohn gebeten eine Arbeit darüber zu schreiben, was er werden und tun wollte, wenn er älter wäre.
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Der bessere Weg
Ein kleiner Junge, der auf Besuch bei seinem Großvater war, fand eine kleine Landschildkröte und ging gleich daran sie zu untersuchen. Im gleichen Moment zog sich die Schildkröte in ihrem Panzer zurück und der Junge versuchte vergebens sie mit einem Stöckchen herauszuholen. Der Großvater hatte ihm zugesehen und hinderte ihn das Tier weiter zu quälen.
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Das Gebirge der Illusionen
Ich möchte Euch heute eine kleine Geschichte erzählen von Menschen, die am Fuße einer breiten Gebirgskette standen. Es war Nacht in ihrer Seele und sie hatten auf die ein oder andere Art ihr Zuhause verloren. Nun gab es aber ein paar Visionäre unter ihnen, die nicht daran glaubten, dass diese Situation das Ende aller Weisheit sei; und auch in alten Büchern war es aufgeschrieben, dass hinter dem Gebirge wunderbar wärmendes Licht und ein Zuhause für alle sei.
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Der kleine Schutzengel
Sehnsüchtig sah Emanuel zu, dass wieder viele Engel die Himmelsleiter hinab stiegen. Sie beeilten sich, wollten rechtzeitig an Ort und Stelle sein um die Neugeborenen zu beschützen. "Ach, was würde ich dafür geben, wenn ich auch ein Schutzengel sein dürfte", seufzte er. "Aber ich habe noch nicht einmal Flügel!" "Emanuel, komm zu mir!", rief Erzengel Gabriel. Er nahm ihn an die Hand und führte ihn zur himmlischen Kleiderkammer.
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Der Mensch - das Schloß
"Stellen Sie sich vor, dass Sie ein prachtvolles Schloß sind mit langen Fluren und tausenden von Zimmern. Jedes Zimmer im Schloß ist vollkommen und enthält ein besonderes Geschenk. Jedes Zimmer stellt einen anderen Aspekt von Ihnen dar und ist ein integraler Bestandteil dieses vollkommenen Schloßes. Als Kind haben Sie jeden Zentimeter Ihres Schloßes erforscht, ohne Scham, ohne zu urteilen.
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Die Lebensdatenkartei
Joshua Harris, ein zwanzigjähriger junger Mann, berichtet von folgendem Traum: »Ich befand mich in einem Zimmer, in dem nichts war außer einem Regal voller Kästen mit Karteikarten. Sie ähneln den Karten, die man in Büchereien findet, auf denen Titel, Autor und Sachgebiet alphabetisch aufgelistet sind. Aber die Kästen hier, die vom Fußboden bis zur Decke reichten und zu rechten und linken kein Ende nahmen, waren in ganz unterschiedliche Rubriken eingeteilt. Als ich mich dem Regal näherte, erregte eine Box mit der Aufschrift "Mädchen, in die ich verliebt war" meine Aufmerksamkeit.
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Die ungleichen Zwillinge
Die Zwillinge glichen sich äußerlich wie ein Ei dem anderen, waren aber ansonsten grundverschieden. Wenn es dem einen zu heiß war, war es dem anderen zu kalt. Wenn einer sagte: "Der Fernseher ist zu laut", verlangte der andere, dass die Lautstärke heraufgedreht wurde. Der auffälligste Unterschied aber war, dass der eine zu jeder Stunde optimistisch und zuversichtlich war, und der andere immer schlecht gelaunt, miesepetrig und pessimistisch.
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Ein Brief an ein Kind mit Krebs
Dies ist die Geschichte über das Leben – über Windstürme und über Samen, die wir im Frühling in die Erde legen, über Blumen im Sommer und Früchte im Herbst. Dies ist aber auch eine Geschichte über den Tod. Er kann ganz früh im Leben kommen, aber auch sehr spät zu manchen Menschen...
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Treffen mit Gott
Es war einmal ein kleiner Junge, der unbedingt Gott treffen wollte. Er war sich darüber bewusst, dass der Weg zu dem Ort, an dem Gott lebte, ein sehr langer war. Also packte er sich einen Rucksack voll mit einigen Coladosen und mehreren Schokoladenriegeln und machte sich auf die Reise. Er lief eine ganze Weile und kam in einen kleinen Park.
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Wohlstand und Reichtum
Sanft schwang mein Körper hin und her. Meine Augen öffneten sich und so etwas wie ein Bullauge blickte mich an. „Hmm – eigenartig. Wo bin ich? Auf einem Schiff?“ Mein Körper lag angekleidet auf einer Art Couch in einem spärlich beleuchteten Raum. Ja, es schien ein Schiff zu sein, mit dem die leichte Brandung spielte. Ich erhob mich langsam und ging auf den Türdurchgang zu, wo es heller war.
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Das Mädchen mit dem rosafarbenen Tütchen
Als ich eines Tages, wie immer traurig, durch den Park schlenderte und mich auf einer Parkbank niederließ, um über alles nachzudenken was in meinem Leben schief läuft, setzte sich ein fröhliches kleines Mädchen zu mir. Sie spürte meine Stimmung und fragte: "Warum bist Du traurig?" "Ach", sagte ich "ich habe keine Freude im Leben. Alle sind gegen mich. Alles läuft schief. Ich habe kein Glück und ich weiß nicht wie es weitergehen soll." "Hmmm", meinte das Mädchen, "wo hast Du denn Dein rosa Tütchen? Zeig es mir mal. Ich möchte da mal hineinschauen."
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Was sind die wichtigen Dinge in deinem Leben
Eines Tages hält ein Zeitmanagementexperte einen Vortrag vor einer Gruppe Studenten, die Wirtschaft studieren. Er möchte ihnen einen wichtigen Punkt vermitteln mit Hilfe einer Vorstellung, die sie nicht vergessen sollen. Als er vor der Gruppe dieser qualifizierten angehenden Wirtschaftsbosse steht, sagt er: „Okay, Zeit für ein Rätsel“.
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Die Geschichte vom einsamen Zauberer
Es war einmal ein großer Zauberer, und er lebte in seinem Zauberreich voller Licht, es war vollkommen, unbegrenzt und erfüllte das gesamte Universum. Der Zauberer war groß, er war schön, er war die Herrlichkeit selbst und sein Herz war offen und voller Liebe – aber er lebte alleine in seinem großen Reich. Es gab dort niemanden, mit dem er über Weisheit sprechen und seine Liebe teilen konnte, es gab niemanden, der ihn wahrnahm, niemanden, dem er seine Zauberkunststücke vorführen und dem er mit seinen Schöpfungen Freude bereiten konnte – er war traurig so alleine zu sein!
Frauen sind einmalig
Als Gott dabei war die Frau zu erschaffen, war er schon bei seiner sechsten Überstunde.
Ein Engel erschien und fragte: "Warum verbringst du denn so viel Zeit damit???
Gott antwortete: "Hast du das Datenblatt dazu gesehen??? Sie muss komplett waschbar sein, aber kein Plastik, muss über 200 bewegliche Teile haben, die alle ersetzt werden können und ihr Körper
muss auch laufen, wenn sie sich nur mit Diätcola und einem Tic Tac ernährt. Sie muss einen Schoß haben, auf dem vier Kinder gleichzeitig sitzen können, sie muss einen Kuss haben, der alles heilen
kann - von einem aufgekratzten Knie bis zu einem gebrochenen Herzen - und sie wird dies alles mit nur zwei Händen machen."
Der Engel war über die Ansprüche erstaunt "Nur zwei Hände!? Und das beim Standardmodell ??? Das ist zu viel Arbeit für einen Tag. Warte bis morgen um sie fertig zu machen."
"Das werde ich nicht!" protestierte Gott. " Ich bin so nah dran, diese Kreation, die mir so ans Herz gewachsen ist, zu fertigen. Sie kann sich bereits selbst heilen UND kann 18 Stunden am Tag
arbeiten."
Der Engel trat näher und berührte die Frau. "Aber du hast sie so weich gemacht, Gott."
"Sie ist weich" stimmte Gott zu, "aber ich habe sie auch hart gemacht. Du hast keine Ahnung, was sie dulden bzw. durchsetzen kann."
"Wird sie denken können?", fragte der Engel.
Gott antwortete, "Sie wird nicht nur denken können, Sie wird erörtern und verhandeln können besser als ein Mann."
Der Engel bemerkte etwas, streckte seine Hand aus und berührte die Wange der Frau. "Oops, es sieht aus, als hättest du eine undichte Stelle in diesem Modell. Ich habe dir gleich gesagt, dass das
alles zu viel Arbeit für einen Tag ist."
"Das ist keine undichte Stelle" korrigierte Gott, "das ist eine Träne!"
"Für was ist die Träne?" fragte der Engel.
Gott antwortete: "Die Träne ist eine Möglichkeit, mit der sie ihre Freude, ihren Schmerz, ihren Kummer, ihre Enttäuschung, ihre Liebe, ihre Einsamkeit, ihr Bekümmernis und ihren Stolz ausdrücken
kann."
Der Engel war beeindruckt: "Gott du bist ein Genie. Du hast an alles gedacht! Frauen sind wirklich erstaunlich."
Ja, das sind sie wirklich! Frauen haben Stärke um Männer zu erstaunen. Sie ertragen Not und tragen Belastungen, aber sie halten immer Freude, Liebe und Glück in sich. Sie lächeln, wenn sie
schreien möchten. Sie singen, wenn sie weinen möchten. Sie weinen, wenn sie glücklich sind und lachen, wenn sie nervös sind. Sie kämpfen für das, an das sie glauben. Sie stehen auf gegen
Ungerechtigkeit. Sie akzeptieren kein "Nein" wenn sie denken, dass es eine bessere Antwort gibt. Sie gehen zum Doktor mit einem ängstlichen Freund. Sie lieben ohne Vorbehalt. Sie weinen, wenn
ihre Kinder hervorragende Leistungen erbringen und jubeln, wenn ihre Freunde Auszeichnungen bekommen. Sie freuen sich, wenn sie von einer Geburt oder einer Hochzeit hören. Ihre Herzen brechen,
wenn ein Freund stirbt. Sie sind bekümmert über den Verlust eines Familienmitgliedes. Sie sind stark, auch wenn sie denken, dass es keinen Ausweg mehr gibt. Sie wissen, dass ein Kuss und eine
Umarmung ein gebrochenes Herz heilen können. Frauen gibt es in allen Formen, Größen und Farben. Sie würden zu Dir fahren, fliegen, laufen, rennen oder eMailen, nur um zu zeigen wie sehr sie sich
um dich kümmern. Das Herz einer Frau ist es, was die Welt zu einem schönen Ort macht. Sie bringen Freude, Liebe und Hoffnung. Sie haben Mitgefühl und Ideale. Sie geben ihren Freunden und ihrer
Familie moralischen Beistand.
Frauen haben wichtige Dinge zu sagen und geben ALLES!!! Wie auch immer ... wenn es einen Fehler bei Frauen gibt, ist es der, DASS SIE VERGESSEN WAS SIE WERT SIND !!!
Copyright © unbekannt – Wenn Sie Autor dieser schönen Geschichte sind, dann schreiben Sie mir bitte eine Email, so dass ich Ihren Namen und die Quellenangabe benennen kann. Vielen Dank.
Bänder im Baum
Die Schuld nagt
Der Mann saß im Zugabteil am Fenster und wagte es nicht, seinen Blick auf die vorbeiziehende Landschaft zu richten. Er war allein im Abteil. Vor Jahren hatte er sich von seiner Familie trennen müssen - denn er war mit dem Gesetz in Konflikt geraten, wie es so schön hieß. Seine Eltern und Geschwister musste er schonen; noch bevor alles bekannt wurde, hatte er sie verlassen; seitdem weigerte er sich beharrlich, Kontakt mit ihnen aufzunehmen. Die Schuld nagte an ihm, man sah es ihm an: Er konnte sie nicht einfach loswerden. Nun, er hatte seine Strafe zwar abgebüßt. Aber, wenn er einmal versagte hatte: Wer konnte ihm garantieren, dass er nicht ein zweites Mal schwach werden würde? Konnte er von sich behaupten, dass er jetzt ein anderer Mensch sei? Hatte er wirklich einen guten Kern? War er ein guter Mensch? Oder hatte die nagende Stimme in ihm recht: «Du bist und bleibst ein Versager, eine Last und Schmach für deine Familie und die Gesellschaft»?
Überlegungen: Sind die Menschen schlecht? Ist die Welt nur schlecht? Aller Anschein spricht dafür!
Die Familie, nach der ich mich sehne
Der Mann, der in dem Zug der Entscheidung entgegenfuhr, seufzte laut. Er dachte an seine Familie, die jetzt wohl zu Hause seinen Brief bekommen hatte. Er stellte sich die Gesichter einzeln vor,
jedes für sich. Sein Vater. Seine Mutter. Sein kleiner Bruder (Wie groß mochte er jetzt sein?). Seine Schwester (Ist sie wohl inzwischen verheiratet?). Sein Onkel, der mit zur Familie gehörte,
genauso wie sein Vetter. Er sehnte sich nach seiner Familie. Die Jahre, in denen er jeden Kontakt zu ihnen vermieden hatte, waren schmerzhafte Jahre gewesen. Er wollte ihnen jede Peinlichkeit
ersparen, aber es war ihm nicht leicht gefallen. Jetzt, wo er auf den Weg zu ihnen war, wusste er, wie sehr er sie die ganze Zeit geliebt hatte. Zum ersten mal kamen Worte über seine Lippen: «Bei
Gott, ich hoffe, sie weisen mich nicht ab.»
Überlegungen: Auch wenn die Welt, die Menschen schlecht sein sollten - sie sehnen sich nach Geborgenheit und Frieden. Sie geben die Hoffnung nicht auf!
Die Familie
Da saßen sie nun alle beisammen und schwiegen sich an. Gefühle huschten über ihre Gesichter, keiner sprach sie aus, und doch dachten alle die gleichen Gedanken: Warum hat er uns das damals
angetan? Das mit dem Verbrechen - und dann das jahrelange Schweigen? Warum wollte er nichts von uns wissen? Und jetzt, wo er zurückkommen will - hat er sich geändert? Was ist wohl aus ihm
geworden? Liebt er uns noch, so wie früher? Oder möchte er nur Geld von uns? Kann ein Mensch sich wirklich ändern? Das Schweigen lag über dieser Familie wie ein schweres, nasses Tuch: Der
verlorene Sohn will zurückkehren - und sie sollen darüber entscheiden, ob sie ihm eine neue Chance geben werden. Endlich ergriff der Vater das Wort und durchbrach die Stille.
Überlegungen: Geben wir dieser Welt noch eine Chance? Vertrauen wir auf das Gute im Menschen? Oder glauben wir, dass nichts mehr zu retten ist?
Die Sache mit den Bändern
Der Zug näherte sich der Stelle, an der sich alles entscheiden würde. Der Mann wurde immer unruhiger, jetzt blickte er zum Fenster hinaus, wie gebannt. Er wartete darauf, dass das Unvermeidliche
geschehen würde: Die Ablehnung. Er hatte seiner Familie geschrieben, dass er sie nicht belästigen wolle, wenn sie nichts mehr mit ihm zu tun haben wollten. Er würde mit dem Zug an ihrem Hof
vorbeifahren, und auch an dem Baum, in dem er schon als Kind seinen Namen geschnitzt hatte. Wenn sie wirklich nichts mehr von ihm wissen wollten, dann bräuchten sie nichts zu unternehmen. Er
würde an diesem Baum vorbeifahren, nur einen Blick darauf werfen und weiterfahren, immer weiter. Er würde nicht mehr zurückkehren. Wenn Sie aber nur eine kleine Chance sehen würden, dass er sich
bei ihnen einfinden könne - und sei es nur für ein paar Tage - dann sollten sie ein buntes Band in den Baum hängen. Er würde es sehen, der Zug fuhr ja geradewegs an diesem Baum vorbei. Und wenn
dort wirklich ein Band im Baum hängt, dann würde er am nächsten Bahnhof aussteigen. Dann würde er zu ihnen zurückkehren. Wenn dort ein Band im Baum hängt, nur dann. Noch konnte er den Baum nicht
sehen. Wenige Sekunden noch. Seine Hände verkrampften sich.
