So
27
Sep
2009
Angst vor der Liebe
„Angst vor der Liebe ohne Ziel,
du hast Angst vor dem Gefühl,
doch du willst nicht einsam sein,
nie wieder …“
So sang es bereits die Münchener Freiheit.
Angst vor der Liebe. Warum haben wir Angst vor der Liebe, wo Liebe doch das Schönste, Leichteste und Aufregendste ist, was es auf Erden überhaupt gibt? Alle sehnen wir uns nach Liebe, doch sobald das Herz in Flammen steht, machen wir es zu, aus Angst vor Verletzung, Enttäuschung, Angst vor Entblößung, Angst ausgelacht zu werden.
„Sag mir nicht du musst schon gehen, warum kannst du nicht versteh´n, wegen dir bin ich geblieben. Ich weiß nicht, was vorher war, aber langsam wird mir klar, du hast Angst dich zu verlieben.
Schatten der Vergangenheit (so nah, so weit), lassen dich nicht mehr in Ruh. Flieh aus deiner Dunkelheit, jeder Mensch braucht Zärtlichkeit. Warum gibst du das nicht zu?
Angst vor der Liebe ohne Ziel, du hast Angst vor dem Gefühl, doch du willst nicht einsam sein, nie wieder …
Angst vor dem Fieber tief in dir, vor der Liebe und vor mir, du willst nie mehr wehrlos sein, nie wieder …
Sag mir nicht, es ist zu spät, jeder Blick von dir verrät, du hast dich schon fast entschieden. Würdest gerne bei mir sein. Du meinst JA, doch du sagst nein. Du hast Angst dich zu verlieben.“
Ist es lächerlich zu lieben?
Nein, es darf ja gelacht werden, weil Lachen die Tür zur Seele öffnet. Aber es ist nie lächerlich zu lieben, auch wenn die Angst vor der Liebe so riesengroß ist.
Es ist die Angst sich seelisch zu entkleiden, nackt dazustehen vor dem anderen, Angst vor der Ablehnung, Angst vor dem Nein des anderen, Angst vor Verlust, Angst davor verletzbar zu sein.
Doch wenn Du Dein Herz in die Hände eines anderen Menschen legst und dieser es mit einem kalten Lächeln zerquetscht, dann hat der Andere Deine Liebe nicht verdient und benötigt sie wahrscheinlicher dringender als Du selbst.
Wir alle sind auf der Suche nach Liebe. Wir alle, ohne Ausnahme. Doch die Wenigsten reden offen darüber, weil wir nicht nur alle auf der Suche nach Liebe sind, sondern ebenfalls alle dieselben Ängste und Vorurteile mit uns herum schleppen. Und deshalb gibt es auch so viele Menschen, die erst nach langer Zeit mit großem Abstand zueinander sagen können „Aber ich habe Dich damals wirklich geliebt.“ Nur ist es dann meistens schon zu spät. Ich nenne das die verpasste Liebe …
Die Angst den anderen zu verlieren ist groß, ja, denn der Andere könnte ja „Nein“ sagen und eben nicht dieselben Gefühle fühlen bzw. nicht zu seinen Gefühlen stehen. Und was dann? Dann tut sich ein riesengroßes, dunkles, schwarzes Loch auf, in das wir versinken und die Welt ist traurig und leer. Doch irgendwann kommt jemand, reicht uns die Hand und sagt uns „Komm ich helfe dir die Welt wieder zu betreten und wieder die Sonne zu sehen.“ Und schon ist die Angst wieder da ..
Wir sind es so sehr gewohnt mit unseren Ängsten zu leben, misstrauisch zu sein, unser eigenes Ding durchzuziehen, dass wir nicht glauben können, wenn die Liebe vor uns steht. Zu schön um wahr zu sein, denkt es dann oft in uns.
Doch ein weiser Spruch besagt:
Eine Katastrophe behandelst Du am besten so, als wäre sie gar nicht passiert.
Gib jedem Menschen immer wieder eine neue Chance, immer wieder, egal was vorher war. Denn jeder Mensch kann sich verändern, so wie Du Dich veränderst. Wenn Du Dein Herz ein wenig öffnest, kann auch der andere sein Herz öffnen. Wenn Du liebevoll auf den anderen zugehst, kann auch der andere liebevoll auf Dich zugehen. Wenn Du die Vergangenheit hinter Dir lassen kannst, kann auch der andere die Vergangenheit hinter sich lassen. Wenn Du offen und bereit bist, kann auch der andere offen und bereit sein.
Stell Dir vor Du liebst jemanden und steckst ihn energetisch in einen Bilderrahmen. Dort hängt er jetzt an der Wand in Deiner Wohnung. Erstarrt, denn Du hast Dir ein Bild von ihm gemacht und so ist er jetzt für Dich. Er kann sich in Deinen Augen auch gar nicht ändern, denn Du hast ein festes Bild von dieser Person. Und dementsprechend machst Du auch immer wieder dieselben Erfahrungen mit dieser Person. Du kannst natürlich auch das Bild im Bilderrahmen wechseln, Dir nämlich einen neuen Partner suchen, aber der Bilderrahmen bleibt, das feste Bild von einem Mann oder einer Frau bleibt in Deinem Gedächtnis haften. Und so wechseln die Bilder, aber nicht der feste, erstarrte Rahmen drumherum. Nimm das Bild heraus, werfe den Bilderrahmen über Bord und lass das Bild sich verändern, werde neugierig auf die andere Person, schenke ihr Vertrauen und behandle sie so, als hättest du sie gerade erst kennen gelernt. Je mehr Du Dich selbst veränderst, desto mehr kann sich der andere auch verändern. Werfe alle Bilderrahmen aus dem Fenster und lass die Bilder der anderen sich immer wieder verändern und verwandeln.
Gib jedem Menschen die Chance, dir sein wahres Ich zu zeigen.
Die Angst vor der Liebe darf sein. Es ist völlig in Ordnung Angst zu haben und dieses Gefühl zu fühlen. Lade Deine Angst ein, schau ihr in die Augen, stell Dich ihr. Die Angst will – genau wie alle Gefühle – anerkannt und wertgeschätzt werden. Die Angst ist Dein Baby, von Dir erschaffen, vor langer, langer Zeit und sie zeigt sich immer wieder, mal stärker, mal schwächer, aber sie ist immer da, ein treuer Begleiter auf all Deinen Wegen. Und da die Angst der Gegenpol zur Liebe ist, zeigt sie sich natürlich am stärksten, sobald Du der Liebe begegnest.
Du kannst sie nur überwinden, indem Du Dich ihr stellst. Auge in Auge mit der Angst. Egal, was der Andere sagen wird, sag Du, was Dein Herz fühlt. Egal ob der Andere lachen wird, zeige, was Dein Herz will. Egal ob der Andere gehen wird, fühle mit ganzem Herzen und lass Deine Liebe fließen.
Und wer weiß, vielleicht wirst Du sogar überrascht sein, weil Dich der Andere in den Arm nimmt und sagt „Darauf habe ich schon lange gewartet.“
Wunder gibt es immer wieder ..