Überlegungen: Wir brauchen Zeichen, damit wir erkennen, dass Gott uns nicht aufgegeben hat. Aber was kann ein solches Zeichen sein? Geben wir offen zu, dass wir Zeichen brauchen? Haben wir Augen
für die Zeichen der Güte, der Aufmerksamkeit?
Die Bänder im Baum
Der Zug hatte sich ein wenig in die Kurve gelegt und sein Tempo verringert. Der alte Eichenbaum kam in das Blickfeld des Mannes, der sich vor diesem Augenblick so gefürchtet hatte. Seine Hände
verkrampften sich noch mehr, als er den Baum sah. Tränen standen in seinen Augen. Er senkte den Blick, weil er nicht glauben konnte, was er sah. Er hatte darum gebeten, ein einzelnes buntes Band
in den Baum zu hängen, wenn seine Familie ihm noch eine Chance geben würde. Aber da hing kein einzelnes Band. Nein, der ganze Baum war über und über mit Bändern behangen, sie flatterten im Wind
wie bunte Vögel; hundert, vielleicht sogar zweihundert Bänder, unübersehbar.
Die Botschaft war eindeutig: Nicht nur eine Chance sollst Du haben. Nein, hundert Chancen: Weil wir an das Gute in dir glauben. Weil wir an dich glauben.
Copyright © unbekannt – Wenn Sie Autor dieser schönen Geschichte sind, dann schreiben Sie mir bitte eine Email, so dass ich Ihren Namen und die Quellenangabe benennen kann. Vielen Dank.
Das blaue Schaf
Unter den vielen weißen Lämmchen einer großen Schafherde war eines, das hatte, schon als es auf die Welt kam, kleine blaue Spritzer in seiner Wolle, so als hätte jemand seinen Federhalter an ihm abgewischt. Zuerst lachten die anderen Schafe darüber und auch der junge Schäfer und sein Hund, aber als es größer wurde, wurden auch die Flecken immer größer und schließlich war das ganze Schaf blau. Da sagten die anderen Schafe: "Geh weg, du hässliches Blauschaf", und der Hund biss es, sobald er es nur sah.
Da wurde das blaue Schaf sehr traurig. Es konnte doch nichts dafür, dass es blau war. Schließlich suchte es Schutz beim Schäfer, und dieser zankte den Hund und die Schafe aus: "Schämt euch, was
kann denn das Schaf für seine Farbe?" - "Es ist anders als wir, und das gefällt uns nicht", erwiderten die Schafe. Weil sie aber den Hirten gern hatten, ließen sie nun das blaue Schaf in Frieden,
wenigstens solange er in der Nähe war. Ging er aber einmal weg, so fing das Gespött schon wieder an. Das blaue Schaf hörte vor Kummer auf zu fressen und wurde immer dünner. Da nahm es der Schäfer
mit in seinen Karren und brachte ihm das schönste Gras. Aber das blaue Schaf hatte Heimweh nach den anderen Schafen und wurde krank.
Der Schäfer überlegte lange, wie er ihm wohl helfen könne - und eines Morgens hatte er einen Einfall. Er nahm seine größte Schere und schnitt dem Schaf all die großen blauen Locken ab, dann sah
er sich die kleinen kurzen Härchen an, die übrig geblieben waren, und sagte: "Das werden wir bald haben." Er erinnerte sich, dass seine Mutter, welche die Wolle der Schafe spann und verwebte,
eine Flasche mit Bleichwasser besaß, mit dem sie die Wolle tränkte, wenn sie zu grau war. Von diesem Bleichwasser wollte er sich etwas holen, um die kleinen Härchen des blauen Schafes hell zu
machen.
Er nahm also ein bisschen blaue Wolle, ermahnte den Hund, recht gut auf die Herde acht zugeben, legte dem geschorenen blauen Schaf schönen saftigen Klee hin und ging in die Stadt. "Ei", staunte
da die Mutter, "was ist das für schöne blaue Wolle? Die ist ja blauer als der Himmel! Davon müsste ich recht viel haben, dann könnte ich die wunderbarsten Sachen daraus weben. Wo hast Du die
schöne Wolle her?" Da erschrak der Schäfer, denn er fürchtete, die Mutter würde darauf dringen, dass er das Schaf blau ließe, und dann würde das Schaf ewig traurig bleiben. Er überlegte, was er
sagen sollte und wurde ganz rot, weil er doch seine Mutter nicht anlügen wollte. Die Mutter fuhr ihn an: "Hast du die Wolle etwa gestohlen, du Bösewicht?" - "Nein", sagte der Schäfer und
schwindelte schnell drauflos: "Es kam ein fremder Mann aus dem fernen Indien hergewandert. Er handelte mit Wolle und bat mich um Bleichwasser, denn seine alte Flasche sei leer. Da habe ich
versprochen, ihm etwas zu besorgen, und als Bezahlung hat er mir blaue Wolle gegeben" - "Dacht ich's mir doch", erwiderte die Mutter, "dass dies eine besondere Wolle sei. Hier hast du die Flasche
und lasse dir von dem Inder nur noch etwas von der blauen Wolle geben." Der Schäfer dankte und war froh, dass er so gut davongekommen war.
Bei der Herde angekommen, nahm er flugs das Fläschchen und einen kleinen Pinsel und begann jedes einzelne Haar des Schafes damit zu bestreichen. Das war eine mühsame Arbeit, aber das blaue Schaf
war schließlich so hell wie die anderen, und keines der Schafe erkannte es wieder, so dass es fortan mit den anderen springen und sich tummeln konnte. Darüber war es sehr glücklich. Von nun an
nahm der Schäfer das blaue Schaf immer heimlich mit in seinen Karren und pinselte es ein, sobald die blaue Farbe wieder durchschimmerte.
Eines Tages aber sah er mit Schrecken, dass die Flasche fast aufgebraucht war. Als er noch darüber nachdachte, was er seiner Mutter erzählen sollte, sah er sie plötzlich über die Wiese
daherkommen. Außer sich vor Freude, berichtete sie ihm, dass sie die blaue Wolle versponnen habe. Nun sei aber neulich ein vornehmer Herr vorbeigekommen, und der habe durchs Fenster den blauen
Schal und die blauen Handschuhe liegen sehen, die sie daraus gestrickt habe, und da habe er wahrhaftig einen großen Geldschein auf den Tisch gelegt und beides gekauft. Wenn sie nur noch mehr von
der blauen Wolle bekäme, dann könnten sie beide reich werden.
Da hielt es der Schäfer nicht mehr länger aus und erzählte der Mutter, wie es in Wahrheit mit der blauen Wolle gewesen war, und sogleich wollte er ihr das blaue Schaf zeigen. So sehr er aber
suchte, er fand es nicht mehr, denn ein Schaf sah aus wie das andere. Er zählte seine Schafe. Die Anzahl stimmte, und so musste das blaue Schaf mit bei der Herde sein. "Gott sei Dank", dachte der
Schäfer trotz allem, "jetzt ist das blaue Schaf endlich weiß geworden und hat seine Ruhe." Einen kleinen Rest der blauen Wolle hatte er noch aufbewahrt, den gab er seiner Mutter, und die machte
ihm ein paar wunderbare Handschuhe daraus. Diese Handschuhe hat der Schäfer, der inzwischen ein alter Mann geworden ist, heute noch. Sie gehen nie entzwei, und ihre Farbe ist noch heute so blau
wie der Sommerhimmel.
Copyright © unbekannt – Wenn Sie Autor dieser schönen Geschichte sind, dann schreiben Sie mir bitte eine Email, so dass ich Ihren Namen und die Quellenangabe benennen kann. Vielen Dank.
Das Herz
Es war einmal ein Herz, das schlug 100.000 mal am Tag – nicht mehr und nicht weniger. Es schlug nun einmal soviel es nötig war. Das Herz war nicht von der gleichen feuerroten Farbe wie all die anderen Herzen, sondern besaß nur ein schwaches Blassrosa. Das Schlimme war, dass es mit der Zeit immer mehr an Farbe verlor. Der Lebenskampf hatte es geschwächt und obwohl es noch nicht sehr alt war, hatte es schon viele Falten. Eines Tages war es auf die Idee gekommen einen Verschlag um sich zu bauen. So suchte es den härtesten Stein für die Wände, das massivste Holz für das Dach und den stärksten Stahl für die Tür. Nur so, dachte das Herz, konnte niemand mehr hinein zu ihm um es zu verletzen – niemand konnte es mehr zerreißen. Endlich war es sicher. Nun saß das kleine Herz in seinem Verschlag, lugte hinaus durch die Fugen im Stein und hörte über sich das Knacken des Holzes. Es war ziemlich dunkel und kalt dachte sich das Herz. Aber es schloss einfach die Augen und tat was es immer tat – schlagen. 100.000 mal am Tag. Vor lauter Langeweile zählte das Herz jeden Schlag mit, bis es ihm überdrüssig wurde. So vergaß es manchmal einen Schlag zu tun. Das Herz fragte sich, was es überhaupt noch für einen Sinn hatte zu schlagen. Was das Herz vergessen hatte war, dass es sich zwar in Sicherheit vor allem Bösen befand, es niemand mehr verletzen und enttäuschen konnte, dass aber auch niemand mehr hineinkommen würde, der mit ihm lachen täte, - jemand der Purzelbäume mit ihm schlagen würde und es wärmte.
Nach einiger Zeit fing das Herz an darüber nachzudenken. Es merkte einen fatalen Fehler begangen zu haben. Mit aller Kraft versuchte es die Stahltür aufzudrücken, doch sie war zu schwer, als dass
sie sich bewegen ließ. So begann es gegen die Steinwände zu hämmern, doch außer das sich ein paar Brocken lösten, passierte nichts. Der Stein war zu gewaltig. Als es sich am Dach zu schaffen
machte, zog es sich nur einen dicken Splitter zu. Panikartig saß das kleine Herz in seinem selbst gebauten Gefängnis und schlug mindestens doppelt so schnell wie sonst. Wie konnte es nur den
Schlüssel in all seiner Trauer vergessen? Das Herz verfluchte sich für sein elendes Selbstmitleid. Wie gern würde es sich jetzt den Stürmen des Lebens hingeben, sich vor Angst zusammen krampfen,
vor Freude hüpfen, wenn es nur könnte.
Es schaute durch das Schlüsselloch hinaus in die Welt und sah die anderen Herzen. Einige waren blass so wie es selbst. Sie schlichen durchs Leben geduckt und allein. Andere wiederum sprangen in
leuchtendem Rot – Hand in Hand über Stock und Stein, unerschrocken und gestärkt vom anderen. Doch was das Herz dann sah ließ es staunen und es konnte seine Tränen nicht verbergen. Da lagen Herzen
im Staub mit Füßen getreten. Sie waren weiß und regten sich kaum noch. Sie schlugen vielleicht noch 20 mal am Tag. Niemand kümmerte sich um sie, denn auch sie hatten einmal den Schlüssel ihres
Gefängnisses so gut versteckt, dass niemand ihn fand. Da fühlte das Herz um ersten Mal, dass es ihm noch gar nicht so schlecht ging. Noch war es rosa und noch fühlte es etwas. Es musste nur
diesen Schlüssel finden zu seiner Stahltür.
So machte es sich auf die Suche und probierte alle Schlüssel, die es finden konnte. Es probierte sogar Schlüssel, von denen es von Anfang an wusste, dass sie nicht passen würden. Nach einiger
Zeit merkte das Herz, dass es wieder einen Fehler begangen hatte. Es war zu unüberlegt, zu krampfhaft an die Suche gegangen. Es verstand, dass man das Glück nicht erzwingen kann. Frei ist man
nur, wenn man frei denken kann. Das Herz entspannte sich erst einmal und beschäftigte sich mit sich selbst. Es schaute in den Spiegel und begann sich so zu akzeptieren wie es war, blassrosa und
faltig. Es spürte eine wohlige Wärme in sich aufsteigen und eine innere Gewissheit, dass es auf seine Art und Weise wunderschön war. So fing es an zu singen, erst ganz leise und schnurrend und
nach und nach immer lauter und heller, bis es ein klares Zwitschern war, wie das eines Vogels am Himmel. Durch den hellen Ton begann der Stein an einer Stelle nachzugeben. Mit riesengroßen Augen
starrte das kleine Herz auf diese Stelle, wo ein goldenes Schimmern zu sehen war. Das Herz traute seinen Augen nicht. Da war der Schlüssel, den es damals mit in den Stein eingemauert hatte. Das
hatte es durch all seinen Schmerz und Selbstmitleid vergessen und jetzt wo es den Schlüssel in der Hand hielt, fiel es ihm wieder ein, wie es ihm vor all den Jahren so sicher erschien, ihn nie
wieder zu brauchen. Langsam und voller Bedacht den Schlüssel nicht abzubrechen, steckte das Herz ihn ins Schloss. Mit lauten Gequietsche schob sich die schwere Stahltür zur Seite.
Das Herz machte einen Schritt nach draußen, schloss die Augen und atmete tief die frische Luft ein. Es streckte die Arme aus, drehte und wendete sich, blickte nach oben und nach unten und hörte
gespannt mal hierhin und mal dorthin. Das Herz dachte wie schön das Leben doch sei, machte einige Hüpfer und begab sich auf den Weg um Freunde zu finden. Den 1., den es traf war ein lustiger
Geselle, der das Leben zum schießen komisch fand und über 1000 Freunde hatte. Nachdem das Herz einige Zeit mit ihm verbrachte, mit ihm alle erdenklich lustigen Sachen anstellte, merkte das Herz,
dass diesem „Freund“ einiges fehlte, - Der Tiefgang. Was war das für ein Freund, mit dem man nur lachen, aber nie weinen konnte? Mit dem es nur durch „dick“ aber nie durch „dünn“ gehen würde?
So zog das Herz weiter, allein, aber reich einer neuen Erfahrung. Bis es auf eine Gruppe anderer Herzen stieß. Es wurde direkt freundlich in ihre Mitte aufgenommen. Es war ein ganz neues Gefühl
von Zugehörigkeit. Da war nun eine große Gruppe, wie eine Familie, die zusammen hielt, wo alle gleich waren. Jeden Morgen standen sie gemeinsam auf, tranken den gleichen Tee, aßen vom gleichen
Brot und gestalteten jeden Tag gleich. Das Herz war glücklich – eine zeitlang, bis es spürte, dass auch dies nicht das richtige Ziel sein konnte, denn auch seinen vielen neuen Freunden fehlte
etwas, - Die Individualität. In ihrer Mitte gab es keinen Platz für jemanden, der eigenständig war und sein Leben selbst planen wollte. Also löste sich das Herz auch aus dieser Verbindung und
genoss sein eigenes Leben.
Es ging über 112 Wege, um 203 Kurven und 24 Berge und Täler, bis es an einem Haus ankam, dass mit Stacheldraht umzogen war. Aus dem Schornstein quoll Rauch, das hieß, dass tatsächlich jemand in
diesem Haus leben würde. In einem Haus, das nicht einmal Fenster hatte. Bei diesem Anblick fiel dem Herz ein, wie es selbst einmal gelebt hatte. Wie sehr es damals gehofft hatte, dass jemand ihm
helfen würde und doch niemand sein stummes Flehen erkannt hatte. Es wusste, dass es ihm aus eigener Kraft gelungen war und es war sehr stolz darauf. Aber wie konnte es diesem armen Herzen helfen
aus seinem Verlies zu kommen? So besorgte sich das Herz eine Drahtschere und versuchte den Stacheldraht zu durchtrennen. Aber nach einiger Zeit verließen es die Kräfte. Auch dieses Herz hatte
keine Mühe gespart, für sich den stärksten Stacheldraht zu finden. Obwohl das Herz das andere nicht sah und auch nicht hörte, sondern nur ahnen konnte was das für ein Herz war, fühlte es eine
starke Bindung zu ihm. So grub es ein Loch im Boden unter dem Stacheldraht, um dem anderen wenigstens nah zu sein. So stand es vor seinem Haus, vor der gleichen dicken Stahltür wie einst seiner
und begann zu reden. Tagelang, nächtelang stand es einfach nur da und redete. Es erzählte von seinem Schicksal. Erzählte ihm, was ihm alles in seinem Leben widerfahren war und es hörte ein
Schluchzen hinter der dicken Tür. Unermüdlich sprach das Herz weiter. Über die lustigen Sachen, die es mit seinem 1. „Freund“ erlebt hatte, über die Wärme, die es bei seiner Familie erfahren
hatte und es vernahm ein leises Glucksen von innen. Erst leise, bis es immer lauter sich in ein gellendes Lachen verwandelte. Plötzlich sprach das Herz hinter der Stahltür zu ihm. Es wollte
hinaus zu ihm, und es sehen. Es wollte sich an seine Schultern lehnen, sich an es drücken und es nie wieder verlassen. Das Herz war glücklich endlich so jemanden gefunden zu haben, aber was
sollte es nur tun? Wie auch bei ihm früher, wusste das andere Herz nicht mehr wo es den Schlüssel versteckt hatte. So fasste das Herz den Entschluss loszugehen um den Schlüssel zu suchen. Nur wo
sollte es anfangen? Es lief ziellos umher, suchte hinter den Büschen, auf Bäumen, tauchte in Seen danach, fragte alle, die seinen Weg kreuzten, aber niemand wusste Rat und nirgends fand es den
Schlüssel. So ging es mit schweren Herzen zurück zu der kleinen Hütte. Krabbelte durch das Loch unterm Zaun um die schlechte Nachricht zu überbringen. Doch zu seinem Erstaunen, fand es die
schwere Stahltür geöffnet. Wie war das möglich gewesen? – dachte das Herz.
Plötzlich hörte es eine freundliche und liebevolle Stimme hinter sich. Da sah es ein kleines blassrosa Herz stehen mit glühenden Wangen. „Ich habe hier auf Dich gewartet“ sagte das kleine Herz.
„Ich habe erkannt, dass man es im Leben nur aus eigener Kraft schaffen kann, aus seinem Gefängnis zu entkommen. Doch so viel Kraft konnte ich nur durch dich erlangen. Durch deine Liebe zu mir und
meiner Liebe zu dir habe ich den Schlüssel zur Tür meines Herzens gefunden, der mir gleichzeitig die Tür meines Verlieses öffnete“.
Sie nahmen sich an die Hand und gingen von nun an alle Wege gemeinsam, ihr Herzschlag im gleichen Rhythmus bis an ihr Lebensende.
Copyright © unbekannt – Wenn Sie Autor dieser schönen Geschichte sind, dann schreiben Sie mir bitte eine Email, so dass ich Ihren Namen und die Quellenangabe benennen kann. Vielen Dank.
Das perfekte Herz
Eines Tages stand ein junger Mann mitten in der Stadt und erklärte, dass er das schönste Herz im ganzen Tal habe. Eine große Menschenmenge versammelte sich und sie alle bewunderten sein Herz,
denn es war perfekt. Es gab keinen Fleck oder Fehler in ihm. Ja, sie alle gaben ihm recht, es war wirklich das schönste Herz, was sie je gesehen hatten. Der junge Mann war sehr stolz und prahlte
laut über sein schönes Herz. Plötzlich tauchte eine ältere Frau vor der Menge auf und sagte: "Nun, dein Herz ist nicht mal annähernd so schön wie meines." Die Menschenmenge und der junge Mann
schauten das Herz der älteren Frau an. Es schlug kräftig, aber es war voller Narben, es hatte Stellen, wo Stücke entfernt und durch andere ersetzt worden waren. Aber sie passten nicht richtig und
es gab einige ausgefranste Ecken. Genauer an einigen Stellen waren tiefe Furchen, wo ganze Teile fehlten. Die Leute starrten sie an: "Wie kann sie behaupten ihr Herz sei schöner?" dachten sie.
Der junge Mann schaute auf das Herz der Frau, sah dessen Zustand und lachte: "Du musst scherzen", sagte er. "Dein Herz mit meinem zu vergleichen. Meines ist perfekt und deines ist ein
Durcheinander aus Narben und Tränen." "Ja", sagte die Frau, "deines sieht perfekt aus, aber ich würde niemals mit dir tauschen. Jede Narbe steht für einen Menschen, dem ich meine Liebe gegeben
habe. Ich reiße ein Stück meines Herzens heraus und reiche es ihnen und oft geben sie mir ein Stück ihres Herzens, das in die leere Stelle meines Herzens passt. Aber weil die Stücke nicht genau
sind, habe ich einige raue Kanten, die ich sehr schätze, denn sie erinnern mich an die Liebe, die wir teilten. Manchmal habe ich auch ein Stück meines Herzens gegeben, ohne dass mir der andere
ein Stück seines Herzens zurückgegeben hat. Das sind die leeren Furchen. Liebe geben heißt manchmal auch ein Risiko einzugehen. Auch wenn diese Furchen schmerzhaft sind, bleiben sie offen und
auch sie erinnern mich an die Liebe, die ich für diese Menschen empfinde. Und ich hoffe, dass sie eines Tages zurückkehren und den Platz ausfüllen werden. Erkennst du jetzt, was wahre Schönheit
ist?" Der junge Mann stand still da und Tränen rannen über seine Wangen. Er ging auf die ältere Frau zu, griff nach seinem perfekten jungen und schönen Herzen und riss ein Stück heraus. Er bot es
der Frau mit zitternden Händen an. Die ältere Frau nahm das Angebot an, setzte es in ihr Herz. Sie nahm dann ein Stück ihres alten vernarbten Herzens und füllte damit die Wunde des jungen Mannes
Herzen. Es passte nicht perfekt, da es einige ausgefranste Ränder hatte. Der junge Mann sah sein Herz an, nicht mehr perfekt, aber schöner als je zuvor, denn er spürte die Liebe der älteren Frau
in sein Herz fließen.
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Der Seelenvogel
(von Michal Snunit)
Tief, tief in uns wohnt die Seele. Noch niemand hat sie gesehen, aber jeder weiß, dass es sie gibt. Und jeder weiß auch, was in ihr ist. In der Seele, in ihrer Mitte, steht ein Vogel auf einem
Bein. Der Seelenvogel. Und er fühlt alles, was wir fühlen. Wenn uns jemand verletzt, tobt der Seelenvogel in uns herum, hin und her, nach allen Seiten und alles tut ihm weh. Wenn uns jemand lieb
hat, macht der Seelenvogel fröhliche Sprünge, kleine, lustige, vorwärts und rückwärts, hin und her. Wenn jemand unseren Namen ruft, horcht der Seelenvogel auf die Stimme, weil er wissen will, ob
sie lieb oder böse klingt. Wenn jemand böse auf uns ist, macht sich der Seelenvogel ganz klein und ist still und traurig. Und wenn uns jemand in den Arm nimmt, wird der Seelenvogel in uns größer
und größer, bis er uns fast ganz ausfüllt. So gut geht es ihm dann.
Ganz tief in uns ist die Seele. Noch niemand hat sie gesehen, aber jeder weiß, dass es sie gibt. Und noch nie, noch kein einziges Mal, wurde ein Mensch ohne Seele geboren. Denn die Seele schlüpft
in uns, wenn wir geboren werden, und sie verlässt uns nie, keine Sekunde, solange wir leben. So, wie wir auch nicht aufhören zu atmen, von unserer Geburt bis zu unserem Tod.
Sicher wollt ihr auch wissen, woraus der Seelenvogel besteht. Das ist ganz einfach. Er besteht aus Schubladen. Diese Schubladen können wir nicht einfach aufmachen, denn jede einzelne ist
abgeschlossen und hat ihren eigenen Schlüssel. Und der Seelenvogel ist der einzige, der die Schubladen öffnen kann. Wie? Auch das ist ganz einfach: mit seinem Fuß.
Der Seelenvogel steht auf einem Bein. Das zweite hat er, wenn er ruhig ist, an den Bauch gezogen. Mit dem Fuß dreht er den Schlüssel zu der Schublade um, die er öffnen will, zieht am Griff, und
alles, was darin ist, kommt zum Vorschein.
Und weil alles, was wir fühlen, eine Schublade hat, hat der Seelenvogel viele Schubladen. Es gibt eine Schublade für Freude und eine für Trauer. Es gibt eine Schublade für Eifersucht und eine für
Hoffnung. Es gibt eine Schublade für Enttäuschung und eine für Verzweiflung. Es gibt eine Schublade für Geduld und eine für Ungeduld. Auf für Hass und Wut und Versöhnung. Eine Schublade für
Faulheit und Leere, und eine Schublade für die geheimsten Geheimnisse. Diese Schublade wird fast nie geöffnet. Es gibt auch noch andere Schubladen. Ihr könnt selbst wählen, was drin sein soll.
Manchmal sind wir eifersüchtig, ohne dass wir es wollen. Und manchmal machen wir etwas kaputt, wenn wir eigentlich helfen wollen. Der Seelenvogel gehorcht uns nicht immer und bringt uns manchmal
in Schwierigkeiten... Man kann schon verstehen, dass die Menschen verschieden sind, weil sie verschiedene Seelenvögel haben. Es gibt Vögel, die jeden Morgen die Schublade „Freude“ aufmachen. Dann
sind die Menschen froh. Wenn der Vogel die Schublade „Wut“ aufmacht, ist der Mensch wütend. Und wenn der Vogel die Schublade nicht mehr zuschließt, hört der Mensch nicht auf, wütend zu sein.
Manchmal geht es dem Vogel nicht gut. Dann macht er böse Schubladen auf. Geht es dem Vogel gut, macht er Schubladen auf, die uns gut tun.
Manche Leute hören den Seelenvogel oft, manche hören ihn selten. Und manche hören ihn nur einmal in ihrem Leben. Deshalb ist es gut, wenn wir auf den Seelenvogel horchen, der tief, tief in uns
ist. Vielleicht spät abends, wenn alles still ist.
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Das Ziel vor Augen
Monty Roberts erzählte einer Gruppe von Menschen folgende Geschichte: "Es gab einen Jungen, dessen Vater ein umherwandernder Pferdedresseur war, der von Stall zu Stall und von Ranch zu Ranch reiste um Pferde zu dressieren. So wurde die Schulausbildung seines Sohnes ständig unterbrochen. In der Oberstufe wurde sein Sohn gebeten eine Arbeit darüber zu schreiben, was er werden und tun wollte, wenn er älter wäre. Er schrieb eine sieben Seiten lange Arbeit, die sein Ziel beschrieb, eines Tages eine Ranch zu besitzen. Er schrieb sehr ausführlich über seinen Traum und zeichnete sogar einen Plan, der alle Gebäude und Ställe zeigte, ebenso zeichnete er das 400 m2 große Haus, das auf seiner Traumranch stehen sollte. Er hängte sein ganzes Herz an das Projekt und gab die Arbeit seinem Lehrer. Zwei Tage später erhielt er sie zurück mit einer glatten 6 und der Bemerkung sich nach der Stunde bei seinem Lehrer zu melden. Der Junge mit dem Traum ging nach der Stunde zu dem Lehrer und fragte: "Warum habe ich eine 6 bekommen?" Der Lehrer sagte: "Dies ist ein unrealistischer Traum für einen Jungen wie dich. Du hast kein Geld. Du stammst aus einer Wanderarbeiterfamilie. Der Besitz einer Ranch kostet viel Geld. Du musst das Land kaufen. Es gibt keine Möglichkeit, dass du das jemals schaffen könntest. Wenn du diese Arbeit mit einem realistischen Ziel neu schreibst, werde ich die Note noch einmal überdenken." Der Junge ging nach Hause und dachte lange darüber nach. Er fragte seinen Vater, was er tun sollte. Der Vater sagte: "Sieh mal Sohn, du musst das selber entscheiden. Ich glaube, es ist eine sehr wichtige Entscheidung für dich." Schließlich, nachdem er eine Woche damit zugebracht hatte zu überlegen, reichte der Junge dieselbe Arbeit ein ohne irgendetwas zu ändern. Er sagte: "Sie können die 6 stehen lassen und ich kann meinen Traum behalten." Monty wandte sich an die versammelte Gruppe und sagte: "Ich erzähle Ihnen diese Geschichte, weil Sie in meinem 400 m2 Haus mitten in meiner 200-Morgen-Ranch sitzen. Ich habe diese Arbeit immer noch gerahmt über meinem Kamin hängen. Der beste Teil der Geschichte ist, dass vor zwei Jahren im Sommer mein Lehrer mit einer Gruppe von 30 Kindern hier zum Zelten war. Als der Lehrer ging, sagte er: "Schau Monty, ich sage dir jetzt etwas. Ich war so etwas wie ein Träumedieb. Während all dieser Jahre habe ich vielen Kindern die Träume gestohlen. Glücklicherweise hattest du genug Grips, deinen nicht aufzugeben."
Eine wahre Geschichte aus dem Buch "Hühnersuppe für die Seele"
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Der bessere Weg
Ein kleiner Junge, der auf Besuch bei seinem Großvater war, fand eine kleine Landschildkröte und ging gleich daran sie zu untersuchen. Im gleichen Moment zog sich die Schildkröte in ihrem Panzer zurück und der Junge versuchte vergebens sie mit einem Stöckchen herauszuholen. Der Großvater hatte ihm zugesehen und hinderte ihn das Tier weiter zu quälen.
"Das ist falsch", sagte er, "komm ich zeig' dir wie man das macht."
Er nahm die Schildkröte mit ins Haus und setzte sie auf den warmen Kachelofen. In wenigen Minuten wurde das Tier warm, steckte seinen Kopf und seine Füße heraus und kroch auf den Jungen zu.
"Menschen sind manchmal wie Schildkröten", sagte der Mann. "Versuche niemals jemanden zu zwingen. Wärme ihn nur mit etwas Güte auf und er wird seinen Panzer verlassen können."
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Das Gebirge der Illusionen
oder eine kleine Mut-mach-Geschichte
Ich möchte Euch heute eine kleine Geschichte erzählen von Menschen, die am Fuße einer breiten Gebirgskette standen. Es war Nacht in ihrer Seele und sie hatten auf die ein oder andere Art ihr
Zuhause verloren. Nun gab es aber ein paar Visionäre unter ihnen, die nicht daran glaubten, dass diese Situation das Ende aller Weisheit sei; und auch in alten Büchern war es aufgeschrieben, dass
hinter dem Gebirge wunderbar wärmendes Licht und ein Zuhause für alle sei.
So begannen die Mutigen unter ihnen, Hammer und Meißel zu nehmen und damit einen Tunnel durch das Gebirge zu meißeln. Ein großer, breiter Tunnel sollte es werden und jeder meißelte an seinem
Stück direkt vor sich. Der Anfang war nicht leicht, mussten sie sich doch von den meisten Menschen, die ihnen vertraut waren, verabschieden.
Sie blickten sich nicht mehr um und schafften es, Millimeter für Millimeter weiterzukommen. Manchmal verließ sie der Mut und sie dachten, was für ein aussichtsloses, mühseliges Unterfangen.
Welche Inspiration hat uns nur hierher getrieben? Und sie zweifelten, hörten das teils sehr höhnische Lachen derer, die noch draußen standen, ihren üblichen Tätigkeiten nachgingen und auch
teilweise zusahen. Sie fühlten sich oft sehr einsam. Doch mit steter Disziplinierung ihrer Gedanken begannen sie aber gleichzeitig ihrer Visionen zu erinnern. Mit ihren neu erwachenden Sinnen
versuchten sie Tag für Tag in Kontakt zu kommen mit der Welt, die hinter der Gebirgskette lag und es funktionierte immer besser.
Wenn der eine oder andere zweifelte und sich in der scheinbaren Realität des Tunnels verfing, war ein anderer gerade im Vertrauen und half, den Fokus wieder auf das Ende des Tunnels zu richten
und so halfen sie sich gegenseitig weiter.Als sie schon ein gutes Stück vorangekommen waren, spürten einige Menschen, die noch draußen warteten, dass die Menschen im Tunnel sich immer sicherer
wurden und nicht aufgaben. Es musste tatsächlich irgendeine Kraft in ihnen sein, die sie in dieses mühselige, scheinbar aussichtslose Treiben führte.Und sie wurden neugierig, begannen also genau
dort, wo sie standen, den Tunnel zu verbreitern, indem sie links und rechts von dem Loch, das ja schon bestand, ihr Stück in den Berg hinein zu meißeln, so wurde der Tunnel wieder um ein großes
Stück breiter. Wenn sie die Kraft verließ, riefen sie nach ihren Freunden und Bekannten, die sich ja schon ein gutes Stück weiter im Berginneren befanden. Diese machten ihnen Mut, nicht
aufzugeben und holten ihnen immer wieder die Vision vom lichtvollen, warmen Zuhause in Erinnerung.
Dies ist nun schon viele Jahre her und noch viele Menschen haben sich daran gemacht, den Tunnel um ihr Stück, das sie herausmeißeln, zu erweitern.Viele der Pioniere haben einen langen, langen
Tunnel herausgemeißelt, haben ihre körperlichen Reserven oft überschritten, angetrieben von einer inneren Kraft, die sie in ihrer Größe gerade kennenlernen. Und da sitzen sie nun oft müde, nach
endloser Arbeit und Mühe, steter Disziplin im Geiste, sich verbindend mit der neuen Welt. Geben trotz ihrer eigenen Müdigkeit noch Tipps und Rat und Mut zum Weitermachen. Einige helfen sogar den
anderen dabei, deren Stück des Tunnels Schicht für Schicht mit abzuarbeiten.
So ist also die derzeitige Situation und viel Unmut ist ausgebrochen, sowohl unter den Pionieren als auch unter denen, die nachfolgten. Wir ahnten ja nicht, dass das Gebirge so tief ist, war das
wirklich alles ein guter Plan?
Einige stampfen auf mit dem Fuß wie ein trotziges Kind und rufen: ich habe soviel gemeißelt, ich habe es jetzt verdient, dass ich auf der anderen warmen Seite ankomme! Andere wiederum sinken in
sich zusammen, müde, traurig, resigniert.
Zum Glück gibt es immer noch diejenigen, die den Geist so diszipliniert haben, das sie ihn erheben können über das Gebirge der Illusionen. Und das, was sie sehen, ist die Sonne und die Wärme und
das neue Zuhause auf der andere Seite… aber was noch viel besser ist, sie sehen, dass die Menschen mit ihrem Tunnel fast durch das Gebirge hindurch sind. Einige haben noch ein paar Meter vor
sich, andere nur noch einige Zentimeter. Da der Felsen jedoch eine hohe Dichte hat, sieht man selbst dann nicht das Licht, auch wenn es nur noch ein paar Millimeter zu durchtrennen gilt. Das ist
sehr klug eingerichtet, denn es prüft das Vertrauen der Menschen bis zum letzten Augenblick; denn im letzten Augenblick ist niemand mehr da, der einem weiterhelfen könnte, zumindest nicht
sichtbar für das menschliche Auge.
Und so ist der Mensch auf sich gestellt, aufgefordert, in die Meisterschaft zu gehen und das Vertrauen in das Licht, das wartet, vollständig zu integrieren. Denn es wäre keine Meisterleistung,
wenn Du hindurchgehst, weil ein anderer Mensch das Vertrauen für Dich aufrecht erhält. Nur ein Meister kann in das neue Zuhause einziehen.
So wünsche ich uns allen die Kraft und die Disziplin, unseren Geist zu erheben. Erhebt ihn über das Gebirge und schaut, wie lang der Tunnel schon ist, den ihr gegraben habt. Es bringt gar nichts,
zurück zu schauen oder gar zurück zu gehen. Dieser Weg wäre um soviel länger, als den Rest des Tunnels zu durchbrechen. Lasst Euch nicht dadurch entmutigen, dass hinter jeder Schicht, die ihr
abarbeitet, wieder nur neuer Fels wartet. Lasst Euch nicht täuschen von der dichten Felswand der Illusion. Was, wenn sie nur noch einen Hauch breit wäre?
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Der kleine Schutzengel
von Sieglinde Breitschwerdt
Sehnsüchtig sah Emanuel zu, dass wieder viele Engel die Himmelsleiter hinab stiegen. Sie beeilten sich, wollten rechtzeitig an Ort und Stelle sein um die Neugeborenen zu beschützen.
"Ach, was würde ich dafür geben, wenn ich auch ein Schutzengel sein dürfte", seufzte er. "Aber ich habe noch nicht einmal Flügel!" "Emanuel, komm zu mir!", rief Erzengel Gabriel. Er nahm ihn an
die Hand und führte ihn zur himmlischen Kleiderkammer. Weiße Gewänder, Flügelpaare und Heiligenscheine wurden dort aufbewahrt. Gabriel suchte für ihn ein passendes Gewand, Flügelchen und einen
Heiligenschein aus. Er half ihm beim Anziehen, steckte die Flügelchen fest und sagte: "So mein Kleiner, jetzt bist du ein Schutzengel!" Emanuel hüpfte vor lauter Freude im Kreis und fragte
aufgeregt: "Wohin schickst du mich?" Gabriel zeigte in die Ferne. Am Himmel leuchtete ein wunderschöner Stern mit einem langen silbernen Schweif: "Folge immer diesem Stern, solange, bis er stehen
bleibt. Dort wird heute Nacht ein neuer, großer König geboren! Er wird für alle Menschen der König des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung sein!" Ein König, dachte Emanuel und ihm wurde ganz
bange: "Braucht ein großer König nicht auch einen großen Schutzengel?" Der alte Erzengel lächelte und drückte ihm sanft den Heiligenschein aufs Haupt: "Nein, nein! Ein kleiner König und ein
kleiner Engel passen gut zusammen!"
Wenig später kletterte Emanuel die Himmelsleiter hinab und folgte immer dem großen Stern. Ich werde auf meinen König gut aufpassen, dachte er. Wehe, wenn ihm einer etwas tut, dann verhau' ich ...
Erschrocken hielt er inne. Ein richtiger Engel durfte so etwas nicht einmal denken.
Hin und wieder schaute er zum Himmel. Er bemerkte, dass der Stern allmählich langsamer wurde. Erstaunt blickte er sich um. Nirgends sah er einen Palast oder wenigstens ein großes vornehmes Haus?
Er kam durch ein kleines Dorf. Die meisten Häuser waren alt und verfallen, in denen nur arme Leute wohnten. Neben einem Gasthof stand ein Stall; über ihm blieb der Stern stehen. Geduldig wartete
er darauf, dass der Stern weiterwandern würde. Nichts geschah. Oh mein Gott, durchfuhr es ihn, ich bin dem falschen Stern gefolgt! Vielleicht habe ich mich verlaufen? Ratlos setzte er sich
nieder. Da fiel ihm der kleine König ein, den er beschützen sollte. Emanuel war so traurig, dass er bitterlich weinte. Plötzlich fühlte er etwas Weiches an seinem Knie. Ein Schaf rieb sein
Köpfchen daran. "Warum bist du so traurig, kleiner Engel?", fragte es. "Ich habe mich verlaufen!", schluchzte er. "Verlaufen?", blökte das Schaf verwundert. Er nickte. "Irgendwo wird ein neuer
König geboren und nun hat er keinen Schutzengel, weil ich den Palast nicht finden kann!" Er nahm den Zipfel seines Gewands und schnäuzte sich. "Im Stall wird auch ein Kind geboren! Aber das sind
sehr arme Leute!" mähte das Schaf. "Sie kamen mit einem Esel aus einer fernen Stadt!" Emanuel sah sich um. Er entdeckte auch keinen anderen Engel. Er streichelte dem Schaf über das Köpfchen und
murmelte: "Das arme Kind. Kein Schutzengelchen weit und breit! "Beschütze doch du das Kind!" schlug das Schaf vor. "Arme Leute haben es nicht leicht im Leben!" Er nickte. Das Schaf hatte
recht.
Er stand auf und ging in den Stall. Ein Ochse und ein Esel lagen im Stroh. Ein älterer Mann stand neben seiner jungen Frau, die ihr Kind in die Krippe legte. Emanuel trat näher und sah sich das
neugeborene Kind genauer an. Es war ein hübscher kleiner Junge. Plötzlich hörte er Räderknirschen, Hufgetrampel und Gewieher; dem folgten Fanfarenstöße und Herolde riefen: "Macht Platz für die
Könige!" Prunkvoll geschmückte Pferde und Kamele hielten vor dem Stall. Drei Könige in kostbare Gewänder gehüllt, mit goldenen Kronen auf ihren Häuptern, betraten den ärmlichen Raum. Sie
beglückwünschten die Eltern zur Geburt ihres Kindes und überreichten Gold, Weihrauch und Myrrhe. Es waren Geschenke für das Neugeborene. Sie knieten vor der Krippe nieder und jeder König küsste
dem kleinen Jungen das Händchen. Wenig später kamen Hirten. Als sie das Kind in der Krippe sahen, gaben sie ihm alles, was sie hatten: Brot und Käse, Früchte und Wein, dann knieten auch sie
nieder. Ehrfurchtsvoll und staunend hatte Emanuel alles beobachtet. Sein kleiner Schützling musste schon etwas Besonderes sein, wenn Könige wie Hirten gleichermaßen vor ihm niederknieten.
Er beugte sich etwas vor und das Kind lächelte ihn an. Ich habe mich doch nicht verlaufen, dachte der kleine Schutzengel überglücklich. Ich bin auch nicht dem falschen Stern gefolgt! Er ist der
neue große König - der König des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung und ich... ich darf ihn beschützen.
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Der Mensch - das Schloß
Metapher aus dem Buch "Die dunkle Seite der Lichtjäger"
"Stellen Sie sich vor, dass Sie ein prachtvolles Schloß sind mit langen Fluren und tausenden von Zimmern. Jedes Zimmer im Schloß ist vollkommen und enthält ein besonderes Geschenk. Jedes Zimmer
stellt einen anderen Aspekt von Ihnen dar und ist ein integraler Bestandteil dieses vollkommenen Schloßes. Als Kind haben Sie jeden Zentimeter Ihres Schloßes erforscht, ohne Scham, ohne zu
urteilen. Furchtlos haben Sie in jedem Zimmer nach seinen Edelsteinen und seinem Geheimnis gesucht. Alle Räume gehörten dazu, die Abstellkammer, das Schlafzimmer, die Toilette und der Keller.
Jedes Zimmer war einzigartig. Das Schloß war voller Licht und Liebe und Sie staunten über die Fülle. Dann kam eines Tages jemand in Ihr Schloß, der sagte, dass mit einem Zimmer etwas nicht in
Ordnung sei, es gehöre sicherlich gar nicht zum Schloß. Er machte den Vorschlag, dass Sie die Tür zu diesem Zimmer verschließen sollten, falls Sie ein perfektes Schloß haben wollten. Da Sie sich
nach Liebe und Angenommensein sehnten, schlossen Sie diesen Raum schnell zu. Im Laufe der Jahre kamen immer mehr Leute in Ihr Schloß. Sie ließen Sie wissen, welche Zimmer sie mochten und welche
nicht. Und allmählich schlossen Sie eine Tür nach der anderen zu. Die wunderbaren Räume wurden abgesperrt und der Dunkelheit überlassen. Ein Kreislauf hatte begonnen.
Seitdem haben Sie immer mehr Türen aus den verschiedensten Gründen verschlossen, weil Sie Angst hatten oder weil Sie glaubten, ein Zimmer wäre zu auffallend. Sie schlossen Räume, weil Sie zu
konservativ waren oder weil andere Schlösser kein solches Zimmer besaßen. Sie schlossen Türen, weil Ihnen religiöse Autoritäten gesagt haben, solche Zimmer dürften Sie nicht betreten. Sie machten
die Tür zu jedem Raum zu, der nicht den Normen der Gesellschaft oder Ihrem eigenen Ideal entsprach.
Die Tage waren vorrüber, als Ihr Schloß grenzenlos zu sein schien und die Zukunft aufregend und hell. Sie kümmerten sich nicht mehr mit der gleichen Liebe und Bewunderung um jedes Zimmer. Räume,
auf die Sie einmal stolz gewesen waren, mußten jetzt verschwinden. Sie wollten diese Zimmer irgendwie loswerden, aber sie gehörten ja zum Schloß. Nachdem Sie nun die Türen zu allen Zimmern
verschlossen hatten, die Sie nicht mochten, vergaßen Sie im Laufe der Zeit, dass diese Räume überhaupt existierten. Am Anfang merkten Sie gar nicht, was Sie da taten. Es wurde einfach eine
Gewohnheit. Da Sie von aller Welt Botschaften bekamen, wie ein richtiges Schloß auszusehen habe, wurde es viel leichter, auf sie zu hören, als Ihrer eigenen Stimme zu vertrauen, die Ihr ganzes
Schloß liebte. Diese Zimmer zu verschließen, gab Ihnen ein Gefühl der Sicherheit. Es dauerte nicht lange und Sie stellten fest, dass Sie nur in einigen wenigen Räumen lebten. Sie hatten gelernt,
wie man das Leben ausschließen konnte und richteten sich bequem darin ein.
Viele von uns haben so viele Zimmer verschlossen, dass wir vergessen haben, einst ein Schloß bewohnt zu haben. Wir begannen zu glauben, wir seien ein kleines, reparaturbedürftiges Haus mit zwei
Zimmern.
Stellen Sie sich nun vor, dass Sie in Ihrem Schloß alles beherbergen, was Sie sind, das Gute und das Schlechte und dass jeder Aspekt, der auf diesem Planeten existiert, auch in Ihnen existiert.
Ein Zimmer ist Liebe, ein anderes Mut, eines ist Eleganz, ein anderes Anmut. Es gibt endlos viele Zimmer: Kreativität, Weiblichkeit, Ehrlichkeit, Integrität, Gesundheit, Selbstbehauptung,
sexuelle Anziehung, Kraft, Schüchternheit, Hass, Gier, Frigidität, Faulheit, Arroganz, Krankheit und Bosheit. Sie alle sind Zimmer in Ihren Schloß. Jeder Raum ist ein Teil des Gebäudes und hat
irgendwo im Schloß ein Gegenstück. Glücklicherweise sind wir nie zufrieden, wenn wir weniger sind, als wir sein können. Unsere Unzufriedenheit mit uns selbst motiviert uns, nach all diesen
verlorenen Zimmern in unserem Schloß zu suchen. Wir können nur dann den Schlüssel zu unserer Einzigartigkeit finden, wenn wir alle Zimmer im Schloß aufsperren."
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Die Lebensdatenkartei
(von Joshua Harris, leicht gekürzt aus dem Buch: Ungeküsst - und doch kein Frosch)
Joshua Harris, ein zwanzigjähriger junger Mann, berichtet von folgendem Traum: »Ich befand mich in einem Zimmer, in dem nichts war außer einem Regal voller Kästen mit Karteikarten. Sie ähneln den
Karten, die man in Büchereien findet, auf denen Titel, Autor und Sachgebiet alphabetisch aufgelistet sind. Aber die Kästen hier, die vom Fußboden bis zur Decke reichten und zu rechten und linken
kein Ende nahmen, waren in ganz unterschiedliche Rubriken eingeteilt. Als ich mich dem Regal näherte, erregte eine Box mit der Aufschrift "Mädchen, in die ich verliebt war" meine Aufmerksamkeit.
Ich öffnete den Kasten und begann ein bisschen herumzublättern. Schnell schlug ich ihn wieder zu. Erschrocken stellte ich fest, dass mir all die Namen bekannt vorkamen. Ohne, dass es mir jemand
sagen musste, wusste ich genau, wo ich war. Dieser düstere Raum mit seinen Akten beinhaltete ein Katalogsystem über mein Leben. Hier war alles aufgeschrieben, Wichtiges und Unwichtiges, mit allen
Details, an die ich mich gar nicht mehr erinnern konnte.
Verwunderung und Neugier überkamen mich gleichzeitig, als ich mit Schaudern anfing, planlos die Kästchen zu öffnen, um ihren Inhalt zu inspizieren. Einige brachten Freude und schöne Erinnerungen,
bei anderen schämte ich mich so sehr, dass ich mich vorsichtig umdrehte, um zu sehen, ob mich jemand beobachtete. Der Kasten "Freunde" stand neben dem Kasten "Freunde, die ich enttäuscht habe".
Die Aufschriften waren zum Teil ganz normal, zum Teil ziemlich absurd. "Bücher, die ich gelesen habe"; "Lügen, die ich erzählt habe"; "Ermutigungen für andere"; "Witze, über die ich gelacht
habe".
Einige waren in ihrer Exaktheit schon fast witzig: "Worte, die ich meinem Bruder an den Kopf warf". Über andere konnte ich gar nicht lachen: "Dinge, die ich aus Wut getan habe"; "Beleidigungen,
die ich im Stillen meinen Eltern gegenüber aussprach".
Immer wieder war ich über die Inhalte überrascht. Häufig fand ich viel mehr Karten vor, als ich erwartete, manchmal weniger, als ich erhoffte. Die unglaublich Menge der Kästen überwältigte mich.
Konnte es möglich sein, dass ich mit meinen 20 Jahren all diese Karten, bestimmt Tausende, wenn nicht sogar Millionen, ausgefüllt hatte? Jede Karte bestätigte diese Annahme. Sie wiesen alle meine
Handschrift, sogar meine Unterschrift auf.
Der Kasten "Lieder, die ich angehört habe" war viel größer als alle anderen, fast drei Meter breit. Die Karten waren eng hintereinander angeordnet. Ich schloss ihn beschämt, nicht so sehr wegen
der Qualität der Musik, sondern weil ich mir der immensen Zeitverschwendung bewusst wurde, die diese Rubrik deutlich machte. Als ich die Aufschrift "erotische Gedanken" entdeckte, lief mir ein
Schauder über den Rücken. Ich zog den Kasten nur ein Stück heraus, denn ich wollte die Größe gar nicht erst sehen, und nahm schnell eine Karte heraus. Innerlich zuckte ich zusammen bei den
genauen Angaben darauf. Mir wurde schlecht, als ich daran dachte, dass auch solche Momente festgehalten waren.
Die Aufschrift eines anderen Kasten lautete: "Personen, denen ich von Gott erzählt habe". Der Griff dieses Kästchens war sauberer als die anderen drum herum, neuer, fast unbenutzt. Ich zog und
ein Kasten nicht länger als ein paar Zentimeter kam zum Vorschein. Ich konnte die Karten darin an einer Hand abzählen. Mir kamen die Tränen. Ich fiel auf die Knie und weinte laut. Niemand,
wirklich niemand darf jemals von diesem Raum erfahren! Ich muss ihn abschließen und den Schlüssel verstecken.
Dann, als die Tränen versiegt waren, sah ich ihn. Oh nein, bitte nicht er! Nicht hier. Nein, alles, aber bitte nicht Jesus! Hilflos nahm ich war, dass er die Kästen öffnete und die Karteikarten
durchlas. Als ich mich überwand und ihm ins Gesicht schaute, bemerkte ich, dass es ihn noch viel mehr schmerzte als mich. Intuitiv schien er die peinlichsten Kästen herauszunehmen. Warum musste
er jede einzelne Karte lesen?
Schließlich drehte er sich um und sah zu mir herüber. Mitleid spiegelte sich in seinen Augen. Ich senkte meinen Kopf, hielt mir die Hände vors Gesicht und fing wieder an zu heulen. Er kam zu mir
und legte den Arm um mich. Er hätte soviel sagen können - aber er schwieg. Er weinte mit mir.
Dann stand er auf und ging zurück zu dem Regal. Er begann an einer Seite des Zimmers, nahm jeden Kasten raus und fing an, meinen Namen durchzustreichen und ihn mit seinem eigenen zu überschreiben
- auf jeder Karteikarte. "Nein", schrie ich und rannte zu ihm herüber. Das einzige, was ich sagen konnte, war "nein, nein", als ich ihm die Karte aus der Hand zog. Sein Name sollte nicht auf
dieser Karte stehen. Aber da stand er schon, mit blutroter Farbe. Nur sein Name war zu lesen, Jesus, nicht mehr meiner. Er hatte mit seinem Blut unterschrieben. Schweigend nahm er die Karte
zurück. Er lächelte traurig, während er weiter die Karten unterzeichnete. Ich weiß nicht, wie er das so schnell gemacht hatte, denn schon im nächsten Augenblick hörte ich den letzten Kasten
zuklappen. Er legte seine Hand auf meine Schulter und sagte: "Es ist vollbracht."
Copyright © Joshua Harris – Leider keine Quellenangabe bekannt. Wenn Sie Autor dieser schönen Geschichte sind, dann schreiben Sie mir bitte eine Email, so dass ich die Quellenangabe benennen kann. Vielen Dank.
Die ungleichen Zwillinge
Die Zwillinge glichen sich äußerlich wie ein Ei dem anderen, waren aber ansonsten grundverschieden. Wenn es dem einen zu heiß war, war es dem anderen zu kalt. Wenn einer sagte: "Der Fernseher ist
zu laut", verlangte der andere, dass die Lautstärke heraufgedreht wurde. Der auffälligste Unterschied aber war, dass der eine zu jeder Stunde optimistisch und zuversichtlich war, und der andere
immer schlecht gelaunt, miesepetrig und pessimistisch. Als sie Geburtstag hatten, wagte der Vater der Zwillinge ein Experiment. Am Vorabend wartete er, bis seine Söhne eingeschlafen waren und
ging dann heimlich ans Werk. Nur um zu sehen was passiert, packte er das Zimmer des Pessimisten bis unter die Decke voll mit den schönsten Geschenken, mit Büchern, Spielzeug, Software und, und,
und! Dem Optimisten aber legte er nur einen stinkenden Pferdeapfel ins Zimmer. Sonst nichts. Am nächsten Morgen schaute der Vater zuerst ins Zimmer des Pessimisten. Er fand ihn laut heulend am
Boden sitzen, inmitten der ganzen wundervollen Geschenke. "Warum weinst du?", fragte der Vater. Da schluchzte der Pessimist: "Erstens: weil meine Freunde neidisch sein werden; zweitens: weil ich
die ganzen Gebrauchsanleitungen lesen muss, bevor ich mit den Geschenken was anfangen kann; drittens: weil ich für die meisten dieser Spielsachen ständig neue Batterien brauchen werde; und
viertens: weil im Lauf der Zeit bestimmt ein paar von den Spielsachen kaputtgehen werden". Als der Vater dann ins Zimmer des Optimisten kam, hüpfte dieser vor Freude in großen Sprüngen um den
Pferdeapfel herum. "Warum bist du so fröhlich", fragte der Vater. "Ich glaube", antwortete sein optimistischer Sohn, "irgendwo im Haus muss ein Pony sein!"
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Ein Brief an ein Kind mit Krebs
von Elisabeth Kübler – Ross
Dies ist die Geschichte über das Leben – über Windstürme und über Samen, die wir im Frühling in die Erde legen, über Blumen im Sommer und Früchte im Herbst. Dies ist aber auch eine Geschichte
über den Tod. Er kann ganz früh im Leben kommen, aber auch sehr spät zu manchen Menschen...
Um was geht es im Grunde? Stell Dir vor wie das Leben angefangen hat, ganz am Anfang wie Gott alles schuf — die Sonne, die über der Welt scheint, die Blumen wachsen lässt, deren Strahlen die Erde
berühren, auch wenn Wolken sie verdecken. Gott sieht uns immer. Seine Liebe leuchtet stets über uns, gleichgültig wie klein oder wie groß wir sind. Nichts kann die Strahlen von Gottes Liebe
aufhalten. Wenn Menschen geboren werden, beginnen sie wie winzige Samen. Die Samen des Löwenzahn bläst der Wind auf die Wiese – ein paar landen am Straßenrand, einige auf einem grünen Rasen wo
sie unerwünscht sind – andere in einem Blumenbeet... und so ist es auch mit uns: Wir beginnen unser Dasein in einer reichen oder armen Familie, in einem Waisenhaus, vielleicht auch sterbend als
kleine Kinder.
Es kann aber auch geschehen, dass uns Eltern lieben, die uns vielleicht adoptieren und uns selber aussuchen. Manche Leute nennen dies vielleicht das Glücksspiel des Lebens. Doch denke daran: Gott
trägt auch die Verantwortung für den Wind. Um die Samen des Löwenzahns kümmert er sich ebenso wie um alles Leben überhaupt - vor allem um die Kinder!
Es gibt keinen Zufall im Leben. Gott macht keine Unterschiede zwischen den Menschen. Wir sind alle seine Kinder. Seine Liebe kennt keine Bedingungen! Er versteht alles, er verurteilt nie - Er ist
bedingungslose Liebe.
Du und Gott, Ihr habt zusammen Deine Eltern ausgesucht aus einer Billion Menschen. Du wähltest sie, um ihnen zu helfen beim Wachsen und Lernen – und sie sind auch Deine Lehrer. Unser Leben ist
eine Schule in der wir manches lernen können: Mit anderen Menschen auszukommen – ihre Gefühle zu verstehen – aufrichtig zu sein mit uns und anderen, Liebe zu geben und zu empfangen. Wenn wir
unsere Prüfungen bestanden haben, dann dürfen wir die Schule abschließen – das bedeutet: Wir dürfen heimkehren in unser wirkliches Zuhause – zu Gott, von dem wir kamen. Dort treffen wir alle
Menschen wieder, die wir je geliebt haben. Es ist wie eine Familienzusammenkunft nach einem Examen.
Das ist der Augenblick des Sterbens, wenn wir den Körper ablegen, genauso wie wir etwas anderes tun dürfen, wenn wir unsere Hausarbeit gemacht haben.
Im Winter kannst Du kein Leben in einem Baum sehen. Aber im Frühling kommen kleine, grüne Blätter heraus – eines nach dem anderen. Im Spätsommer ist der Baum voller Früchte. Er hat sein
Versprechen gehalten. Im Herbst fallen die Blätter ab, eines nach dem anderen. Für den Baum ist das die Vorbereitung für die Winterruhe. Einige Blumen blühen nur wenige Tage – jedermann bewundert
sie als Zeichen des Frühlings und der Hoffnung. Und dann sterben sie - aber sie haben getan, was sie tun mussten. Andere Blumen blühen lange – viele betrachten ihr Dasein als selbstverständlich
und beachten sie kaum mehr. So verhalten sich viele mit alten Menschen. Sie sehen sie im Park sitzen, bis sie eines Tages für immer gegangen sind.
Alles im Leben ist ein Kreislauf: Der Tag folgt auf die Nacht, der Frühling auf den Winter... Verschwindet das Boot hinter dem Horizont, so ist es nicht einfach weg, aber wir sehen es nicht mehr,
wie wir die Sonne nicht sehen während der Nacht.
Gott wacht über alles, was er geschaffen hat : Erde, Sonne, Bäume, Blumen und Menschen, die durch die Schule des Lebens gehen müssen, bevor ihre Lehre abgeschlossen werden kann. Erst wenn alle
Arbeit getan ist, wofür wir auf die Erde kamen, dürfen wir unseren Körper ablegen. Er umschließt die Seele wie die Puppe den künftigen Schmetterling. Dann werden wir frei sein von Schmerzen,
Angst und allem Kummer – frei sein, wie ein freier, schöner Schmetterling – und dürfen heimkehren zu Gott. Bei ihm werden wir nie mehr allein sein. Dort werden wir weiterleben, werden wachsen,
tanzen, spielen und fröhlich sein. Wir werden auch zusammen sein mit allen Menschen die wir liebten. Dort sind wir von mehr Liebe umgeben, als wir uns vorstellen können!
Treffen mit Gott
Es war einmal ein kleiner Junge, der unbedingt Gott treffen wollte. Er war sich darüber bewusst, dass der Weg zu dem Ort, an dem Gott lebte, ein sehr langer war. Also packte er sich einen
Rucksack voll mit einigen Coladosen und mehreren Schokoladenriegeln und machte sich auf die Reise. Er lief eine ganze Weile und kam in einen kleinen Park. Dort sah er eine alte Frau, die auf
einer Bank saß und den Tauben zuschaute, die vor ihr nach Futter auf dem Boden suchten. Der kleine Junge setzte sich zu der Frau auf die Bank und öffnete seinen Rucksack. Er wollte sich gerade
eine Cola herausholen, als er den hungrigen Blick der alten Frau sah. Also griff er zu einem Schokoriegel und reichte ihn der Frau. Dankbar nahm sie die Süßigkeit und lächelte ihn an. Und es war
ein wundervolles Lächeln! Der kleine Junge wollte dieses Lächeln noch einmal sehen und bot ihr auch eine Cola an. Und sie nahm die Cola und lächelte wieder - noch strahlender als zuvor. Der
kleine Junge war selig. Die beiden saßen den ganzen Nachmittag lang auf der Bank im Park, aßen Schokoriegel und tranken Cola - aber sprachen kein Wort. Als es dunkel wurde, spürte der Junge, wie
müde er war und er beschloss, zurück nach Hause zu gehen. Nach einigen Schritten hielt er inne und drehte sich um. Er ging zurück zu der Frau und umarmte sie. Die alte Frau schenkte ihm dafür ihr
allerschönstes Lächeln.
Zu Hause sah seine Mutter die Freude auf seinem Gesicht und fragte: "Was hast du denn heute Schönes gemacht, dass du so fröhlich aussiehst?" Und der kleine Junge antwortete: "Ich habe mit Gott zu
Mittag gegessen - und sie hat ein wundervolles Lächeln!"
Auch die alte Frau war nach Hause gegangen, wo ihr Sohn schon auf sie wartete. Auch er fragte sie, warum sie so fröhlich aussah. Und sie antwortete: "Ich habe mit Gott zu Mittag gegessen - und er
ist viel jünger, als ich gedacht habe."
Copyright © unbekannt – Wenn Sie Autor dieser schönen Geschichte sind, dann schreiben Sie mir bitte eine Email, so dass ich Ihren Namen und die Quellenangabe benennen kann. Vielen Dank.
Wohlstand und Reichtum
Sanft schwang mein Körper hin und her. Meine Augen öffneten sich und so etwas wie ein Bullauge blickte mich an. „Hmm – eigenartig. Wo bin ich? Auf einem Schiff?“
Mein Körper lag angekleidet auf einer Art Couch in einem spärlich beleuchteten Raum. Ja, es schien ein Schiff zu sein, mit dem die leichte Brandung spielte. Ich erhob mich langsam und ging auf den
Türdurchgang zu, wo es heller war. Das Licht blendete so stark, dass es meinen Augen weh tat. Als ich mich an die Helligkeit gewöhnt hatte und an mir hinunter sah, bemerkte ich eine tiefdunkelblaue
Hose mit Nadelstreifen an mir. Eine solche exquisite Hose hatte ich noch nie besessen. Mein Oberkörper war bedeckt mit einer eleganten weißen Bluse. Meinen Ausschnitt zierte ein Brillantkollier. An
meinen Händen entdeckte ich zum Kollier passende Ringe und Armreifen. Meine Stöckelschuhe standen vor der Couch dort im Dunkeln. Wie war ich hierher gekommen? Wie um Himmels Willen bin ich zu dieser
eleganten Garderobe und dem Schmuck gekommen? Und die Yacht, auf der ich mich aufhielt, wem gehörte sie? Hat mich ein reicher Mann hierher entführt?
Ich zog meine Schuhe an, um an Deck zu gehen. Wieder wurden meine Augen geblendet, diesmal jedoch vom unermesslichen Reichtum. Vor mir lag ausgebreitet eine Armada von größeren und kleineren Yachten - und Luxusliner lagen am Pier. Ein grandioser Anblick!
„Na, ist das nach deinen Wünschen?“ hörte ich seitlich links hinter mir eine männliche Stimme fragen. Blitzschnell drehte ich mich um – jedoch, da war niemand. „Hm, was wird hier gespielt?“ dachte
ich.
„Wo sind Sie?“ fragte ich verunsichert.
„Ich stehe direkt links hinter Ihnen.“
„Aber – ich sehe niemanden, wer sind Sie und warum verstecken Sie sich?“
„Ich verstecke mich nicht, ich BIN einfach nur, aber in dieser Realität bin ich tatsächlich zur Zeit nicht sichtbar, nur hör- oder fühlbar!“
„Ja – und wie kann ich mir sicher sein, dass Sie mit mir keinen Schabernack treiben, denn – mit einer Frau kann man's ja machen.“
„I wo, wo denken Sie hin. Ich meine es ganz erst, so ernst, wie Sie es gerade sind!“
„Ja aber..., was wollen Sie denn von mir?“
„Ich will gar nichts von Ihnen, Sie wollten etwas von mir!“
„So, was wollte ich denn von Ihnen und wer sind Sie, wollen Sie sich denn gar nicht vorstellen? Schließlich ist es nicht gerade höflich, sich einer Frau auch noch von rückwärts zu nähern und dann
nicht vorzustellen, wenn man sie anspricht!“
„Oh Sorry – ich bin der Reichtum, auch Wohlstand genannt!“
„Wie bitte?“
„Ja, ich bin die Wesenheit, die du gerufen hast – ich darf doch du sagen, oder!?“
Ich war völlig ratlos. „Ja schon, also du – Reichtum! Und ich soll dich gerufen haben, ja wann denn?“
„Als du völlig verzweifelt warst und bis zum Hals in deinem finanziellen Desaster stecktest.“
„Woher willst denn du das wissen?“
„Ich weiß alles, besonders dann, wenn man mich von Herzen um Hilfe ruft und meinem Bruder, dem Mangel, abschwört!“
„Deinem Bruder Mangel – tztztz, nun wird es aber wirklich märchenhaft. Du willst mir erzählen, dass es ein Wesen namens Mangel gibt?“
„Aber sicher, hättest du sonst meine Stimme wahrgenommen und – redest du nicht gerade mit mir – hmmm?!“
Ich verstand die Welt nicht mehr, jedoch wollte ich nun mehr von diesem Wesen namens Reichtum oder Wohlstand wissen – wenn er nun schon mal persönlich da war.
„Also, deinem Bruder Mangel hätte es aber auch mal einfallen können, sich bei mir bemerkbar zu machen, so wie du jetzt!“
„Wieso – du warst doch vom Mangel völlig überzeugt und dass er niemals aus deinem Leben verschwinden würde. Du hast ihn ja regelrecht eingeladen, bei dir zu bleiben.“
„So, wie denn das?“
„Hmm – ganz einfach, weil du leiden wolltet. Du hast dir unendlich leid getan und dich gewälzt in deinem Leid und deinem Mangel. Du hast schon an nichts anderes mehr gedacht als an deinen Mangel. Du
warst ständig nur sparsam und hast dein Geld immer fein säuberlich abgezählt, für das, was du dafür einkaufen wolltest und was nicht. Nie hast du dir etwas gegönnt oder dir selbst mal eine Freude
gemacht, ein Geschenk zum Beispiel. Bis dir deine Freundin klar gemacht hat, dass sie selbst aus dem Tal des Mangels nur dadurch herausgefunden hatte, weil sie begann, sich endlich etwas wert zu
sein!“
„Hmm – das stimmt, was du da erzählst. Und dann hast du meine Herzensbitte gehört, als ich in den Himmel hineinschrie: Wenn es so was gibt wie den Reichtum, dann soll er JETZT und HIER zu mir
kommen!?“
„Ja – genau! Und nun bist du bei mir angekommen!“
„Aha – jetzt verstehe ich, dann hast du mich entführt aus meiner Provinz hierher, wo es nur so strotzt vor Reichtum?“
„Ja, so ist es – dies hier ist mein Zuhause. Ich bin überall dort Zuhause, wo es nur so vor Reichtum strotzt, wie du sagst!“
„Ja – und wann ist dieser schöne Traum vorbei?“ wollte ich vom Reichtum wissen.
„Wenn Du es willst, entweder jetzt gleich oder niemals mehr, ganz so, wie du es entscheidest!“
„Also, wenn das alles von mir und meinen Entscheidungen abhängen soll, dann entscheide ich jetzt, dass du niemals mehr von meiner Seite weichen sollst – ist das für dich ok?!“
„Ja – so gefällst du mir.“
Ich befand mich urplötzlich in einem Gefühl der Freude und unendlicher Leichtigkeit, der Losgelöstheit von Zweifel und Existenzangst.
„Warum konnte ich dieses Gefühl vorher denn nie spüren?“ fragte ich.
„Weil du alles so furchtbar erst genommen hast. Das hat dich dann blockiert und du kamst aus diesem Gefängnis nicht mehr heraus, bis..., ja bis du mich gerufen hast. In dem Augenblick hast du ja noch
nicht unbedingt an meine Existenz geglaubt, aber dein Ruf aus tiefstem Herzen, der hat meine Energie in Bewegung gesetzt!“
Ich war neugierig geworden auf meine neue Welt des Reichtums. „Dann lass uns nicht länger warten, ich will jetzt endlich deine Welt kennenlernen. Komm – lass uns gehen und das reiche Leben
genießen!“
„Langsam – zuerst solltest du dir darüber klar sein, dass in der Welt des Wohlstands und des Reichtums eine eigene Sprache gesprochen wird, also achte darauf, was du sagst!“
„Welche Sprache denn?“ wollte ich wissen.
„Die Sprache des Mangels ist hier out! Sie bewirkt genau das Gegenteil von dem, was du in dieser Welt erleben willst – du willst doch Reichtum und Wohlstand kennenlernen – oder?!“
„Ja – ich will!“ das war mir eindeutig klar.
„Ok, dann bedenke: Wenn du in meiner Welt bzw. in deiner neuen Welt beginnst sparsam zu denken oder zu handeln, wird dies sofort von den anderen Reichen bemerkt, denn die haben ein superfeines Gespür
für das Gegenteil ihres Reichtums. Und sofort nehmen sie Abstand von dir und so wirst du zum Außenseiter. Sie dulden einfach niemanden in ihrer Nähe, der nicht auch das tut, was sie tun.“
„Was tun sie denn?“ wollte ich vom Reichtum wissen.
„Na, das ist doch logisch, sie wollen ihren Reichtum vermehren, denn Reichtum gedeiht nur durch Hinzufügen. Schließlich gibt es keine Versicherung gegen meinen Bruder, den Mangel. Die beste
Versicherung gegen Mangel ist, den Reichtum auszudehnen, so einfach ist das!“
„Ja, aber – was ist mit den Menschen, die im Mangel leben? Die haben nach deinen Worten ja gar keine Chance, jemals wohlhabend oder reich zu werden.“
„Nein, so ist das nicht. Diese Menschen, von denen du sprichst, haben das Mangeldenken schon von ihren Eltern übertragen bekommen und leben es entweder weiter oder brechen irgendwann – so wie du
jetzt – aus dieser Kette des Mangels aus. Sie entscheiden sich ganz bewusst, sehr bewusst sogar, den Mangel hinter sich zu lassen - durch ihre eigene Überzeugungskraft, dass sie es schaffen werden,
wohlhabend oder sogar reich zu sein. Diese Motivation ist wichtig, sie treibt jene Menschen an wie das Benzin den Motor.“
Irgendwie war es für mich einleuchtend, was er sagte – ich lauschte gerne weiter seinen Worten. Dann stellte er mir eine bedeutsame Frage: „Was wäre denn zum Beispiel, wenn du diesen motivierten
Menschen, die für sich mehr Glück in ihrem Leben fühlen und auch leben wollen, diesen Treibstoff leise still und heimlich absaugen würdest?“
Ich überlegte ein wenig. „Ah ja, sie würden plötzlich keine Motivation mehr besitzen!“
„Richtig – und deshalb ist es wichtig, dass sie ihren eigenen Selbstwert zu spüren bekommen. Daher streben diese Menschen dahin, äußerlich das auszustrahlen, was sie innerlich fühlen. Sie umgeben
sich gerne mit Statussymbolen, feiern gerne Partys mit denen, die den Reichtum schon lange leben und ähnliches. Sie wollen den Reichtum förmlich einatmen und das tun sie sogar.“
Nun war mir klar, warum es so viele Menschen im ständigen Mangel gab und sie mit Konsumgütern bei Laune gehalten wurden, denen man oft die Mangelqualität ansieht – und dass es wiederum andere in
dieser Menschengruppe gibt, die dies so nicht mehr wollen.
Der Reichtum erklärte mir weiter: „Nun - du hattest die klare Entscheidung, dort auszubrechen. Du hast den Sprung geschafft, einzig und allein durch deinen Schrei nach Wohlstand und Reichtum. Und –
nun beginnt dein Weg über das Gefühl des Wohlstands zum Reichtum.
Übrigens – der Wohlstand ist wie eine Maschine, die sich ständig selber schmiert! Entwendet man die Schmiere, bleibt die Maschine stehen. Aber ich wache ja über den Schmiertopf!“ Er lachte
schelmisch. Ich amüsierte mich über seine Leichtigkeit und Lebenslust.
„Nun gut, ich glaube, jetzt bin ich genügend aufgeklärt. Lass uns endlich auch das reiche Leben genießen und nicht nur darüber reden, lieber Reichtum. Komm – gehen wir.“
„Und wohin willst du alleine gehen?“
„Wieso alleine – du kommst doch mit, oder willst du etwa kneifen?“
„Ich kneifen – wo denkst du hin, aber hast du dich schon so an mich gewöhnt, dass du gar nicht mehr daran denkst, dass ich keinen sichtbaren Körper habe?“
Tatsächlich hatte ich das schon vergessen. „Dann beschaff dir doch einen Körper!“ sagte ich provokativ.
„Ok, ich werde mich um einen Körper kümmern!“
Plötzlich herrschte gespenstische Stille um mich herum. Selbst als ich fragte, ob der Reichtum mich hört, bekam ich keine Antwort. Ich stand an der Reling dieser wunderschönen Yacht und blickte in
Richtung Häusermeer unterhalb des Gebirges. Luxuriöse und elegante Villen waren teilweise in den Steilhang hineingebaut. Villen mit Säulenportalen und südländischen Bepflanzungen. Ich wusste zwar
noch immer nicht, wo ich war, aber vermutete, es könnte Montecarlo sein.
Mein Freund, der Reichtum, hatte sich wohl dieses ruhige Plätzchen weit draußen vor dem eigentlichen Yachthafen gewählt, um ungestört mit mir über all diese Zusammenhänge zu plaudern, die mit seiner
Welt zusammenhängen und um die anderen nicht aufmerksam zu machen auf eventuelle Schreikrämpfe von mir – das hätte ja schließlich gut sein können.
Ein sportliches Schnellboot hielt auf meine Yacht zu und legte längsseits an. Der braungebrannte Mitvierziger fragte zu mir herauf, ob alles in Ordnung wäre oder ob er mir helfen könne. „Sie liegen
hier weit vor dem schützenden Hafen schon so lange vor Anker, da dachte ich mir, ich schaue mal nach. Vielleicht gibt es hier an Bord ja ein technisches Problem“, sagte er forschend.
„Nein – kein technisches, eher ein personelles, denn mein Skipper ist an Land gegangen und wollte seit Stunden wieder zurück sein. Seitdem keine Spur von ihm!“ rief ich zu ihm hinunter, als wären
diese Worte tatsächlich wahr. Dabei wusste ich keines dieser Worte im voraus, die mir spontan über die Lippen kamen. Ich wunderte mich selbst über meine unbewusste Spontanität. Auch über folgende
Worte: „Kommen Sie doch an Bord, ich würde mich freuen, denjenigen kennen zu lernen, der sich so sehr um mein Wohlergehen sorgt!“
„Ja gerne“, und er machte das Boot achtern fest und kam über die Heckleiter an Deck. „Herzlich willkommen im Fürstentum Monaco – Montecarlo liegt Ihnen zu Füßen und zur vollen Verfügung. Darf ich
mich vorstellen: Mein Name ist Giuseppe Calderoni.“
Ich hörte mir selber zu, als ich sagte: „Ich freue mich, so ehrenvoll empfangen zu werden und das schon hier draußen, außerhalb der Hoheitsgewässer!“ Ich wusste bisher gar nicht, dass ich auch eine
Ahnung vom Seerecht hatte, aber scheinbar doch – oh Wunder.
„Und Sie gehören zum Fürstenhof der von Grimaldi?“
„Oh nein, ich bin mein eigener Herr und Juwelier in Montecarlo.“
Ich hatte also demzufolge einen Fachmann auf meiner Yacht, darum frage ich ihn einfach mal nach dem Wert des Schmucks an meinem Körper. „Da Sie ein Auge für diese mobilen Werte haben, würde ich von
Ihnen gerne wissen, wie viel der Schmuck wert ist, den mir meine Großmutter hinterlassen hat!?“
„Nun, genau kann ich das am besten in meinen Räumen feststellen mit den notwendigen Prüfwerkzeugen, aber wenn ich mal vom Wert der Brillanten ausgehe, dann tragen Sie zur Zeit einen Wert von mindestens 10 Millionen US-Dollar an ihrem einzigartig zauberhaften Körper.“
Aha, mit Speck fängt man Mäuse, mit Charme und Geld fängt man Frauen, dachte ich mir.
„Dann werde ich morgen in Ihr Haus kommen und den Schmuck genau schätzen lassen, denn ich denke tatsächlich an Verkauf!“
Seine Augen funkelten auf wie Diamanten. Worüber er sich wohl freuen mag, fragte ich mich – darüber, ein Geschäft zu machen oder mich wiederzusehen?
„Oh ja, ich freue mich schon jetzt auf Ihren Besuch – dann werde ich Ihnen, wenn Sie mögen, Montecarlo zeigen und – was halten Sie von einem Besuch im Spielkasino morgen Abend?“
So viel Zuwendung hatte ich gar nicht erwartet, oder war mir das nur ungewohnt? Wie auch immer – ich stimmte zu.
„Ich hole Sie dann morgen gegen 14 Uhr ab, ist das ok?“ fragte er vorsichtig.
„Genau der richtige Zeitpunkt – ja!“
Respektvoll verabschiedete sich der interessante Juwelier. Sein schnelles sportliches Boot glitt wie beflügelt und dennoch graziös über das ruhige Wasser der Bucht. Die Nacht allein auf der Jacht war
schon irgendwie unheimlich, dennoch schlief ich wie ein Murmeltier. Als ich aufwachte und auf meine brillantbesetzte Armbanduhr sah, bekam ich einen Schreck – es war schon zwölf Uhr mittags. Ich
hatte noch nichts gegessen und in zwei Stunden würde mein Juwelier schon wieder vor mir stehen. Eilig ließ ich mein seidenes Nachtgewand fallen und ließ es mir unter der geräumigen Dusche gut gehen.
Das Make up war schnell aufgetragen und die Auswahl an sündhaft teuren Parfüms war grandios. Im Kleiderschrank, der eher ein Kleiderraum war, fand ich unter etlichen eleganten Stücken ein hauchzartes
weichfließendes himmelblaues Traumkleid aus Satin. Es war wie für mich geschaffen – eigenartig – scheinbar nur ein Zufall!? Alles, was ich anprobierte, war auf meine Maße abgestimmt.
Ein appetitliches Frühstück mit köstlich duftenden Kaffee passte gerade noch in den knappen Zeitrahmen. Als ich das Geschirr abgeräumt hatte, drangen auch schon Motorengeräusche am meine Ohren. Die
Yacht dümpelte in der Bugwelle, die sein schnelles Boot erzeugt hatte. Mein Juwelier war gekommen. Als er über die Heckleiter das Deck betrat und mich sah, wurden seine Augen riesengroß vor Staunen.
„Fürstin Grazias Erscheinung verliert sich ja völlig in dieser beispiellosen göttlichen Ausstrahlung!“
„Sie wollen mir doch nur schmeicheln,“ sagte ich etwas scheu.
„Wenn ich das sage, dann dürfen Sie mir ruhig glauben!“
„Vielen Dank für Ihr Kompliment, ich weiß es zu schätzen“, kam fast unbewusst über meine Lippen.
„Ich werde Ihre Yacht zu meinem Liegeplatz fahren, wenn Sie wollen“, schlug er vor. Nachdem ich kurz zustimmend nickte, zündete er die Motoren und behäbig setzte sich meine Yacht in Bewegung – mit
seinem Schnellboot im Schlepp. Nachdem er beide Luxusschiffe im Yachthafen vertäut hatte, gingen wir nur wenige Schritte zu seinem Wagen. Er öffnete mir achtungsvoll die Beifahrertür des Rolls Royce
und nach nur wenigen Kilometern durch Montecarlo bogen wir unter einem prächtigen Rundbogen auf das Grundstück einer eindrucksvollen Villa ein. Unter einem von mächtigen Säulen getragenen Portal
hielt er sein Luxusauto und öffnete mir genauso zuvorkommend wie vorher die Tür. Seinen Blick fühlte ich auf meinen Schenkeln, die kurzzeitig beim Aussteigen nicht sonderlich durch mein Kleid bedeckt
waren.
Ein Butler öffnete uns die Tür. Die riesige Vorhalle bot mir einen grandiosen Anblick. Von der halbrunden Vorhalle gingen zwei Treppen aufwärts und trafen sich an einer Empore, die harmonisch über
der Vorhalle zu schweben schien. Treppe und Empore zierte ein kunstvoll geschwungenes steinernes Geländer. Ein Bild, wie ich es bisher nur einmal sah – in Salzburg im Schloss Mirabelle – die
„Engelsstiege“.
„Hier sind Sie Zuhause?“ Ich konnte mein Staunen kaum verbergen.
„Nun ja – das ist eines der vielen Häuser in meinem Reich! Gefällt es Ihnen?“ antwortete er ausweichend.
Ich war von dem, was ich bisher von seinem Haus gesehen hatte, völlig fasziniert. „Oh ja! Es ist außergewöhnlich schön.“
„Nun – lassen Sie uns einen kleinen Imbiss nehmen, ich kann es auch gebrauchen.“ Nachdem er nach dem Personal geläutet hatte, kam eine Armee von Köchen und Helfern mit Servierwagen und Tabletts in
den Speiseraum, auf denen die erlesensten Köstlichkeiten hereingebracht wurden. Als die glänzenden Abdeckhauben von den Tellern gehoben wurden, stiegen die leckersten Dürfte in meine Nase. Das Wasser
lief mir förmlich im Mund zusammen.
„Und das nennen Sie einen kleinen Imbiss?“ Ich war überwältigt von der Art und Weise, wie ich verwöhnt wurde von diesem aufmerksamen Mann, der scheinbar Freude daran hatte, das Leben in vollen Zügen
zu genießen und mir dabei zuzusehen, wie ich langsam lernte, das Gleiche zu tun.
„Ich fange an, mich in Ihrem Haus sehr wohl zu fühlen!“ Verwundert über meine spontanen Worte fügte ich noch schnell hinzu: „Und die gedeckte Tafel kommt der eines Königshauses gleich!“
„Fühlen Sie sich denn nicht wie eine Königin?“ fragte er neugierig zurück.
„Oh – ähm...“ Mir blieb die Antwort in der Kehle stecken.
„Darf ich für Sie antworten?“ fragte er respektvoll.
Ich nickte verlegen.
„Nun – eigentlich wollte ich Sie noch ein wenig zappeln lassen!“
Ich war erstaunt. „Wieso zappeln lassen?“
„Bevor wir am Abend ins Casino gehen, sollte ich Sie aufgeklärt haben. Sie sind so herrlich bescheiden und scheinen gar nichts zu ahnen. Nun – dies hier ist nicht mein, sondern Ihr Haus. Die Yacht
dort draußen im Hafen ist nicht die Yacht von irgend jemandem, sondern Ihre Luxusyacht, wie auch der Rolls Royce vor der Tür. Diese Realität hier haben Sie sich selber erschaffen durch das
konsequente Abschwören von der Verbindung zum Mangel. Unser Freund Mangel hat noch viele Fans, aber Sie gehören durch Ihre Entscheidung, endlich den Wohlstand und den Reichtum kennenlernen zu wollen
- und ihn auch leben zu wollen – nun in diese Realität.“
Ich war total überwältigt. „So einfach soll das gehen? Einfach die Entscheidung treffen, das Band zum Mangel wirklich und endgültig durchzuschneiden - und nicht nur die Bereitschaft dazu zu
äußern?“
Der Juwelier nickte zustimmend: „Ja – so einfach ist das! Aber, wollen Sie denn gar nicht wissen, wer ich bin?“
Was für eine Frage. Ich war erneut verwirrt. „Wie – wieso? Sie sind doch derjenige, der sich mir auf der Yacht als Juwelier aus Monaco vorgestellt hat!?“
„Hmm – das meinen Sie, meine Liebe! Erinnern Sie sich denn nicht mehr an unsere Worte auf der Yacht? Sie sagten: Dann beschaff dir doch einen Körper! Und ich sagte: Ok, ich werde mich um einen Körper kümmern! --- „Nun – dämmert es Ihnen?“
Nun wurde mir einiges klar. „Dann sind Sie, ähm, dann bist du....?“
„Genau – ich bin die Verkörperung des Wohlstands und des Reichtums und ich habe dich in meine Welt geholt, weil du darum gebeten hattest...!“
Das musste ich erst einmal verdauen und trank ohne den Blick zu heben das Glas Champagner leer.
„Wollen wir nicht wenigstes gemeinsam auf Ihre neue Realität anstoßen?“ Er, der verkörperte Wohlstand und Reichtum, prostete mir zu – kaum zu glauben, fast wie in einem Märchen, aber dennoch
wahr!
„Ja – lass uns mein neues Leben im Reichtum besiegeln mit diesem Glas, auf dass der Reichtum endlich auch mein ganzes Wesen und mein Bewusstsein durchströmt.“
Er freute sich über meine Worte und meinte: „Mmmh – so gefällst du mir! Eines wird dir bald noch klarer werden: Diese Erfahrungsebene hier wird dir völlig in Fleisch und Blut übergehen und du wirst
gar nicht mehr an meinen Bruder Mangel denken können, denn wenn dein Bewusstsein den Reichtum IN dir festgeschrieben hat, ist dir das Gegenteil gar nicht mehr möglich. Du BIST einfach aus dem Innern
heraus der Wohlstand und der Reichtum – so wie ich!“
Ungeduldig sagte ich: „Gut – dann lass uns dieses köstliche königliche Mahl in unsere königlichen Körper aufnehmen und danach noch mit den Chips spielen.“
„Schön hast du das gesagt: Lass uns mit den Chips spielen! Du sagtest nicht: Lass uns mit dem Geld spielen!“
Ich fragte wissbegierig: „Wieso ist das für dich so wichtig?“
„Du hast sehr schnell erfasst, dass es ums Spielen geht, es muss Spaß machen, was du tust. Das, was im Casino damit verbunden ist – das Geld – ist eher eine angenehme Nebensache. Du bist reich! Wenn
du keine Lust mehr hast zu spielen, dann beendest du das Spiel einfach, weil dein Gefühl dir sagt, dass eine gewisse Grenze erreicht ist, wenn du nichts mehr dazu gewinnst. Dein Gefühl signalisiert
dir das dann aber mit seinen eigenen Signalen, nämlich: Es macht mir keinen Spaß mehr!“
„Aha – Spaß beim Spielen, Spaß am Glück! Wenn ich mich auch im Spiel nicht mehr glücklich fühle, dann beende ich das Spiel und suche mir was Neues zum Spielen!“
„Bingo – du hast es begriffen, meine Liebe, das Leben im Glück, das Leben als Spiel!“
Ich war überglücklich über meine eigene Entdeckung: „So hätte ich mein altes Spiel schon viel früher beenden können, wenn ich mich dazu entschieden hätte, dass es mir keinen Spaß mehr macht?“
„So ist es!“ sagte mein Freund der Reichtum einfach so dahin. „Nun – wie gefällt dir die Aussicht auf dein Neues Leben?“
Ich antwortete ihm ganz entschlossen: „Ich will es nun endlich in vollen Zügen genießen!“
Lange saßen wir noch an der prachtvollen Tafel zusammen - aßen, tranken und lachten.
Danach – tja, danach gingen wir spielen – und – was soll ich euch sagen? Es hat wahnsinnig Spaß gemacht, denn mein Konto wuchs und wuchs... Kommt einfach mit! Ich lade euch alle ein, in meine Welt
des Wohlstands und des Reichtums. Lasst uns feiern und uns Spaß und Freude haben – denn: DAFÜR ist das Leben gemacht!
Von wem gemacht?! Na – von dir selbst, denn DU bist der größte Schöpfer. DU bist der Schöpfer DEINER Welt und DU bestimmst über Mangel oder Reichtum – denke jeden Tag daran!
Bis bald – dein Wohlstand und Reichtum grüßt dich aus deiner neuen Realität...!“
Fortsetzung folgt!
Geschrieben von Peter Wiermann alias Joybird Peter
post@energiebeweger.de / www.energiebeweger.de – für all diejenigen (ob männlich oder weiblich) die das endlich auch einmal spüren
wollen, was bisher ihnen versagt geblieben war – das Gefühl, reich und wohlhabend zu sein. Alles weitere ergibt sich von selbst, vorausgesetzt, die Entscheidung zum Weichenstellen in diese Realität
(Neue Energie) ist vorhanden. Die Geschichte kann und sollte sogar gerne weitergegeben werden – jedoch bitte immer zusammen mit diesem Absatz! Über ein Feedback freut sich der Verfasser immer!
Das Mädchen mit dem rosafarbenen Tütchen
Als ich eines Tages, wie immer traurig, durch den Park schlenderte und mich auf einer Parkbank niederließ, um über alles nachzudenken was in meinem Leben schief läuft, setzte sich ein fröhliches kleines Mädchen zu mir. Sie spürte meine Stimmung und fragte: "Warum bist Du traurig?" "Ach", sagte ich "ich habe keine Freude im Leben. Alle sind gegen mich. Alles läuft schief. Ich habe kein Glück und ich weiß nicht wie es weitergehen soll." "Hmmm", meinte das Mädchen, "wo hast Du denn Dein rosa Tütchen? Zeig es mir mal. Ich möchte da mal hineinschauen." "Was für ein rosa Tütchen?", fragte ich sie verwundert. "Ich habe nur ein schwarzes Tütchen." Wortlos reichte ich es ihr. Vorsichtig öffnete sie mit ihren zarten kleinen Fingern den Verschluss und sah in mein schwarzes Tütchen hinein. Ich bemerkte wie sie erschrak. "Es ist ja voller Alpträume, voller Unglück und voller schlimmer Erlebnisse!" "Was soll ich machen? Es ist eben so. Daran kann ich doch nichts ändern." "Hier nimm," meinte das Mädchen und reichte mir ein rosa Tütchen. "Sieh hinein!" Mit etwas zitternden Händen öffnete ich das rosa Tütchen und konnte sehen, dass es voll war mit Erinnerungen an schöne Momente des Lebens. Und das, obwohl das Mädchen noch jung an Menschenjahren. "Wo ist Dein schwarzes Tütchen?" fragte ich neugierig." Das werfe ich jede Woche in den Müll und kümmere mich nicht weiter drum", sagte sie. "Für mich besteht der Sinn des Lebens darin, mein rosa Tütchen im Laufe des Lebens voll zu bekommen. Da stopfe ich soviel wie möglich hinein. Und immer wenn ich Lust dazu habe oder ich beginne traurig zu werden, dann öffne ich mein rosa Tütchen und schaue hinein. Dann geht es mir sofort wieder besser. Wenn ich einmal alt bin und mein Ende droht, dann habe ich immer noch mein rosa Tütchen. Es wird voll sein bis obenhin und ich kann sagen, ja, ich hatte etwas vom Leben. Mein Leben hatte einen Sinn!"
Noch während ich verwundert über ihre Worte nachdachte gab sie mir einen Kuss auf die Wange und war verschwunden. Neben mir auf der Bank lag ein rosa Tütchen. Ich öffnete es zaghaft und warf einen Blick hinein. Es war fast leer, bis auf einen kleinen zärtlichen Kuss, den ich von einem kleinen Mädchen auf einer Parkbank erhalten hatte. Bei dem Gedanken daran musste ich schmunzeln und mir wurde warm ums Herz. Glücklich machte ich mich auf dem Heimweg, nicht vergessend, am nächsten Papierkorb mich meines schwarzen Tütchens zu entledigen.
Copyright © unbekannt – Wenn Sie Autor dieser schönen Geschichte sind, dann schreiben Sie mir bitte eine Email, so dass ich Ihren Namen und die Quellenangabe benennen kann. Vielen Dank.
Was sind die wichtigen Dinge in deinem Leben
Eines Tages hält ein Zeitmanagementexperte einen Vortrag vor einer Gruppe Studenten, die Wirtschaft studieren. Er möchte ihnen einen wichtigen Punkt vermitteln mit Hilfe einer Vorstellung, die sie nicht vergessen sollen. Als er vor der Gruppe dieser qualifizierten angehenden Wirtschaftsbosse steht, sagt er: „Okay, Zeit für ein Rätsel“.
Er nimmt einen leeren 5-Liter Wasserkrug mit einer sehr großen Öffnung und stellt ihn auf den Tisch vor sich. Dann legt er ca. zwölf faustgroße Steine vorsichtig einzeln in den Wasserkrug. Als er
den Wasserkrug mit den Steinen bis oben gefüllt hat und kein Platz mehr für einen weiteren Stein ist, fragt er, ob der Krug jetzt voll ist. Alle sagen: „Ja“. Er fragt: „Wirklich?“ Er greift unter
den Tisch und holt einen Eimer mit Kieselsteinen hervor. Einige hiervon kippt er in den Wasserkrug und schüttelt diesen, so dass sich die Kieselsteine in die Lücken zwischen den großen Steinen
setzen. Er fragt die Gruppe erneut: „Ist der Krug nun voll?“. Jetzt hat die Klasse ihn verstanden und einer antwortet: „Wahrscheinlich nicht!“.„Gut“, antwortet er. Er greift wieder unter den
Tisch und bringt einen Eimer voller Sand hervor. Er schüttet den Sand in den Krug und wiederum sucht sich der Sand den Weg in die Lücken zwischen den großen Steinen und den Kieselsteinen.
Anschließend fragt er: „Ist der Krug jetzt voll?“. „Nein“, ruft die Klasse. Nochmals sagt er: „Gut!“. Dann nimmt er einen mit Wasser gefüllten Krug und gießt das Wasser in den anderen Krug bis
zum Rand. Nun schaut er die Klasse an und fragt sie: „Was ist der Sinn meiner Vorstellung?“. Ein Angeber hebt seine Hand und sagt: „Es bedeutet, dass egal wie voll auch dein Terminkalender ist,
wenn du es wirklich versuchst, kannst du noch einen Termin dazwischen schieben“. „Nein“, antwortet der Dozent, „das ist nicht der Punkt. Die Moral dieser Vorstellung ist: Wenn du nicht zuerst mit
den großen Steinen den Krug füllst, kannst du sie später nicht mehr hineinsetzen. Was sind die großen Steine in eurem Leben? Eure Kinder, Personen, die ihr liebt, eure Ausbildung, eure Träume,
würdige Anlässe, Lehren und Führen von anderen, Dinge zu tun, die ihr liebt, Zeit für euch selbst, eure Gesundheit, eure Lebenspartner? Denkt immer daran, die großen Steine ZUERST in euer Leben
zu bringen, sonst bekommt ihr sie nicht alle unter. Wenn ihr zuerst mit den unwichtigen Dingen beginnt, dann füllt ihr euer Leben mit kleinen Dingen voll und beschäftigt euch mit Sachen, die
keinen Wert haben und ihr werdet nie die wertvolle Zeit für große und wichtige Dinge haben.“
Heute Abend oder morgen Früh, wenn du über diese kleine Geschichte nachdenkst, stelle dir folgende Frage: „Was sind die großen Steine in meinem Leben ?“ Wenn du sie kennst, dann fülle deinen
Wasserkrug zuerst damit.
Copyright © unbekannt – Wenn Sie Autor dieser schönen Geschichte sind, dann schreiben Sie mir bitte eine Email, so dass ich Ihren Namen und die Quellenangabe benennen kann. Vielen Dank.
Die Geschichte vom einsamen Zauberer
von Sylvia Lavi
Um Märchen zu erzählen, muss man viel wissen und erblicken, was für andere verschleiert bleibt - aber dazu muss man lange gelebt haben, und deshalb sind Greise die besten Märchenerzähler.
Die Kinder lieben es so sehr, Märchen zu hören, denn nur sie haben genug Phantasie, sich alles plastisch auszumalen und den verborgenen Kern der Geschichten intuitiv zu erfassen, denn Kinder wissen,
dass Phantasie Wahrheit ist.
Im ältesten Märchenbuch der Welt steht geschrieben....
Es war einmal ein großer Zauberer, und er lebte in seinem Zauberreich voller Licht, es war vollkommen, unbegrenzt und erfüllte das gesamte Universum. Der Zauberer war groß, er war schön, er war die
Herrlichkeit selbst und sein Herz war offen und voller Liebe – aber er lebte alleine in seinem großen Reich. Es gab dort niemanden, mit dem er über Weisheit sprechen und seine Liebe teilen konnte, es
gab niemanden, der ihn wahrnahm, niemanden, dem er seine Zauberkunststücke vorführen und dem er mit seinen Schöpfungen Freude bereiten konnte – er war traurig so alleine zu sein!
Er grübelte....was wäre wenn ich einen Stein erschüfe, vielleicht genügte das – ich könnte ihn berühren, ihn fühlen – da wäre etwas das in meiner Nähe ist – er war einfach traurig, alleine zu sein –
er nahm seinen Zauberstab und tak-tak, es entstand ein Stein, genauso ein Stein, wie er ihn sich vorgestellt hatte, glatt und schön geformt, funkelnd und strahlend über alle Maßen – er streichelte
den Stein und liebkoste ihn, doch dieser blieb kühl, glatt und stumm, vibrierte nur leicht in der Schwingung des Meisters – nun probierte er noch mehr Steine zu erschaffen – verschiedene andere
Steine, Felsen und Berge, Landschaften, Planeten – ganze Welten, die er mit unzähligen kristallenen Sternen füllte, und alles trug die Energie des Zauberers, aber sie blieben ebenso stumm wie der
erste Stein, sie existierten, aber nicht mehr, und der Zauberer fühlte wieder, wie traurig es ist alleine zu sein.
Nun dachte der Meister – vielleicht erschaffe ich eine Pflanze, ein Blume, die mich mit Schönheit und Farbe erfreut, ich wässere und nähre sie täglich, verwöhne sie mit frischer Luft und viel Licht –
ich werde mich um die Blume sorgen, und sie wird mir Freude und Glück schenken, denn es ist so traurig, alleine zu sein. Er winkte mit dem Zauberstab tak-tak und schon erschien eine wunderschöne
Blume vor ihm, sie funkelte und strahlte in allen Farbschattierungen und glitzerte wie tausend Diamanten - genauso wie er sie sich gewünscht hatte. Der Zauberer fing nun an, vor der Blume zu tanzen,
aber diese drehte sich nicht mit ihm, sie konnte ihn zwar spüren, ihm aber nicht ihre Freude zeigen und sich mit ihm drehen. Er fing an noch mehr Pflanzen zu erschaffen, große und kleine, Gärten und
Wälder, Haine und Felder und unzählige Bäume, aber sie alle waren wie eine einzige Pflanze. Sie waren schön und farbenprächtig anzusehen, aber entsprachen definitiv dem Bewusstsein ihres Schöpfers,
auch sie gaben ihm keine Antwort und reagierten fast nicht auf ihn, denn sie waren er selbst – oh wie traurig war es alleine zu sein.
Der Zauberer dachte lange nach, was wäre wenn ich ein Tier erschaffe – ja einen Hund, einen zärtlichen, kleinen, lustigen Hund, mit dem ich spielen kann – er wird hinter mir herlaufen und ich bin
nicht mehr alleine – er winkte mit dem Zauberstab und tak-tak erschien ein kleines geflecktes Hündchen, genauso wie er es sich vorgestellt hatte. Er fing an, das Hündchen zu versorgen, gab ihm Futter
und Wasser, streichelte und verwöhnte es, er wusch es und ging mit ihm spazieren – er machte alles für den kleinen Hund. Dieser war ihm treu ergeben, und sein ganzer Wunsch war es, ganz nahe bei
seinem Herrchen zu sein, ihm auf Schritt und Tritt zu folgen, aber die Energie des Hündchens entsprach in allem der des Zauberers, widersetzte sich nie seinem Willen – es war demütig und gehorsam und
schon bald erfüllte ihn diese Freude nicht mehr. Der Zauberer fing an weiters Leben zu erschaffen – Fische, Echsen, Vögel und unzählige andere Lebewesen, in allen Größen, Formen und Schattierungen –
aber alle Tiere waren er selbst und konnte ihm nicht Freund und Partner sein – ach wie war es traurig so alleine zu sein.
Lange dachte der Meister nach, und dann wusste er es – ein richtiger Freund kann nur jemand sein, der genau nach meinem Ebenbild erschaffen ist, aber einen freien eigenen Willen hat, der ihm dazu verhelfen würde, mir gegenüber zu stehen. Zuerst würde er mich brauchen, meine Geschenke und Liebe freudig entgegennehmen - ich könnte ihn alles lehren, was ich weiß, wir könnten zusammen in meinem Schloss wohnen, und irgendwann würde ich ihn loslassen, um sich selbst zu finden – denn nur wenn er sich seiner Selbst, außerhalb von mir bewusst ist, kann er so werden wie ich, erschaffen wie ich, leben wie ich und lieben wie ich – nur dann wüsste er mich zu verstehen, ach es ist so traurig alleine zu sein.
Wer könnte mein Ebenbild werden? Wer könnte meine Gaben wirklich schätzen und mir Gleiches schenken? Ja, ich könnte einen Menschen erschaffen, genau nach meinem Ebenbild und wir werden glücklich
zusammen sein. Er nahm seinen Zauberstab und erschuf ein Lichtwesen genau nach seinem Ebenbild. Dieser Mensch genoss die vielen Geschenken und Gaben ,die ihm der Zauberer schenkte, er unterhielt sich
mit ihm und leistete ihm Gesellschaft – aber er ahnte nichts vom wahren Wesen des Zauberers und seiner großen Liebe zu ihm, denn der Mensch lebte, aber war sich seiner selbst noch nicht bewusst. Er
erfreute sich zwar der Gaben des Meisters, wusste sie aber nicht zu schätzen. Irgendwann begann er sich zu langweilen, und er versuchte bis an die Grenzen des Reiches zu stoßen, immer auf der Suche
nach neuen Erfahrungen.
Während dieser Entdeckungsreisen entfernte er sich mehr und mehr vom Zuhause und eines Tages stieß er auf eine große Feuerwand, die ihm große Angst einjagte und ihn magisch anzog. Er begann sich
dagegen zu wehren, wurde aber einfach in sie hineingezogen und überschritt die Grenze die ihn vom Zauberreich abtrennte. Der Zauberer verstand: „Um das Glück zu zweit wirklich genießen zu können,
muss der Mensch Erfahrungen sammeln, die in seinem Reich der Einheit nicht gemacht werden können.
Er muss mich erst verlassen, um die Freude des Widerfindens wahrhaft erleben zu können, er muss lernen zu fühlen, wie verlassen er ohne mich ist und wie einsam ich ohne ihn wäre – ach wie traurig ist
es doch alleine zu sein.
Diese Abtrennung vom Zauberreich war für den Menschen sehr traumatisch. Zum ersten Mal spürte er Unsicherheit in seinem Wesen und Misstrauen und begann die Kontrolle zu verlieren. Er fühlte immer
mehr, wie der Kern aller Dinge zu zerbröckeln begann – sein eigenes inneres Wesen wurde in unzählige Teile zerrissen und der Mensch verlor sich selbst. Er fand sich an einem Ort, wo es dunkel und
kalt war und konnte den Weg zurück nicht mehr finden - ach wie traurig ist es doch so alleine zu sein, dachte der Mensch und überlegte was er tun könne um seine Lage zu verbessern. Er traf an diesem
Ort viele andere Wesen seiner Art aber die fühlten sich tief im Herzen genauso einsam wie er selbst, genauso ängstlich, schutzlos, verzweifelt und mit große Schuld beladen. Als erstes begannen sie
sich ein trockenes und sicheres Zuhause zu schaffen, um sich irgendwie vor der rauen Umwelt zu schützen – erinnerten sich dunkel ihrer einstigen Fähigkeiten und begannen sich ihre Welt neu zu
erschaffen.
Als kleine verstreute Hologramme des Abbilds des großen Zauberers legten sie den Grundstein einer neuen Schöpfung und erschufen einen zweiten Schöpfungskreis. Sie schufen immer mehr – irgendwann
dachte ein Mensch an einen Stein – einen glatten blanken Stein um nicht mehr alleine zu sein, er nahm seinen Zauberstab und tak-tak schon war der Stein da, aber mit rauen Kanten, schwer und fest, er
erinnerte nur im Entferntesten dem schönen Energiegebilde des Zauberers. Sie erschufen gemeinsam ihre eigene Welt - sie erschufen Kontinente, Länder, Städte, Dörfer, Höhlen, Häuser, Gärten, Wälder,
Autos und schließlich Fernsehapparate, Computer, Telefone und Fußball am Wochenende – alles nur um nicht mehr so traurig alleine zu sein – sie erschufen immer neue Dinge, immer als Versuch, darin das
wunderbare Zauberreich wieder zu finden und die Geheimnisse des Lebens zu lösen.
Der Mensch erschuf immer mehr, und das ermüdete ihn sehr, irgendwann schlief er ein und vergaß, dass er der Schöpfer seiner Welt war und seine Angst wurde immer größer, er fühlte sich immer einsamer
und hilfloser, bis er nur noch wie ein Blatt im Wind dahin trieb und seine ganze Macht und Verantwortung an seine Schöpfungen abgab. In Sehnsucht nach dem großen liebevollen Zauberer erschuf er sich
Scheinzauberer und Trickkünstler, denen er die ganze Macht und Kontrolle übergab, sie kontrollierten nun die spirituellen Lehren, konnten aber nur mehr ein schwaches Echo in seinem Inneren
hervorrufen. Die einst schöne und lichtvolle Welt versank immer mehr in Dunkelheit, Angst und Bewusstlosigkeit.
Eines Tages begann sich ein Mensch zu strecken, zu gähnen und sich den äonenlangen Schlaf aus den Augen zu reiben. Langsam begann er aus seinem Tiefschlaf zu erwachen, denn er hörte eine leise Stimme
im Inneren, die fragte: „War da nicht einmal mehr, erinnere Dich, wer Du bist und woher Du kommst? Und ganz sanft regte sich ein unbeschreibliches Sehnen in seinem Herzen und der Drang, sich wieder
auf Reisen zu begeben, um den Weg nach Hause zu suchen – aber wo beginnt dieser Weg und was ist zu tun? Er konnte nicht mehr ruhig schlafen, nicht mehr wie früher essen und alles um ihn herum begann
sich zu verändern – ganz langsam kehren seine Erinnerungen wieder, zuerst als Ahnungen und Intuition, dann stiegen bekannte Bilder aus der Zauberwelt aus seinem Inneren auf – die Sehnsucht nach der
Nähe und Liebe des Zauberers wurde immer stärker. Er fand das alte verborgene Zauberbuch und den Zauberstab wieder und macht sich an die Arbeit – viele neue Zauberschriften tauchen wie aus dem Nichts
auf, um den suchenden Menschen auf seinem Weg zurück zu begleiten. Der Mensch fühlt – es ist noch so viel zu erlernen, so viel zu erfahren, so viel zu begreifen und so viel zu tun – die Arbeit in den
Zauberschriften muss der Mensch ganz alleine entschlüsseln und jeder seine eigene Zauberformel finden.
Steil, steinig, mühsam und dornig ist der Weg heim ins Zauberreich. Unzählige Stolpersteine warten auf diesem Pfad, um vom Menschen in Meilensteine umgewandelt zu werden. Unzählige Schlangen warten
im Gebüsch darauf, ihn zu ängstigen, aufzuhalten und vom Weg abzubringen. Kurz vor dem Ziel erwarten ihn immer größere Herausforderungen, denn die Mauern ums Zauberreich sind unendlich hoch und
verriegelt das Tor. Doch der Mensch lässt sich nicht entmutigen und geht tapfer vorwärts – mit jeder Enttäuschung wächst auch der Wunsch heimzukehren, und aus der Tiefe des Schmerzes wachsen wahre
Liebe und Mitgefühl. Die Menschen beginnen zu verstehen, dass die gesamte Menschheit EINS ist und sie nur als GANZES zurückkehren kann. So halten immer mehr Menschen auf ihrem Weg ein, um auf die
Nachkommenden zu warten, diese auf dem Weg zu stützen und ihnen nach einem Sturz wieder aufzuhelfen - immer mehr schließen sich dem Zug an, und nun ist es schon viel weniger traurig alleine zu
sein.
Irgendwann beginnt ein Mensch tief in seinem Inneren etwas zu fühlen – etwas völlig Neues, Ungewohntes schlägt in altbekanntem Rhythmus - tak-tak - und langsam beginnen Körper und Geist in diesem
Takt mitzuschwingen´, und ein Licht aus der Mitte des Menschen erhellt die Dunkelheit rundherum und plötzlich weiß er mit Gewissheit – der Zauberer war immer an seiner Seite gewesen, denn ein Teil
von ihm war unbemerkt auf seine Reise mitgegangen, hat ihn sanft geführt, wenn er Hilfe brauchte, und er hat ihm irgendwann sein Zauberbuch überreicht, um ihn an das Zauberreich zu erinnern – niemals
war jemand wirklich alleine und die Einsamkeit war nur Illusion.
Und als der Mensch sich dieser Wahrheit bewusst wurde, spürte der Zauberer, was er sich von Anfang an gewünscht hatte – der Mensch ist zu seinem Partner herangewachsen. Indem er die Geheimnisse
wahrer Liebe erfahren hatte, ist er zum wahren Ebenbild des Meisters geworden. Er ist nun selbst in der Lage zu zaubern und zu erschaffen und dafür auch die Verantwortung zu übernehmen - jetzt ist es
gar nicht mehr notwendig ins Zauberschloss im Zauberreich heimzukehren, denn beide gemeinsam erschufen ein neues Reich und sind dabei, ein völlig neues, noch nie da gewesenes Zauberschloss zu bauen –
denn der Weg ist geöffnet und die Energie des Zauberreichs kann jetzt bis hierher strahlen um das neue Reich zu erleuchten.
Kannst Du auch in Deinem Herzen den sanften Schlag des Zauberstabes fühlen: „Tak-Tak“?